Die Adler Mannheim haben sich von Trainer Pavel Gross getrennt. (Foto: imago images, IMAGO/Zink)

Eishockey | Adler Mannheim

Adler Mannheim trennen sich von Trainer Pavel Gross

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Nach den schwachen Ergebnissen der vergangenen Wochen haben sich die Adler Mannheim von Trainer Pavel Gross und dessen Assistenten Mike Pellegrims getrennt. Bis zum Saisonende übernimmt vorerst Bill Stewart die Mannschaft.

Der radikale Schnitt mit der Trennung vom einstigen Meistercoach Pavel Gross soll die Saison der Adler Mannheim noch retten. Einen Tag nach dem 0:4 in Bremerhaven und kurz vor dem Auftakt der Playoffs muss der Deutsch-Tscheche beim Topclub der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gehen. Der kanadische Trainer-Rückkehrer Bill Stewart wird drei Spiele vor dem Hauptrunden-Ende und vorerst für den Rest der Saison übernehmen, wie die Adler am Montag mitteilten.

"Wir sind in einer Phase der Saison, in der die Playoffs unmittelbar bevorstehen und die Mannschaft auf dem Weg sein sollte, ihr bestes Eishockey zu spielen. Bedauerlicherweise ging der Trend in die falsche Richtung", begründete Mannheims Clubchef Daniel Hopp.

Zuletzt mussten die Adler Mannheim drei Niederlagen in Folge einstecken

Dreimal nacheinander haben die Adler zuletzt verloren - und das nicht gegen die Topkonkurrenz. Auf ein 3:6 in Iserlohn folgte ein 0:2 in Mannheim gegen Bremerhaven und am Sonntag ein schwaches Spiel in Bremerhaven. In der Tabelle rutschte der eigentliche Titelkandidat auf Platz fünf ab. Das Heimrecht für das Playoff-Viertelfinale wäre damit am Vorrunden-Ende verloren. Die vergangenen Auftritte hatten nicht darauf hoffen lassen, dass die topbesetzten Mannheimer in den Titelkampf eingreifen können.

Kritik an Gross wegen Aussagen zu Corona-Maßnahmen

Schon seit Längerem gilt das Vertrauensverhältnis zwischen Trainer Gross und der Mannschaft als zerrüttet. Über einen Abschied des einstigen Mannheimer Meisterspielers, der die Adler als Trainer in seiner ersten Saison 2019 zum Titel geführt hatte, war bereits spekuliert worden.

Kritik hatte Gross mit Aussagen zu Corona-Maßnahmen auf sich gezogen. Im Dezember hatte er beispielsweise mit Unverständnis darauf reagiert, dass er Verteidiger Thomas Larkin nicht einsetzen durfte. In Larkins näherem Umfeld hatte es einen Omikron-Verdachtsfall gegeben. Hopp hatte sich vor einem Krisengespräch um den Jahreswechsel von Gross distanziert.

Bill Stewart übernimmt vorerst bis zum Saisonende

Gross hatte kürzlich ein Angebot des tschechischen Verbands vorliegen, hatte es aber abgelehnt. Die Adler entschieden sich nun für einen Nachfolger aus den eigenen Reihen. Der 64 Jahre alte Stewart arbeitete zuletzt als Scout für den achtmaligen Meister, nachdem er in der Saison 2017/2018 schon einmal vorübergehend eingesprungen war. Damals hatte der Kanadier die Adler nach einer lange verkorksten Saison noch ins Playoff-Halbfinale geführt. 2001 war Stewart, der in der Vergangenheit oft durch Eskapaden abseits des Spiels auffiel, mit den Adlern als Trainer Meister geworden.

Stewart solle "einen neuen Impuls, einen frischen Wind" bringen, sagte Hopp. Am Dienstag leitet der Kanadier erstmals das Training. Am Mittwoch steht er gegen den Tabellenletzten Krefeld zum ersten Mal in der Verantwortung. Die beiden früheren NHL-Profis Marcel Goc und Jochen Hecht hat er als Co-Trainer an seiner Seite.

Für Ronny Arendt passt das neue Trio an der Bande. "Du holst keinen unerfahrenen Trainer, der noch nie hier war. Sondern du holst drei Leute, die den Verein in- und auswendig kennen und auch mitfiebern", sagte der ehemalige Adler-Profi im Gespräch mit dem SWR.

"Die ersten zwei, drei Spiele wird nicht alles klappen", so Arendt weiter. Die Vorgabe sei jedoch sicher nicht, jetzt "zwei, drei Siege" zu holen, sondern dafür zu sorgen, dass die Mannschaft ab den Playoffs in der kommenden Woche "brennt".

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