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Der Vorsitzende des Badischen Sportbundes Freiburg, Gundolf Fleischer, appelliert im Interview an die Landesregierung, zumindest den Trainingsbetrieb für Kinder zu ermöglichen.

Seit Monaten ist Sport wegen der aktuellen Corona-Auflagen nur im Spitzenbereich erlaubt. Der komplette Breitensport schaut dabei in die Röhre. Den Vereinen setzt die Situation immer mehr zu, sagt Fleischer.

Je länger der Lockdown dauert, desto mehr Hilfsanträge kommen. Allmählich geht es ans Eingemachte.

Bisher seien die Hilfsgelder vom Land ausreichend gewesen, die Situation der Vereine verschlechtere sich aber zusehends, sagt Fleischer. Vor allem den Großvereinen in den Ballungsräumen setze die Lage zu, aber auch kleine Vereine bekämen immer mehr Probleme.

"Der Trainingsbetrieb sollte zumindest für Kinder wieder aufgenommen werden"

Gerade jetzt in Corona-Zeiten würden die Menschen realisieren, was der organisierte Sport in Baden-Württemberg nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch sozialpolitisch wert ist, so Fleischer. Der lange Lockdown führe auch zu psychischen Schäden bei den Kindern. Es brauche jetzt möglichst schnell eine Perspektive.

Fleischer plädiert außerdem für mehr Differenzierung bei den Öffnungen: "Bei Einzelsportarten kann man früher wieder öffnen als beim Mannschaftssport. Auch unter Einhaltung der Regeln. Ich erwarte hier einen genauen Plan. Zu warten bis alles wieder erlaubt werden kann, wird dieses Mal nicht funktionieren."

Vereine in Südbaden verlieren 2020 drei Prozent ihrer Mitglieder

2019 hatten die Sportvereine in Südbaden laut Fleischer noch 0,7 Prozent mehr Mitglieder als im Vorjahr, 2020 sei ihre Zahl dann aber im Schnitt um drei Prozent gesunken. Das komme vor allem durch die fehlenden Neueintritte.

Ein Vereinssterben sehe er zwar nicht direkt kommen. Es müsse jetzt aber möglichst schnell etwas passieren, sagt Gundolf Fleischer. Wenn nicht sehr bald eine dauerhafte Lösung gefunden werde, könne das den Sport dauerhaft verändern.

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