In der Champions Hockey League sind die Adler Mannheim bereits gut in die Saison gestartet. Hier feiert David Wolf sein Tor gegen GKS Tichy mit der Mannschaft (Foto: Imago, imago images / osnapix)

Eishockey | Adler Mannheim Teamcheck: "Mission Titelverteidigung" der Adler Mannheim in vollem Gange

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Nach vierjähriger Durststrecke feierten die Adler Mannheim am 26. April ihre achte deutsche Meisterschaft. Jetzt strebt das hochkarätig besetzte Team die Titelverteidigung an.

So lief die vergangene Saison

Um es mit einem Satz auszudrücken: Es war die perfekte Saison, die die Adler Mannheim 2018/2019 spielten. Die personelle Runderneuerung im Trainerteam, in der sportlichen Leitung und in der Mannschaft griff auf Anhieb. Das frisch zusammengestellte Team passte in allen Einzelteilen bestens zusammen und entwickelte sich zur überragenden Mannschaft in der DEL. Die Kurpfälzer schlossen die Vorrunde sogar mit einem neuen Punkte-Rekord ab.

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Auch die nachfolgende Playoff-Runde lief wie am Schnürchen. Die Adler setzten sich im Viertelfinale und im Halbfinale souverän gegen Nürnberg und gegen Köln durch. Im Duell der beiden Top-Teams konnte auch Serienmeister München die agilen und hochmotivierten Mannheimer nicht stoppen. Die Adler behaupteten sich in der Final-Serie mit 4:1-Siegen. In der entscheidenden Partie setzte der italienische Verteidiger Thomas Larkin in der Overtime den entscheidenden Puck zum umjubelten 5:4 ins Münchner Netz. Die Folge waren tagelange euphorische Feiern und Umzüge in der Eishockey-Stadt Mannheim.

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Wer kommt, wer geht?

Die Adler haben logischerweise den Kern ihres Meisterteams für die neue Saison zusammengehalten. Ob Torhüter Dennis Endras, die überragenden Offensiv-Verteidiger Joonas Lehtivuori und Mark Katic, oder auch Playoff-Topscorer Andrew Desjardins und der lange verletzte Torjäger Markus Eisenschmid (demnächst wieder im Teamtraining), sie alle stehen auch in der kommenden Saison auf Mannheimer Eis. Verteidiger Thomas Larkin zog sich im Training eine Rückenverletzung zu und fällt nach Angaben des Klubs rund zehn Wochen aus. Der Italo-Amerikaner hatte bereits wegen einer Sperre nach einem brutalen Foul die ersten vier Gruppenspiele der Champions League verpasst.

Nur punktuell haben die Adler ihr Meister-Team verändert und hoffen dabei auf ein leistungsmäßiges Upgrade. Auffallend, dass mit dem Schweden Johan Gustafsson ein zweiter Klasse-Keeper neben Dennis Endras verpflichtet wurde. Für die Abwehr kamen mit dem US-Amerikaner Chad Billins und Nationalspieler Björn Krupp (Wolfsburg) weitere erstklassige Defender.

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Im Angriff wurden die Verträge der Scorer Luke Adam (nach Düsseldorf) und Chad Kolarik (Salzburg) nicht mehr verlängert. Auch der langjährige Kapitän Marcus Kink hatte trotz eines laufenden Vertrags keine Zukunft mehr. Dafür haben die Adler mit dem wuchtigen Kroaten (!) Borna Rendulic (aus Podolsk/Russland) und dem wieselflinken Finnen Jan-Mikael Järvinen (Tampere) andere Spielertypen geholt. Mit Lean Bergmann (20 Saisontore Tore für Iserlohn) kam auch ein begehrter Jung-Nationalstürmer nach Mannheim. Der 20-Jährige steht allerdings auf dem Sprung zu den San José Sharks in die NHL. Dorthin zieht es auch Top-Verteidiger-Talent Moritz Seider, der einen Vertrag bei den Detroit Red Wings unterschrieb, möglicherweise aber ein weiteres Jahr DEL-Spielpraxis in Mannheim sammelt. Und das nächste Supertalent steht auch schon auf dem Sprung, der erst 17-jährige Tim Stützle vom Jungadler-Team konnte in der Saison-Vorbereitung und in der Champions Hockey League erste vielversprechende Spuren auf dem Eis hinterlassen.

Der Trainer

Pavel Gross hat das "Mannheimer Meister-Gen" in sich. Als Spielmacher und Kapitän holte er mit den Adlern 1997, 1998 und 1999 den Titel-Hattrick. Und nach seiner Rückkehr als Cheftrainer im Sommer 2018 sorgte der gebürtige Tscheche sofort für den nächsten Coup und holte die Meisterschaft mit den Adlern. Gross ist ein akribischer Arbeiter, Taktik-Tüftler und Disziplin-Fanatiker. Mit seiner laufintensiven und auf Angriff fokussierten Spielweise begeisterte der 51-Jährige mit seinem Team sofort das Mannheimer Publikum. Ein wichtiges Puzzle-Teil neben Gross ist auch dessen Assistent Mike Pellegrims. Der Belgier war gemeinsam mit Gross ebenfalls ein früherer Meisterspieler der Adler. Dass Mannheim in der kommenden Saison als Meister der Gejagte sein wird, stört ihn nicht: "Ob Jäger oder Gejagte, das ist egal. In Mannheim muss man immer oben mitspielen".

Erwartungen an die neue Spielzeit

In Eishockey-Mannheim ist es wie im Fußball beim FC Bayern München, es zählt nur die Meisterschaft. Das gilt auch für die neue Saison, in die die Adler mit einer nochmals verstärkten Mannschaft gehen. Der jüngste Titel hat die Eishockey-Euphorie in der Kurpfalz weiter entfacht. Stand jetzt wurden bereits rund 7.800 Dauerkarten verkauft, der Rekord von 2015 ist damit überboten. Und schon in den ersten gelungenen Auftritten in der Champions Hockey League machte das neue Adler-Team Lust auf mehr, mit vier Siegen aus vier Spielen haben die Adler Mannheim das Achtelfinale schon vorzeitig erreicht. Keine Frage, die deutsche Eishockey-Meisterschaft 2020 führt nur über den Titelverteidiger aus Mannheim. Als härteste Konkurrenten sieht Trainer Pavel Gross Vizemeister München ("Die haben einen Favoriten-Dauerkarte") und die Kölner Haie.

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