Arnulf Meffle wurde 1978 mit der Handball-Nationalmannschaft Weltmeister, heute arbeitet er als Realschullehrer in Lahr. (Foto: SWR)

Handball | WM Arnulf Meffle: "Ein unbeschreibliches Gefühl"

1978 und 2007 wurde Deutschland Handball-Weltmeister. Mit dabei beim Titelgewinn vor 41 Jahren war auch der Rechtsaußen Arnulf Meffle, der einst für den TuS Hofweier spielte.

"Die Phase direkt vor und nach dem Endspiel, das war ein unbeschreibliches Gefühl", erinnert sich Arnulf Meffle an die Weltmeisterschaft 1978 in Dänemark zurück. Mit 20:19 setzte sich die BRD damals gegen die Sowjetunion durch und gewann den ersten Weltmeistertitel für Deutschland. Meffle, damals Student, war als Rechtsaußen Teil des Teams, gewann 1984 bei den Olympischen Spielen Silber in Los Angeles. Für den TuS Hofweier spielte er in 270 Bundesligaspielen, keiner machte mehr Spiele für den Verein aus dem Ortenaukreis.

Das aktuelle Handballgeschehen verfolgt der 61-Jährige natürlich immer noch, ganz besonders bei einer Weltmeisterschaft. "Ich schaue viele Spiele in den unteren Klassen. Aber auch die Bundesliga, zumindest wenn es sich ergibt", erklärt Meffle. Die Nationalmannschaft verfolgt er dagegen intensiv, im vergangenen Jahr sah er einige Spiele live in der Halle. "Für Deutschland wird es nicht einfach, die WM-Vorrunde zu überstehen", glaubt Meffle. Sollten die Spieler aber als Einheit zusammenfinden, dann könne das Team von Christian Prokop ganz vorne dabei sein. "Dann ist auch das Halbfinale drin, dort wird eh frisch gemischt", erklärt er, warnt aber gleichzeitig davor, dass "die Bandbreite groß ist. Es kann alles passieren, die Jungs müssen ein richtiges Teamgefühl entwickeln." Das erste Spiel gegen Korea sei für ihn kein Maßstab gewesen, eher ein lockerer Aufgalopp.

