Nationalspielerin Meike Schmelzer aus Ingelheim hat bei der Handball-EM gegen Rumänien einmal getroffen (Foto: Imago, Marco Wolf)

Handball | Frauen-EM 2018 Meike Schmelzer - nichts ist unmöglich

AUTOR/IN

Meike Schmelzer will mit Deutschland bei der Handball-EM viel erreichen. Auf dem Weg in die Nationalmannschaft musste die Ingelheimerin heftige Rückschläge verkraften.

Nach der Schluss-Sirene verließ Kreisläuferin Meike Schmelzer geknickt die Sporthalle in Brest. Nach dem Überraschungssieg zum EM-Auftakt gegen Titelverteidiger Norwegen hatte es für die deutschen Frauen am Montag eine 24:29-Niederlage gegen Rumänien gegeben. Damit steht das DHB-Team bei der Handball-EM in Frankreich unter Druck. Im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien (Mittwoch, 18:00 Uhr) muss nun wenigstens ein Punkt her, um die Zwischenrunde zu erreichen. Doch die 25-jährige Meike Schmelzer ist es gewohnt zu kämpfen.

Dauer

Wenn sie von ihrer Heimat Ingelheim spricht, gerät die Kreisläuferin vom Thüringer HC ins Schwärmen. So oft es in ihren engen Zeitplan passt, besucht sie Freunde und Familie in der Rotweinstadt.

Handballer-Familie

Sie kommt aus einer echten Handball-Familie. Mama, Papa, die große Schwester – alle waren immer in der Handball-Halle; und so konnte es auch für Meike Schmelzer gar nicht anders kommen. Beim HSC Ingelheim wurde ihr Talent früh erkannt. Schmelzer durchlief alle regionalen Auswahlmannschaften und wechselte mit 14 Jahren zu Mainz 05. Prompt flatterte die erste Einladung vom Deutschen Handball-Bund ins Haus.

Während eines DHB-Sichtungslehrgangs kam dann der Rückschlag. Im rechten Knie wurde ein Knorpelschaden diagnostiziert. Meike Schmelzer musste operiert werden. Ein Jahr später folgte eine Knorpel-Transplantation. Die Ärzte konnten ihr damals nicht sagen, ob sie je wieder Handball spielen kann. Schmelzer musste ein Jahr pausieren, mühte sich durch die Reha, baute ihr kaputtes Knie wieder langsam auf. Dann die nächste Hiobsbotschaft: 2009 meldete sich das andere, das linke Knie. Wieder war eine Operation nötig. Dabei war Meike erst 16 Jahre. Der Traum von der Profikarriere schien ausgeträumt.

Der harte Kampf zurück

Zwei Jahre konnte sie kein Handball spielen, beim Training blieb ihr nur die Zuschauerrolle. Eine bittere Zeit, in der Meike Schmelzer vor allem die bedingungslose Unterstützung ihrer Eltern Halt gab. Hoffnung machte ihr auch ein Mediziner. Der Arzt hielt es für möglich, dass sie es schaffen könnte. Er versuchte alles, um die Handballerin wieder fit zu machen. Er schaffte es: Meike wurde fit.

In ihrer Comeback-Saison spielte Schmelzer in der Mainzer A-Jugend, gewann mit ihrem Team die Südwest-Meisterschaft. Es lief so gut für die Ingelheimerin, dass sie am Ende der Saison eine Einladung für die U19-Nationalmannschaft bekam und kurze Zeit später mit zur Europameisterschaft fahren durfte. Woran viele nicht geglaubt hatten wurde wahr: Meike Schmelzer war zurück.

Tränen der Rührung

Heute ist die 25-jährige dreifache deutsche Meisterin mit dem Thüringer HC und läuft für Deutschland auf. Als sie die erste Einladung zur A-Nationalmannschaft erreichte, war sie fast zu Tränen gerührt. Ein Kindheitstraum ging in Erfüllung. Nach der WM 2015 und der EM 2016 spielt Schmelzer aktuell in Frankreich ihr drittes großes Turnier. Das deutsche Team besteht aus vielen jungen Spielerinnen. Zu den Favoriten auf den Titel zählt die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener zwar nicht. Aber wenn Meike Schmelzer eines gelernt hat im Leben, dann das: Nichts ist unmöglich.

AUTOR/IN
STAND