Das Team der Schwenninger Wild Wings während der Vorbereitung auf die DEL-Saison 20222023 (Foto: IMAGO, Eibner)

DEL-Saisonvorschau 2022/2023

Schwenninger Wild Wings: Neuer Coach, neues Saisonziel

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AUTOR/IN
David Luding

In der vergangenen Saison wurde Schwenningen Vorletzter und hatte gerade einmal fünf Punkte mehr als Absteiger Krefeld. Mit dem neuen Coach Harold Kreis werden nun aber höhere Ziele als nur der Klassenverbleib angestrebt.

Vom Fast-Absteiger zum Play-off-Team - Schwenningens neuer Trainer Harold Kreis ist mit ambitionierten Zielen in den Schwarzwald gekommen. Sollten die Wild Wings in die Play-offs einziehen, wäre es ein großer Erfolg für den Klub. Seit 2013 spielen die Schwenninger wieder in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), erreichten in dieser Zeit lediglich einmal die Pre Play-offs (2017/2018). Um die hochgesteckten Ziele des neuen Trainers zu erreichen, haben die Wild Wings ihren Kader im Sommer stark umgebaut.

So verlief die vergangene Saison

Die Wild Wings sind denkbar schlecht in die Saison 2021/2022 gestartet. In den ersten 19 Spielen gingen die Schwarzwälder lediglich fünfmal als Sieger vom Eis, davon einmal nach Verlängerung. Mitte November stand Schwenningen auf dem letzten Platz und die Verantwortlichen trennten sich von Trainer Niklas Sundblad, der immerhin knapp drei Jahre das Team betreute.

Nachfolger auf der Trainerposition wurde Sportdirektor Christof Kreutzer. Der heute 55-Jährige agierte bis zum Ende der abgelaufenen Saison in doppelter Funktion. Unter Kreutzer lief es besser, die Mannschaft fing sich. In den 36 Spielen mit ihm holte Schwenningen durchschnittlich 1,31 Punkte pro Spiel, in den 19 Spielen zuvor waren es gerade einmal 0,89. Die Wild Wings schafften es, Krefeld hinter sich zu lassen und sicherten sich am Ende den Klassenerhalt - dabei profitierten sie allerdings davon, dass es coronabedingt nur einen Absteiger anstatt der vor der Saison festgelegten zwei gab.

Wer kommt, wer geht?

Kommende Saison wird man in Schwenningen ein Team sehen, das auf vielen Positionen neu besetzt ist. In diesem Sommer gab es bei den Wild Wings sowohl acht Abgänge als auch acht Neuzugänge. Einzig auf der Torhüterposition blieb alles beim Alten - Joacim Eriksson, Marvin Cüpper und Eigengewächs Luis Benzing stehen zwischen den Pfosten.

In der Verteidigung müssen die Wild Wings den letztjährigen Assistenzkapitän Colby Robak ersetzen. Neu in der Abwehrreihe sind dafür der Finne Ville Lajunen und der Deutsch-Italiener Alex Trivellato. Lajunen ist zwar in der DEL ein Neuling, bringt aber reichlich internationale Erfahrung mit. Der 34-Jährige spielte bereits in mehreren europäischen Topligen und wurde 2014 mit der finnischen Nationalmannschaft Vizeweltmeister. Als Offensivverteidiger soll er vor allem das Powerplay der Schwenninger bereichern. Alex Trivellato stand von 2015 bis 2017 in bereits 50 DEL-Partien für Schwenningen auf dem Eis. Zuletzt spielte der Rückkehrer und italienische Nationalspieler beim HC Bozen.

Der letztjährige Topscorer Maximilian Görtz (18 Tore und 19 Assists in 50 DEL-Partien) erhielt in Schwenningen keinen Anschlussvertrag. Ursprünglich sollte der schwedische Stürmer mit dem Kanadier Andrew Calof, der als Toptransfer für die Wild Wings galt, ersetzt werden. Doch Calof kam seinem unterschriebenen Arbeitsvertrag mit Schwenningen nicht nach und nahm ein besser bezahltes Angebot aus der russischen Eishockey-Liga an. Eine unschöne Geschichte für die Schwarzwälder, Sportdirektor Christof Kreutzer war stinksauer.

Mit Sebastian Uvira, Brandon Defazio, Mitch Wahl, Philip Hungerecker und Miks Indrasis sind diesen Sommer aber fünf sehr erfahrene Offensivkräfte nach Schwenningen gekommen, die für das nötige Scoring sorgen sollen. Außerdem ist es den Wild Wings gelungen, U20-Nationalspieler Florian Elias von den Adler Mannheim zu verpflichten. Elias gilt als vielversprechendes Talent und soll in Schwenningen den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Mit welchen Kombinationen im Sturm die Schwenninger in der kommenden Saison auflaufen werden, dürfte interessant sein. Der neue Trainer Harold Kreis ist beispielsweise sehr gespannt darauf, wie sich die Sturmreihe Defazio-Olimb-Indrasis schlagen wird.

Der Trainer

Mit Harold Kreis verpflichteten die Schwenninger Wild Wings einen Cheftrainer, der sehr erfahren ist und auch die DEL bestens kennt. Der 63-jährige Deutsch-Kanadier absolvierte fast 900 Erstligapartien als Spieler für Mannheim und trainierte in den vergangenen 20 Jahren diverse Teams in Deutschland und der Schweiz. In der Schweiz wurde er mit zwei Teams je einmal Meister. Seine letzte Station war die Düsseldorfer EG, die er die vergangenen vier Jahre trainierte.

Über die Wild Wings sagt Kreis, dass sich die Mannschaft in den vergangenen Spielzeiten "unter Wert" verkauft habe. Sein Anspruch sei es, mit der Mannschaft ein stabiles Niveau zu erreichen, darauf aufzubauen und es die ganze Saison zu halten oder sogar zu steigern. Die Assistenten von Harold Kreis sind der Kanadier Ryan Marsch und der ehemalige finnische Nationaltorhüter Markus Ketterer.

Erwartungen an die neue Saison

Harold Kreis ist sich bewusst, dass das komplett neue Trainerteam und die vielen Neuzugänge erstmal zueinander finden müssen. Trotzdem hat der Trainer bereits ein klares Ziel für die kommende Saison: "Unser Ziel ist es, um die Play-offs zu kämpfen und uns für diese zu qualifizieren." Für Schwenningen ist dies ein durchaus ambitioniertes Vorhaben. Letztmalig erreichten die Wild Wings 1996 die DEL-Play-offs, in den vergangenen zehn Jahren qualifizierte sich das Team lediglich einmal für die Pre Play-offs (2017/2018).

"Arbeitsmoral" und "Mannschaftszusammenhalt" sind laut dem Trainer die Stärken der Wild Wings und sollen helfen, die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Die Mannschaft sei in jedem Fall bereit für die Saison, sagt Kreis. Auch wenn der Entwicklungsprozess natürlich nie zu Ende sei, ist der Trainer sehr zufrieden mit der Vorbereitung. Die Mannschaft habe sich von Woche zu Woche verbessert und gehe nun "mit viel Selbstvertrauen" in die neue Saison.

Los geht es für die Wild Wings am 16. September mit dem schwierigen Auswärtsspiel bei den Adler Mannheim. Nur zwei Tage später empfangen die Schwarzwälder die Düsseldorfer EG zum ersten Heimspiel der Saison. Beides sind Klubs, die Trainer Harold Kreis aus seiner Vergangenheit sehr gut kennt: "Ich musste schon schmunzeln, als ich gesehen habe, gegen wen wir die ersten beiden Spiele bestreiten."

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