Die Freude über den überraschenden Sieg gegen MT Melsungen war beim HBW Balingen-Weilstetten riesig (Foto: Imago, imago images / Eibner)

Handball | Bundesliga Balingen überrascht die Bundesliga

HBW Balingen-Weilstetten galt vielen Handball-Experten zu Beginn der Saison als Abstiegskandidat. Doch der starke Saison-Start lässt die Liga erst einmal aufhorchen.

Plötzlich sind alle explodiert: die Mannschaft, das Trainer-Team die Fans. Das überraschende 36:23 gegen die MT Melsungen war der 29. Sieg in der "Hölle Süd" - in Serie. Eine imponierende Serie. Doch nur die wenigsten hätten gedacht, dass sie auch in der Bundesliga anhält. Das 25:23 gegen die HSG Nordhorn-Lingen zählte eher zur Kategorie Pflichtsieg, wenn das Team von Trainer Jens Bürkle den Klassenerhalt nicht von vorne herein abschenken will. Doch mit dem Sieg gegen Melsungen hat der Aufsteiger ein fettes Ausrufezeichen im Kampf um den Klassenerhalt gesetzt. Schließlich wähnten sich die Hessen vor der Saison auf Augenhöhe mit Flensburg, Kiel oder den Rhein-Neckar Löwen.

Balingen-Weilstetten am Limit

Auch Balingens Geschäftsführer Wolfgang Strobel kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als am Sonntag gefühlt jeder Wurf ein Treffer war. In seinen Augen war es die richtige Reaktion auf die eher enttäuschende 23:31-Niederlage beim TSV Hannover-Burgdorf: "Es war ein günstiger Zeitpunkt für uns. Nach der Niederlage in Hannover waren wir unzufrieden und haben das auch klar thematisiert", sagte er im Interview mit SWR Sport. Da kamen die Hessen anscheinend zur rechten Zeit: "Melsungen hatte einen blöden Saison-Start und haben gegen Lemgo nur etwas glücklich gewonnen. Vielleicht hatten sie das Gefühl, wieder in der Spur zu sein."

Doch Strobel weiß, dass die Ansprüche in Balingen andere sind: "Wir hatten die Hoffnung, dass wir den Gegner ins Wanken bringen können. Waren dann im Spiel sicher nah an unserem Limit."

Heimvorteil auf dem Weg zum Klassenerhalt

Aktuell steht Balingen mit vier Punkten auf Platz neun der Handball-Bundesliga. 14 Punkte reichten in der vergangenen Saison zum Klassenerhalt. Der Heimvorteil soll auf dem Weg dorthin ein entscheidender Faktor für Balingen werden: "Die Heimserie haben wir spätestens ab dem 15. Sieg für uns entdeckt. Wir spielen das jetzt auch weiter und sind auch stolz drauf. Gegner sollen wissen, dass es in Balingen schwer ist", meint Strobel.

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