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ESports FIFA spaltet die Gesellschaft, Alt und Jung, Wissenschaftler und Laien, Eltern und Kinder. Ist es Sport oder ist es Kommerz? Fakt ist: Immer mehr Fußballvereine steigen in die virtuelle Bundesliga ein, auch der FSV Mainz 05.

Seit 2018 hat auch der FSV Mainz 05 ein eigenes eSport-Team mit Spielern, die von diesem Beruf gut leben können. Francesco Mazzei, Spielername Bajazzo 7, ist seit 2018 beim FSV unter Vertrag, hat ein duales Studium als Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert und arbeitet trotzdem als eSport-Profi. "Es geht mir gut damit", sagt Mazzei auf die Frage, wie viel er denn verdiene. Grundsätzlich können die besten Spieler nicht nur gut, sondern sehr gut vom Spielen leben. Ein Vergleich: 2019 wurden beim Tennisturnier in Wimbledon 35,4 Millionen Euro an Preisgeldern gezahlt, bei den Players Championship im Golf 11,1 Millionen und bei der Tour de France 2,3 Millionen. Bei der Computerspiel-WM in "Fortnite" wurden 26,8 Millionen Euro gezahlt – eine stolze Summe.

Nachwuchstalent Fynn Demmer

Ganz so hoch sind die Prämien bei Fifa nicht, doch der Trainingsaufwand der Mainzer Spieler lässt sich durchaus mit dem der Fußballprofis auf dem Rasen vergleichen. Mindestens zwei bis drei Stunden tägliches Training an der Konsole sind erforderlich. Dazu gehen sie joggen und arbeiten phasenweise auch mit Mentalcoaches zusammen. Wenn das neue Fifa-Spiel auf den Markt kommt, müssen Extra-Stunden absolviert werden – genau wie die Profis im Trainingslager. Neben Bajazzo 7 spielen Dominic Weihrauch (NicMyrrhe) und der erst 17-jährige Fynn Demmer (FXNZY_05) für die Mainzer. Demmer ist nicht nur an der Konsole aktiv, sondern kickt auch im realen Leben, nämlich als Mittelfeldspieler in der A-Jugend-Verbandsligamannschaft von Hassia Bingen.

Er ist erst 20, aber er hat sein Hobby schon jetzt zum Beruf gemacht: eSport. Dominic Weihrauch, aka "NICMYRRHE", spielt professionell FIFA 20 beim Bundesliga Verein 1. FSV Mainz 05. Erst Ende 2019 hat er bei einem Turnier mitgespielt, bei dem er entdeckt wurde - damit hat er sich einen Traum erfüllt, den wohl viele junge Menschen gern erfüllt hätten.

Erste Stadtmeisterschaft

Die Mainzer absolvieren mittlerweile ihre 2. Saison in der virtuellen Bundesliga. "Unsere Überzeugung, den Einstieg in den eSport zu wagen, hat sich in unserer ersten Saison voll bestätigt. Wir freuen uns auf die vor uns liegenden Partien und Turniere. Mit dieser Konstellation sehen wir uns bestens aufgestellt", ist der kaufmännische Vorstand des FSV, Jan Lehmann, von seinem eSport-Team überzeugt. Momentan stehen die Mainzer nach 18 Spieltagen auf dem elften Tabellenplatz, also genau in der Mitte der insgesamt 22 Teams umfassenden Virtual Bundesliga. Doch das digitale Engagement beschränkt sich nicht auf die Bundesliga. Es gibt dieses Jahr zum ersten Mal eine eSports-Stadtmeisterschaft der 05er, zu der sich Schulmannschaften, Fußballvereine und Studententeams aus dem Kreis Mainz-Bingen anmelden konnten.

Millionen weltweit zocken

Das Engagement der 05er zeigt, dass der eSport ein sehr interessanter Bereich für die Vereine darstellt. Millionen Menschen zocken in Deutschland und weltweit. Gaming-Events füllen große Hallen, so waren im vergangenen Jahr 40.000 Fans in der Kölner Lanxess-Arena, um den Profi-Spielern beim "Counter-Strike" zuzuschauen. Mittlerweile gibt es eSport-Restaurants, in denen man öffentlich spielen kann. Während in zahlreichen asiatischen Ländern, Brasilien oder auch in Großbritanien und den Niederlanden eSport längst als Sport anerkannt ist, scheiden sich in Deutschland noch die Geister.

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