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Nach dem enttäuschenden Halbfinal-Aus in der vergangenen Saison, haben sich die Adler Mannheim personell eindrucksvoll verstärkt. Als großer Hoffnungsträger für die Zukunft gilt vor allem der zurückgekehrte Torjäger Borna Rendulic.

Das heiße Gerücht waberte bereits seit einigen Tagen durch die Eishockey-Stadt. Am Mittwoch wurde dann Vollzug gemeldet: Der "verlorene Sohn" ist wieder da, Borna Rendulic kehrt zu den Adlern Mannheim zurück. Und die Fans schlugen in den sozialen Netzwerken verbale Purzelbäume vor Begeisterung: "Ooooh megaaa!" war da zu lesen, "Genial", oder: "Ahhhhhh seid ihr geil Leute", bis hin zu" "the king is back".

Big B Is Back! Ja, ihr habt richtig gelesen. Borna Rendulic trägt wieder unsere Farben und wird für uns die kommenden...Posted by Adler Mannheim on Wednesday, June 2, 2021

Mannheimer Königstransfer Rendulic

Dazu muss man wissen, dass dieser Borna Rendulic kein gewöhnlicher Neuzugang ist, sondern sozusagen der "Königstransfer" für kommende Saison. Der Kroate hatte sich vor dem Pandemie-bedingten Abbruch der Runde in der vorletzten Saison mit 27 Toren und 22 Vorlagen mitten in die Herzen der Adler-Fans geschossen.

Wegen der großen finanziellen Unsicherheit vor der vergangenen Runde mit verspätetem Start und leeren DEL-Arenen, war der 29-jährige Top-Scorer für eine Saison zum schwedischen Klub aus Örebro gewechselt. Und auch dort schoss er wild um sich: 17 Treffer, 21 Assists. Eine klasse Bilanz in dieser bärenstarken Liga.

Die Adler Mannheim haben ihren Torjäger schmerzlich vermisst

Künftig also wird der Knipser Borna Rendulic wieder auf Mannheimer Eis unterwegs sein, und die Freude ist bei allen Beteiligten riesengroß. Denn die Torgefährlichkeit des großgewachsenen Außenstürmers wurde zuletzt gerade beim bitteren Play-Off-Aus gegen Außenseiter Wolfsburg schmerzlich vermisst: "Borna konnte uns in seinem ersten Jahr bei den Adlern vollends überzeugen", sagt Sportmanager Jan-Axel Alavaara. "Umso glücklicher sind wir, dass wir ihn für kommende Saison wieder unter Vertrag nehmen konnten. Seine Scorer-Qualitäten und seine gute Physis sind hinlänglich bekannt".

Klar, dass sich auch der Vollblutstürmer auf seine Rückkehr freut, "weil ich die Adler, die Stadt und die Fans sehr ins Herz geschlossen habe. Das habe ich im vergangenen Jahr vermisst." Außerdem, so Rendulic, "gibt es da noch eine Aufgabe, die wir aufgrund von Corona nicht zu Ende bringen konnten". Will sagen: Borna Rendulic ist heiß auf den Meistertitel mit Mannheim.

Das deckt sich perfekt mit den Plänen der Adler-Organisation. In Mannheim spielt man nicht um die Plätze zwei oder drei. In Mannheim wird traditionell um die Meisterschaft gekämpft. Nicht mehr und nicht weniger.

Top-Neuzugänge im halben Dutzend

Und mit der Hoffnung auf die Rückkehr der Zuschauer in die Mannheimer Arena verbindet sich auch der Aufbruch zu neuen Titel-Hoffnungen. Kurzum, die Adler wollen`s wieder wissen, das Team für die Saison 2021/22 wurde nicht nur mit der spektakulären Rückholaktion von Borna Rendulic hochkarätig verstärkt: Im russischen Jekaterinburg angelten sich die Mannheimer den NHL-erfahrenen Nationalverteidiger-Hünen Korbinian Holzer (33). Der gebürtige Oberbayer steht aktuell mit der deutschen Mannschaft bei der WM in Lettland auf dem Eis und gilt als körperlich präsente Führungsfigur.

