Nach dem Sieg gegen die Nürnberg Ice Tigers will David Wolf mit den Adlern Mannheim ins DEL-Finale einziehen (Foto: Imago, imago images / masterpress)

Eishockey | Adler Mannheim David Wolf will mit den Adlern Mannheim endlich Deutscher Meister werden

Die Adler Mannheim haben sich als erstes Team für das Playoff-Halbfinale qualifiziert. Einer der Leistungsträger ist David Wolf, dessen Vater 1980 mit Mannheim Meister wurde.

Schon Minuten nach Spielende stand Adler-Mannheim-Stürmer David Wolf im Presseraum der Mannheimer Arena - in Zivil, frisch geduscht, in Badeschlappen und kurzer Jogginghose. Er strahlte übers ganze Gesicht. David Wolf war glücklich und zufrieden: "Playoff-Spiele zuhause in ´Monnem´, das ist immer etwas ganz Besonderes", sagte der kräftige und großgewachsene Flügelspieler dem SWR Sport, "die Fans waren hervorragend, haben uns nach vorne gepeitscht, die Choreopgraphien von ihnen, das sieht man nicht alle Tage in der DEL. Umso schöner, dass wir die Serie erfolgreich beendet haben". Ehrenrunde und stehende Ovationen der 12.000 Zuschauer folgten nach dem entscheidenden 7:4 der Adler Mannheim am Sonntagabend.

Endlich das erste Wolf-Tor in den Play-Offs

4:1-Siege in der "Best-of-Seven-Serie" gegen die Nürnberg Ice Tigers, David Wolf und die Adler haben die erste Hürde in Richtung Meisterschaft souverän übersprungen. Das Glück perfekt machte, dass der 29-Jährige Nationalstürmer am Sonntag gegen die Franken endlich auch sein erstes Playoff-Tor in dieser Saison erzielte: "Es war zwar nicht das schönste Tor", sagte Wolf über das zwischenzeitliche 5:3, "ich wurde quasi abgeschossen, und von mir trudelte die Scheibe rein". Aber Hauptsache getroffen, "nachdem ich gegen die Nürnberger zuvor eine Menge Chancen liegengelassen habe". Jetzt sei der "Knoten hoffentlich geplatzt, und ich kann im Halbfinale nachliefern", kündigt David Wolf neue Ruhmestaten an.

Vater "Mannix" Wolf wurde 1980 Champion

Apropos Halbfinale: Noch steht der Gegner nicht fest. Bis zum ersten Heimspiel kommende Woche Dienstag haben die Adler neun Tage Ruhepause: "Zeit, um seine blauen Flecken zu regenerieren, aber auch Intensität und Spannung im Training hochzuhalten", beschreibt David Wolf die bevorstehende Eishockey-Woche. Neun Tage Spielpause, da bleibt sicherlich auch Zeit für David Wolf, sich trotz Playoff-Stress ab und zu um sein im November im Stadtteil Gartenstadt neueröffnetes "Cafe´ Wolfsbau" zu kümmern, oder auch das eine oder andere Fachgespräch mit seinem Vater zu führen. Kurios: Manfred Wolf feierte mit dem damaligen Mannheimer ERC 1980 überraschend die Deutsche Meisterschaft. "Mannix" war seinerzeit unter anderem mit Harold Kreis einer der ersten sogenannten Deutsch-Kanadier, die der damalige Trainer Heinz Weisenbach nach Mannheim holte.

2018 Olympia-Silber mit Deutschland

Sohn David Wolf ist zwar in Düsseldorf geboren, später aber in Mannheim aufgewachsen. Dort lernte er das Eishockey-ABC, wurde mit den Jungadlern Deutscher Meister. Anschließend zog der junge Wolf hinaus in die Welt: Über die Stationen Hannover, Glens Falls und Hamburg kam David Wolf vor drei Jahren zurück in seine Heimatstadt Mannheim. Dort fühlt er sich pudelwohl, dort wurde er auch zur festen Größe fürs Nationalteam: Vor genau einem Jahr holte David Wolf mit Deutschland bei den olympischen Spielen in Korea sensationell die Silbermedeaille. Vater "Mannix" spielte einst sogar zweimal mit Deutschland um Olympische Medaillen, 1984 in Sarajevo, 1988 in Calgary.

"Der Weg zur Meisterschaft ist noch weit"

Fehlt im Reigen der Erfolge der "Eis-Wölfe" nur noch der Deutsche Meistertitel mit den Adlern für Sohnemann David. Champion mit "seinen" Mannheimern, das wäre für den 99-Kilo-Kämpfer auf Vereinsebene das Größte: "Da brauchen wir nicht drüber reden. Aber es ist noch ein weiter Weg."

AUTOR/IN
STAND