Handball | Weltmeisterschaft Acht Weltmeister aus dem Südwesten

1978 zählte Arno Ehret von der TuS Hofweier zu den ersten deutschen Handball-Weltmeistern. Beim Turnier in Dänemark setzte sich der Linksaußen mit seinen Mitspielern im Finale mit 20:19 gegen die Sowjetunion durch. Ehret wurde in Lahr im Schwarzwald geboren und ist heute 65 Jahre alt. In 121 Länderspielen erzielte er 308 Tore. Von 1993 bis 1997 war Ehret Bundestrainer, anschließend zwei Jahre Sportdirektor des DHB. Heute arbeitet Ehret als Berater für Coaching, Führung und Teamentwicklung.  (Foto: Imago, imago/Sven Simon)
1978 zählte Arno Ehret von der TuS Hofweier zu den ersten deutschen Handball-Weltmeistern. Beim Turnier in Dänemark setzte sich der Linksaußen mit seinen Mitspielern im Finale mit 20:19 gegen die Sowjetunion durch. Ehret wurde in Lahr im Schwarzwald geboren und ist heute 65 Jahre alt. In 121 Länderspielen erzielte er 308 Tore. Von 1993 bis 1997 war Ehret Bundestrainer, anschließend zwei Jahre Sportdirektor des DHB. Heute arbeitet Ehret als Berater für Coaching, Führung und Teamentwicklung. Imago imago/Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen
Wie Ehret gehörte auch Arnulf Meffle zum Weltmeister-Kader 1978. Meffle spielte ebenfalls für die südbadische Handballhochburg TuS Hofweier. Der Rechtsaußen ist heute 61 Jahre alt, geboren ist er in Langhurst (Ortenaukreis). Im SWR erzählte Meffle erst im vergangenen Jahr, dass alle Spieler 1978 eine Rechnung über 800€ als Preisgeld beim DHB einreichen konnten, eine Bar-Auszahlung war nicht möglich. Meffle arbeite heute als Lehrer, gewann außerdem bei den Olympischen spielen 1984 Silber. Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
Markus Baur war Kapitän der Weltmeister von 2007. Der heute 48 Jahre alte ehemalige Spielmacher ist in Meersburg am Bodensee geboren. 2007 spielte er für den TVB Lemgo, er war auch Kapitän der Olympia-Mannschaft, die 2004 in Athen die Silber-Medaille gewann. Bei der WM 2019 wird er im ZDF als Co-Kommentator den Experten geben. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Die Nachfolge von Kapitän Baur als Spieler in der Rückraum-Mitte schien bei der WM 2007 klar. Michael "Mimi" Kraus spielte ein überragendes Turnier, wurde in das All-Star Team des Turniers berufen. Der gebürtige Göppinger ist mit seinen inzwischen 35 Jahren noch immer aktiv. Beim TVB Stuttgart in der Bundesliga spielte er eine starke Hinserie und träumte von einem Comeback in der Nationalmannschaft. Nachdem er sich im November allerdings die Hand brach, war der erneute WM-Traum geplatzt. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Er war der Abwehr-Chef beim Heimtriumph: Oliver Roggisch, geboren in Villingen-Schwenningen. Der heute 40-jährige Kreisläufer spielte fast ausschließlich, wenn die gegnerische Mannschaft im Ballbesitz war. Ausflüge auf die andere Seite des Spielfeldes waren äußerst selten. Inzwischen ist der 2,02 Meter große Hüne sportlicher Leiter der Rhein-Neckar Löwen und Team-Manager der Nationalmannschaft. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Mit seinem blonden Irokesen-Haarschnitt war er für die Zuschauer auf dem Spielfeld leicht zu identifizieren. Pascal "Pommes" Hens (heute 38 Jahre), geboren in Daun (Rheinland-Pfalz) war der linke Rückraum-Schütze im Team 2007. Mit seinen 2,03 Metern Körpergröße stand er regelrecht in der Luft beim Abschluss. 2017 beendete er bei der HBW Balingen-Weilstetten seine Karriere. In 199 Länderspielen warf Hens 565 Tore, aktuell lebt er das Familienleben mit seiner Frau und den beiden Kindern aus. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Auch Thorsten "Toto" Jansen ist in Rheinland-Pfalz geboren, genauer gesagt in Adenau in der Eifel. Auf Linksaußen machte er im Finale gegen Polen ein super Spiel, warf acht Treffer und damit die meisten im deutschen Team. Seine Karriere beendete er 2016, ein Jahr später nahm er seine Traineraktivität beim Handball Sport Verein Hamburg auf. Jansen führte die ehemalige Bundesliga-Mannschaft, für die er zwölf Jahre spielte, nach dem Lizenzentzug zumindest wieder in die 2. Liga. Imago imago/Horstmüller Bild in Detailansicht öffnen
Der gebürtige Heidelberger Christian Zeitz lässt mit 38 Jahren seine Karriere bei der SG Nußloch (Rhein-Neckar-Kreis) in der 3. Liga ausklingen. Der Weltmeister von 2007 aus dem rechten Rückraum war vor allem für seinen wuchtigen linken Hammer bekannt. Beim Rekordmeister THW Kiel wurde er in 13 Jahren durch seine etwas unkonventionelle Spielweise zum Publikumsliebling, nach einem Rechtsstreit über seinen Vertrag wurde sein Trikot aus der Ahnengalerie in der Kieler Halle wieder abgehängt. Imago imago/Laci Perenyi Bild in Detailansicht öffnen

Viel mehr Tempo im Handball

Am heutigen Handball beeindruckt den ehemaligen Rechtsaußen vor allem die Schnelligkeit und Athletik im Vergleich zu seiner aktiven Zeit. "Heute sind das ja alles Profis, dadurch hat sich die Athletik wahnsinnig verbessert. Wir hatten für so viel Training früher gar keine Zeit. Zu Beginn meiner Handballkarriere war ich am Studieren, später unterrichtete ich dann an der Schule", blickt der Sport- und Mathematiklehrer zurück.

Freizeit gut gefüllt

Meffle ist an der Otto-Hahn-Realschule in Lahr tätig. 2009 erkrankte er an Leukämie und musste aus dem Berufsalltag aussteigen. Inzwischen ist die Krankheit überstanden und Meffle zurück in der Sporthalle und am Lehrerpult. "Ich arbeite noch, so lange es mir Spaß macht", blickt Meffle gelassen seinem Ruhestand entgegen.

Nach seinem Karriereende 1989 war er auch als Trainer unterwegs, unter anderem als Co-Trainer der deutschen Juniorinnen. "Mehr ging nicht, das war mit dem Lehrerberuf nicht vereinbar. Ich habe damals auch gleich gesagt, 'mit der Familie reise ich nicht in der Gegend rum'". Die Familie hält ihn heute auch in seiner Freizeit auf Trab. Er verbringt viel Zeit mit seiner Frau, den Kindern und inzwischen auch Enkelkindern. "Außerdem gibt es im Haus und Garten immer etwas zu tun", sagte der 71-malige Nationalspieler. Auch sportlich betätigt er sich noch. Wenn das Wetter passt, spielt er Golf. "Außerdem will ich jetzt wieder mit dem Radfahren beginnen, das ist in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen", sagt Meffle. "Das reicht dann aber auch."

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