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Die Bietigheim Steelers haben es geschafft. Erstmalig hat sich das Team sportlich für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) qualifiziert. Für viele Beteiligte wird ein Traum wahr.

"Einer unter 15" - dies könnte zukünftig das Motto der Eishockey-Mannschaft der Bietigheim Steelers sein. Das Team aus dem Ellental schaffte im finalen Playoff-Spiel um den Einzug in die DEL mit dem 5:2-Sieg gegen die Kassel Huskies den Aufstieg und wird kommende Saison mit 14 weiteren Teams in der ersten Liga spielen. Mit den Adlern Mannheim und den Wild Wings aus Schwenningen sind die Steelers somit das dritte Team aus Baden-Württemberg in der höchsten deutschen Spielklasse.

Aufstieg erstmals wieder möglich

Mit der fünften DEL2-Meisterschaft seit 2009 sind die Bietigheimer nicht nur die Rekord-Champions der Liga. Erstmals seit 2008 ist die Meisterschaft auch gleichbedeutend mit dem sportlichen Aufstieg in die DEL. Eine Veränderung der Ligaverordnung macht dies möglich. Für Steelers Geschäftsführer Volker Schoch ein wahr gewordener Traum, wie er im Gespräch mit SWR Sport erzählt. "Bietigheim zeitgleich mit Köln, Düsseldorf, Berlin und München zu nennen, das ist echt eine Hausnummer. Das ist für uns etwas Schönes."

Emotionale Reise durch die Playoffs

In den Playoffs machte es die Mannschaft ein ums andere Mal spannend. Im Viertelfinale konnten die Löwen Frankfurt mit 3:2 in der Best-of-Five-Serie bezwungen werden. Auch im Halbfinale gegen Freiburg wurde die Serie bis zum letzten Spiel ausgereizt. Der abschließende 5:2-Sieg gegen Kassel, wieder im entscheidenden fünften Spiel, sorgte für die finale Erlösung - vor allem emotional. "Ich habe nur noch geschrieen. Die Gefühle sind rausgebrochen", verrät der 19-jährige Goalie Leon Doubrawa SWR Sport. "Auch mit ein paar Tagen Abstand kann ich es immer noch nicht richtig glauben. Es fühlt sich noch nicht wirklich real an."

Etwa 500 Fans verabschiedeten die Mannschaft lautstark vor der Abfahrt nach Kassel. Bei der Rückkehr in der Nacht waren immer noch einige vor Ort, um mit dem Team - coronakonform - zu feiern.

Ins kalte Wasser geworfen

Ein Highlight in den Playoffs: das dritte Viertelfinalspiel gegen Frankfurt. Beide etatmäßigen Torhüter der Steelers konnten verletzungsbedingt nicht spielen. So kam der erst 19-jährige Goalie Leon Doubrawa zu seinem Playoff-Debüt.

Highlight der Karriere

Während Doubrawas Profikarriere erst beginnt, kann René Schoofs schon auf eine lange Historie zurückblicken. Er ist seit 2001 bei den Steelers und aktueller Rekordspieler der DEL2. Die Meisterschaft mit dem verbundenen Aufstieg ist für ihn auch etwas Neues. "Ich bin über 20 Jahre hier. Für mich ist es etwas Neues, aber sehr schön. Ich bin total happy," so der 36-Jährige gegenüber SWR Sport. "Ich freue mich auch wieder auf die Duelle gegen Schwenningen. Das waren immer geile Spiele."

Silber-Pokal zweckentfremdet

Nach der Pokalübergabe auf dem Eis in Kassel dauerte es nicht lange, bis der zwölf Kilogramm schwere Pokal zweckentfremdet wurde. Mit 22 Liter Fassungsvermögen konnte das Team seinen Erfolg lange und ausgiebig feiern. "Das ein oder andere Bier war im Pokal schon drin. Aber alles coronakonform, natürlich. Wir haben den Pokal immer mit genügend Desinfektionsmittel gereinigt," sagt René Schoofs. Der einzige Wermutstropfen nach dieser langen und anstrengenden Saison ist, dass der Triumph noch nicht mit den Fans gefeiert werden konnte. "Das kommt noch, da bin ich mir sehr sicher."

Letzte Hürde: Lizenzvergabe

Sowohl sportlich als auch finanziell sehen sich die Bietigheimer für die kommende DEL-Saison gut aufgestellt, wie Geschäftsführer Schoch im SWR-Sport-Interview bestätigt. "Die erforderlichen Lizenzunterlagen sind fristgerecht bei der DEL-Geschäftsstelle eingegangen. Wir haben gewissenhaft gearbeitet. Aber der Teufel liegt im Detail." Auch die Bietigheimer-Arena mit einem Fassungsvermögen von 4.517 Zuschauern erfüllt die Grundvoraussetzung für die DEL. Die endgültige Bestätigung der DEL-Geschäftsstelle wird Anfang Juli erwartet.

"Wenn das positive Signal aus Düsseldorf kommt, dann kann ich mich wirklich freuen. Wir haben uns sportlich für die DEL qualifiziert und jetzt hoffe ich, dass im Hintergrund auch alles passt", so Schoch. "Wenn ich den Spielplan in der Hand halte und da steht, Adler gegen Steelers, dann kann ich mich freuen. Dann weiß ich, wir haben es wirklich geschafft."

Bis dahin kann der Steelers-Boss alle weiteren Vorkehrungen für die erste DEL-Saison in Bietigheim vorbereiten und das Motto "Einer unter 15" wahr werden lassen.

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