Korbinian Holzer (Neuzugang Adler Mannheim) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Imago)
Korbinian Holzer (Neuzugang Adler Mannheim) Imago

Mehr Körperlichkeit bei den neuen Adlern

Auch der beinharte finnische Verteidiger Ilari Melart scheut keinen Zweikampf. Der 32-jährige Nationalspieler wechselt vom neuen schwedischen Meister Växjö nach Mannheim. Dazu kommt von Torpedo Nizhny Novgorod aus Russland der 30-jährige und ebenfalls NHL-erprobte Mittelstürmer Jordan Szwarz. Auch er ein körperlich starker Crack, der dagegenhält und genau weiß, wo das gegnerische Tor steht.

Für neue jugendliche Frische neben den Routiniers soll in Mannheim der vielumworbene Tim Wohlgemuth sorgen. Der 21-jährige Stürmer wechselt aus Ingolstadt an Rhein und Neckar. Wohlgemuth stammt aus Kaufbeuren, schoss in den vergangenen zwei DEL-Spielzeiten immerhin 24 Tore und bereitete 27 vor. Der hochtalentierte Angreifer gilt als einer der besten Spieler seines Jahrgangs und sammelte in acht Länderspielen auch schon Spielpraxis im Nationalteam.

Russisches Talent für Mannheim

Und sozusagen als "Wundertüte" präsentieren die Adler in der kommenden Saison, die am 9. September beginnt, ihren mega-gespannten Fans das russische Supertalent Ruslan Iskhakov. Eine völlig überraschende Verpflichtung, die in der Eishockey-Szene für Schlagzeilen sorgte. Schließlich gilt der erst 20-jährige Angreifer als Talent der Extraklasse: In seiner ersten Profisaison gelangen dem 1,73 Meter kleinen, aber technisch sehenswerten Stürmer in der vergangenen Saison für TPS Turku in der starken finnischen Liga in 54 Spielen immerhin 10 Tore und 28 Vorlagen. Ein Top-Wert für einen Rookie.

Ruslan Iskhakov auf dem Weg in die NHL?

"Ruslan ist ein überaus talentierter Spieler, der hervorragend Schlittschuh läuft, das Spiel lesen und lenken kann", beschreibt Adler-Sportmanager Alavaara den quirligen Ruslan Iskhakov. "Er hat eine große Zukunft vor sich". Man muss kein Prophet sein, um Mannheim als wichtige Zwischenstation des Russen für ein Engagement in der nordamerikanischen Profiliga NHL zu sehen.
Nach der grandiosen Entwicklung der beiden Adler-Talente Moritz Seider und Tim Stützle bis hin zum erfolgreichen zum NHL-Draft, haben sich die Mannheimer mit ihrem Trainerteam um Pavel Gross auch im internationalen Eishockey einen Namen für die perfekte Arbeit mit außergewöhnlichen Talenten gemacht.

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Mannheims Team für kommende Saison steht

Unterm Strich gehen die Adler also die nächsten sportlichen Herausforderungen nominell mit einem top zusammengestellten neuen Team an. Schließlich jagen, neben den vielversprechenden Neuzugängen, fast alle Leistungsträger der vergangenen Saison weiterhin in Mannheim dem Puck hinterher. Nur der bisherige Kapitän Ben Smith wechselte zum Erzrivalen nach München.

Dazu kommt, dass die Adler ihre künftige Mannschaft schon jetzt, vier Monate vor dem Saisonstart, so gut wie komplett haben. Das ist ganz im Sinne von Pavel Gross. Der Meister-Coach von 2019 ist kein Freund später Nachverpflichtungen, er startet gewöhnlich viel lieber mit einem fertigen Eis-Ensemble in die Vorbereitung.

Das ist jetzt der Fall. Und keine Frage, mit diesem Team führt der nächste Titel in der DEL nur über die Adler. Entscheidend aber ist auch bei den namhaften Adlern immer auf dem Eis. Was selbst für einen Könner und Königstransfer wie Borna Rendulic gilt.

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