Mannheims Andrew Desjardins (2.v.l.) schiesst das Tor zum 1:0 vor Mannheims Chad Kolarik (hinten) und dem Nürnberger Oliver Mebus (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Eishockey | DEL Adler Mannheim fegen Nürnberg im ersten Viertelfinale vom Eis

Deutlicher Sieg für die Adler Mannheim: Im ersten DEL-Playoff-Viertelfinale besiegte die Mannschaft von Trainer Pavel Gross die Nürnberg Ice Tigers deutlich mit 7:2 (1:1, 3:1, 3:0).

Damit ging Mannheim in der Serie best of seven mit 1:0 in Führung.

Am Ende eine klare Sache

Nach der Rekord-Vorrunde mit 116 Punkten wurden die Mannheimer ihrer Favoriten-Rolle gerecht. Andrew Desjardins brachte die Gastgeber nach zwölf Minuten in Führung, Ex-Nationalstürmer Patrick Reimer egalisierte im ersten Abschnitt für die Franken (16.).

Doch innerhalb von 119 Sekunden sorgten Nationalspieler Markus Eisenschmid (23./25.) und wieder Desjardins (24.) für einen beruhigenden Mannheimer Vorsprung. Nachdem Leonard Pföderl (39.) noch auf 2:4 verkürzen konnte, stellten Luke Adam (46.), Tommi Huhtala (54.) und Desjardins (60.) mit seinem dritten Treffer den 7:2-Endstand her.

Eishockey | Adler Mannheim Vor den Playoffs: Mannheimer Titel-Geschichten

Eishockey-Towart Erich Weihaupt streckt Pokal in die Höhe (Foto: Imago, imago 12113309)
1980 – die erste Meisterschaft. Torwart Erich Weishaupt mit dem Pokal, damals noch in der 1. Eishockey-Bundesliga. Die Mannheimer waren nur zwei Jahre vorher aus der zweiten Liga aufgestiegen. Imago imago 12113309 Bild in Detailansicht öffnen
Seine Idee funktioniert: Meistertrainer Heinz Weisenbach. Er macht sich im Sommer 78 in Kanada auf die Suche nach Spielern mit deutscher Herkunft. Die können in Deutschland mehr Geld verdienen als in der Heimat. Zwei Jahre später holt er mit vier Deutsch-Kanadiern Mannheims erste Meisterschaft. Imago imago 5870771 Bild in Detailansicht öffnen
Einer dieser Import-Spieler wird zu Mannheimer Eishockey-Legende: Harold Kreis (wird hier geduscht). Der Deutsch-Kanadier bleibt dem Verein treu und holt 1997 zum zweiten Mal den Titel mit Mannheim. Nach 888 Spielen beendet er nach dem Finale seine Karriere. Imago imago 23527 Bild in Detailansicht öffnen
Die Architekten der erfolgreichen 90er-Jahre lassen es sich gutgehen: Adler-Manager Marcus Kuhl (links) und Trainer Lance Nethery. Unter ihnen erleben die Mannheimer von 97-99 drei Meistertitel in Folge. Imago imago 993026 Bild in Detailansicht öffnen
In den drei Meisterjahren gibt es in Mannheim eine große Konstanz in der Mannschaft. Viele Spieler bleiben der Mannschaft durchgängig erhalten. Einer von ihnen: Pavel Gross (mit Pokal), heute Trainer der Adler. Imago imago 19091100 Bild in Detailansicht öffnen
Ein weiterer Meisterspieler 1998: Eigengewächs Jochen Hecht. Zu diesem Zeitpunkt steht das Talent schon beim NHL-Team St. Louis Blues unter Vertrag, spielt aber noch in Mannheim. Nach der Meisterschaft 98 wechselt Hecht dann in die USA. Imago imago 44510 Bild in Detailansicht öffnen
Nachdem der Verein in der Sommerpause pleite ist und unter anderem von SAP-Gründer Dietmar Hopp gerettet wird, ändert sich sportlich nichts: 1999 gibt es die dritte Meisterschaft in Serie. Imago imago 3498210 Bild in Detailansicht öffnen
Titel Nummer fünf folgt mit nur einem Jahr Pause 2001: Die Adler holen 115 Punkte in der Hauptrunde. Ein Rekord, der bis zu diesem Jahr Bestand hatte. Gejubelt wird am Ende auswärts: die Adler holen in München nach Verlängerung den entscheidenden Sieg. Imago imago 314981 Bild in Detailansicht öffnen
Obwohl nur ein Jahr Pause zwischen den Titeln lag, ist das Team ist gegenüber den erfolgreichen 90ern runderneuert. Weit mehr als die Hälfte der Spieler sind neu. Unter anderem dabei: Dennis Seidenberg (rechts) in seiner ersten vollen Profisaison. Imago imago 316068 Bild in Detailansicht öffnen
Ab jetzt müssen sich die so erfolgsverwöhnten Mannheimer etwas gedulden. Erst sechs Jahre später, 2007, holen die Adler die nächste Meisterschaft. Außerdem holen sie auch den DEB-Pokal und werden der erste Double-Gewinner der deutschen Eishockey-Geschichte. Imago imago 2782843 Bild in Detailansicht öffnen
Im Finale forderten die Fans den Einsatz des an Krebs erkrankten Torwarts Robert Müller. Er darf die letzte halbe Minute im Tor stehen, die Adler gewinnen mit 5:2. Müller ist am 21. Mai 2009 gestorben, seitdem ist seine Rückennummer 80 ligaweit gesperrt. Imago imago 2782964 Bild in Detailansicht öffnen
2015 holen die Adler ihren bisher letzten Meistertitel und lassen sich für Erfolg Nummer sieben auf dem Rathaus-Balkon in Mannheim feiern. Imago imago 19652627 Bild in Detailansicht öffnen
18 Jahre nach seinem ersten Meistertitel mit Mannheim spielt der aus den NHL zurückgekehrte Jochen Hecht eine starke Endrunde und wird zum wertvollsten Spieler gewählt. Imago imago 19650909 Bild in Detailansicht öffnen
Noch ist (fast) nichts erreicht: Pavel Gross will nach dem Punkterekord in der Vorrunde (116) jetzt in seiner ersten Saison als Adler-Trainer auch den Titel. Ganz nebenbei kämpft er auch gegen seinen persönlichen Final-Fluch. Von zwölf Spielen im DEL-Finale hat er erst eins gewonnen. Imago imago 39210794 Bild in Detailansicht öffnen

Nürnberg ein Lieblingsgegner der Adler

Nürnberg ist für die Adler ein gern gesehener Gegner in K.o.-Spielen, bei bislang acht Aufeinandertreffen behielten sie stets die Oberhand. Das zweite Spiel der Serie findet am Freitag (19.30 Uhr) in Nürnberg statt.

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