Eine Flutlichtanlage vor Abendhimmel (Foto: IMAGO, Imago)

Breitensport | Energiekrise

Das wünschen sich Sportvereine vom Energiepreis-Gipfel

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AUTOR/IN
Michael Richmann

Beim Bund-Länder-Treffen am Dienstag wollen die Länderchefs mit Bundeskanzler Olaf Scholz auch über konkrete Hilfe in der Energie-Krise sprechen. Diese Erwartungen haben Sportvereine an den Energiepreis-Gipfel.

Es geht um Geld und bei einigen Vereinen sogar um die Existenz. Wenn sich Deutschlands Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) treffen, warten Verantwortliche und Mitglieder von Deutschlands Sportvereinen und -verbänden gebannt auf die Ergebnisse dieses Treffens. Denn die Vertreter der Bund-Länder-Runde haben unter anderem die Gaspreise und das dritte Entlastungspaket auf der Agenda. Beim dritten Entlastungspaket der Bundesregierung wurden Sportvereine nicht mitgedacht, wie nicht nur die Sportverbände aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg monierten. Wenn es nach ihnen geht, soll sich das bei dem Treffen am Mittwoch nicht wiederholen.

Viele Sportvereine nicht einmal mehr einen Stromvertrag

Bundesweit haben sich die Strom- und Gas-Kosten der Vereine wegen der Energie-Krise im arithmetischen Mittel vervierfacht. In einigen Extremfällen haben sich sie sogar verzehnfacht. Das Problem: Aufgrund der schwankenden Energiepreise bekommen viele Sportvereine nicht einmal mehr einen Stromvertrag, weil kein Anbieter über einen längeren Zeitraum hinweg feste Preise garantieren will. Die Folge: Immer mehr Vereine müssen ihren Strom direkt vom Terminmarkt kaufen - zu Tagespreisen. Das trifft vor allem energie-intensive Sportarten wie Eishockey oder Schwimmen.

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"Wohl dem, der noch einen Vertrag über das Jahr hinaus hat", sagt daher Harald Link, Vereinsmanager vom SV Böblingen im Interview mit SWR Sport. "Wenn Sie jetzt ehrenamtlich einen Verein führen, vielleicht sogar Gebäude managen müssen und dann gar nicht wissen, wie viel muss ich denn diese Saison für meinen Strom zahlen? Dann kann das schon für die eine oder andere schlaflose Nacht sorgen." Link hatte sich gemeinsam mit 572 Sportvereinen in Baden-Württemberg an die Landesportverbände gewandt und vor einem Vereinssterben wegen der stark steigenden Gas- und Stromkosten gewarnt.

Vorbild Corona-Hilfe

Vergangene Woche hat die Bundesregierung einen "Gaspreisdeckel" beschlossen - jedenfalls grundsätzlich. Wie genau der aussehen soll, ist Teil der Diskussion am Mittwoch. Harald Link hofft, dass die Sportverbände angehört, bestenfalls sogar eingebunden werden, wenn das Gesetz formuliert wird. "Denn es muss vermieden werden, dass wir entweder durchs Raster fallen oder das wir als Vereine sogar ausgeschlossen sind." Dabei komme es auf jedes Komma an. "Und ich denke, je näher man da an die Basis herangeht, desto konkreter sind die Vorschläge", meinte Link. Er sehe daher die Landessportverbände und die Regionalverbände als entscheidende Akteure. "Gut, dass man da auf offene Ohren stößt. Gut, dass unsere Verbände da auch mitziehen und gestalten wollen."

Doch auch Abseits des Gaspreisdeckels erhofft sich Link konkrete Hilfe von der Bundesregierung oder vom Land Baden-Württemberg. Hilfe, wie sie im Zuge der Corona-Krise bereits gewährt wurde: "Für Baden-Württemberg wurde da ein echt gutes Paket aufgesetzt, dass auch sehr gut begleitet wurde. Man wusste recht schnell, was man machen musste und an wen man sich wenden musste. Da hat man auch relativ schnell für Rechtssicherheit gesorgt. Das wurde über die Sportbünde abgewickelt und das hat sehr gut geklappt." Etwas ähnliches wünscht er sich auch diesmal. Wichtig sei, dass es für die meist ehrenamtlichen Vereinsmeier nicht zu kompliziert wird: "Es wäre ja widersinnig, wenn ich für zigtausend Euro einen Steuerberater engagieren muss, der mir einen Antrag schreibt, dann habe ich am Ende nichts gewonnen."

Hilfe bei der Energiesanierung

Ihm ist jedoch klar, dass die Vereine nicht nur nach Hilfe rufen können. Sie müssen auch selbst aktiv werden, um Energie einzusparen. Der Stufenplan des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sei dafür eine große Hilfe (zum Download). Der Württembergische Landessportbund (WLSB) geht sogar noch einen Schritt weiter und bietet seit Juni eine konkrete Energie-Beratung an. "Die gehen dann in die Vereine und schauen sich an, wo genau sie einsparen können und was dafür eventuell noch umgebaut werden muss", erklärte Link. Auch dafür wünscht er sich Unterstützung aus der Politik: "Das wäre vielleicht noch eine Idee, dass man den Vereinen Anreize gibt, selbst energietechnisch nochmal zu sanieren."

Aus der Politik kommen zaghaft positive Signale: "Wir hatten und haben die Belastungen sehr genau im Blick", wird Baden-Württembergs Sportministerin Theresa Schopper auf dem Nachrichten-Portal Echo24.de zitiert. Das stimmt Harald Link für Mittwoch zumindest schonmal leise optimistisch.

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