Pavel Gross auf der Trainerbank der Adler Mannheim. (Foto: Imago, imago/Jan Huebner)

Eishockey | Adler Mannheim Pavel Gross bringt den Adlern den Erfolg zurück

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Seit September ist Pavel Gross zurück bei den Adler Mannheim. Mehr als drei Monate thront er jetzt schon mit seinem Team an der Tabellenspitze.

Enorm fokussiert verfolgt Pavel Gross das Training seiner Adler Mannheim auf dem Eis, gibt immer wieder Kommandos und bläst in seine Trillerpfeife. Der 50-jährige Tscheche legt sehr viel Wert auf Disziplin, das scheint seiner Mannschaft gut zu tun. Am 10. Spieltag übernahmen die Adler die Tabellenführung der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Vor dem 40. Spieltag haben sie neun Punkte Vorsprung auf den EHC München, den Meister der vergangenen drei Spielzeiten.

Gross' Team überzeugt vor allem durch eine kraftvolle Offensive, die über viel Tempo verfügt und dieses Tempo auch über drei Drittel halten kann. Ein weiterer Grund für die starke Saison sind die Neuzugänge, die zu überzeugen wissen. Für die war Manager Jan-Axel Alavaara verantwortlich, der selbst erst seit Juli 2018 bei den Adlern ist. Alavaara und Gross kennen sich gut, der Schwede spielte unter Gross in Wolfsburg.

Gross hat in Wolfsburg aus wenig viel gemacht

In Wolfsburg war Gross von 2010 bis 2018 als Cheftrainer tätig. Trotz geringen Etats führte er die Wolfsburger Grizzlys dreimal ins Playoff-Finale, weitere dreimal erreichten die Grizzlys immerhin das Halbfinale.

In dieser Saison soll es mit dem ersten DEL-Titel als Trainer klappen. Gross gibt sich trotz des bisherigen Saisonverlaufs zurückhaltend: "Wir reden noch überhaupt nicht über die Meisterschaft. Es sind jetzt erst mal noch 14 Spiele in der Hauptrunde, in diesen wollen wir uns noch weiter verbessern. Vor den Playoffs werden wir nochmal über unsere Ziele reden, jetzt ist es aber noch zu früh." Zuletzt gewann Mannheim 2015 den DEL-Titel.

Junge Spieler sind wichtiger Bestandteil des Adler-Teams

Ein möglicher Grund für die Zurückhaltung sind die vielen Verletzten, die die Adler momentan beklagen. Stammtorhüter Dennis Endras fällt mit einer Verletzung am Bein offiziell vier Wochen aus, es könnten aber durchaus mehr werden. Schon länger verletzt ist auch Marcel Goc, der sich Ende Oktober die Kniescheibe brach, sein Comeback ist in den nächsten Wochen geplant. Mit Janik Möser, Thomas Larkin und Moritz Seider sind drei weitere Spieler im Krankenstand.

Der erst 17-jähirge Seider gilt als Ausnahmetalent und stand schon in 25 Partien auf dem Eis. Auch Louis Brune (18 Jahre/10 Spiele), Markus Eisenschmid (23/37), Phil Hungerecker (24/39), Janik Möser (23/18) und Samuel Soramies (20/11) sind in ihren jungen Jahren wichtige Bestandteile der Rotation von Trainer Gross. Zusammen kommen sie auf 27 Tore und 27 Assists.

Gross hat sich bei den Adlern schnell eingelebt

Gross ist in Mannheim ein alter Bekannter: Von 1994 bis 1999 spielte er für die Adler, gewann von 1997-1999 dreimal in Serie die deutsche Meisterschaft. "Es sind viele Sachen gleich geblieben", erzählt er, deshalb sei es ihm leichtgefallen, sich wieder einzuleben. Neu sei nur die wunderschöne Arena, "aber an die kann man sich schnell gewöhnen". Außerdem schätzt er am Verein die große Professionalität, "alles ist immer top organisiert".

Am Freitag (18. Januar) müssen die Kurpfälzer bei den Eisbären Berlin antreten, der Hauptstadtclub rangiert aktuell nur auf dem 9. Rang. Erst zwei Spieltage zuvor gewannen die Adler 6:2 gegen Berlin. Am Sonntag ist Schlusslicht Iserlohn zu Gast in der Mannheimer Arena.

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