Beachhandball in Bartenbach (Foto: SWR)

Beachhandball | German Beach Open Bartenbach: "Die Wiege des deutschen Beachhandballs"

Handball ist ein harter Hallensport? Nicht nur. Im Sommer zieht es viele Handballer nach draußen auf den Sand. Beachhandball wird bereits seit 25 Jahren gespielt – und hat seine deutsche Heimat im Göppinger Stadtbezirk Bartenbach.

1994 machte sich eine Jugendmannschaft aus dem beschaulichen Bartenbach mit 4000 Einwohnern auf nach Rom, um dort an einem Handballturnier teilzunehmen. Dort lernten sie auch die neue Sportart Beachhandball kennen, die sie zurück nach Bartenbach brachten. So wurde noch im gleichen Jahr der erste Sandplatz für Handballer gebaut und das erste deutsche Beachhandballturnier ausgetragen.

Manfred Müller, seit über 20 Jahren erster Vorsitzender beim TSV Bartenbach, erinnert sich an die erste Überlegung des "Bartenbeach": "Man muss den Jungen ja etwas bieten und etwas neues machen. Dann haben wir angefangen zu graben, das erste Feld zu machen und dann gab es das erste Turnier".

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Beim Kult-Turnier in der Wiege des deutschen Beachhandballs haben in diesem Jahr fast 700 Sportlerinnen und Sportler in zwei Bereichen teilgenommen. "Bartenbeach" ist nämlich gleichzeitig ein "Funturnier" für Hobbyspielerinnen und -spieler, und ein Supercup der Turnierserie "German Beach Open" der Männer, in der man sich für die deutsche Meisterschaft im August in Berlin qualifizieren kann.

Zu Gast war neben ungefähr 1500 Besuchern über das Wochenende auch der ehemalige Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) Bernhard Bauer. Er hat sich während seiner Zeit im DHB dafür stark gemacht, dass der deutsche Beachhandball unterstützt wird und sieht großes Potenzial in der Strandvariante des Sports: "Ich bin überzeugt davon, dass der Beachhandball, wenn er olympisch wird, ganz eigenständig die Menschen anziehen wird."

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Gleicher Sport, andere Regeln

Im Vergleich zum regulären Handball ist auf dem Sand kaum Körperkontakt erlaubt, wegen der erhöhten Verletzungsgefahr und weil man den Ball nicht dribbeln kann. Statt harter Zweikämpfe sieht man beim Beachhandball aber viele spektakuläre Würfe und Sprünge, denn: Tor ist nicht gleich Tor.

Ein Treffer, der nach einem Kempa-Trick erzielt wird (der Ball wird im Sprung angenommen und direkt geworfen) bringt zwei Punkte. Genauso wie ein sogenannter "Spin Shot", bei dem die Spieler sich nach dem Absprung um die eigene Achse drehen und dann werfen. Die Teams bestehen auch nicht aus sieben Spielern wie beim Handball, sondern nur drei Feldspielern und dem Torwart, der sich jedoch auch in Offensiv-Aktionen einschalten kann. Außerdem ist der Torraum eckig und nicht rund und der Ball besteht aus Gummi statt aus Leder. Am Ende gewinnt, wer beide Halbzeiten für sich entscheidet, denn sie werden getrennt voneinander gewertet und der Punktezähler nach der zehnminütigen Halbzeit auf null gestellt. Wenn jede Mannschaft eine Halbzeit für sich entscheidet, wird am Ende per Shootout (ähnlich wie das Penalty-Schießen beim Eishockey) der Sieger des Spiels gefunden.

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