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Hanteln ruhen, Stepper und Laufbänder stehen still. Viele Wochen schon sind die Fitnessstudios in Baden-Württemberg aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Für den Fall einer Wiedereröffnung müssten die Einrichtungen ein niedriges Infektionsrisiko gewährleisten.

Seit Mitte März sind Fitnessenthusiasten aus Baden-Württemberg auf sich allein gestellt. Denn nicht absolut systemrelevante Einrichtungen – dazu gehören auch Fitnessstudios – haben seitdem ihre Türen verschlossen. Wann sich diese wieder öffnen, ist noch unklar. Betroffen sind sowohl Sportler, die sich in den vergangenen Wochen zu Hause fit halten mussten, als auch die Betreiber der Studios. Bis zum 6. Mai müssen die Anlagen in Baden-Württemberg definitiv geschlossen bleiben, bis dahin gilt die aktuelle Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes.

Wer auch zu Hause seinen Fitnesszustand beibehalten will, kann häufig auf Hilfe aus den Fitnesseinrichtungen zählen. "Wir machen Workout-Videos, beantworten Fragen auf Social Media und bieten Tipps fürs Heimtraining an", erklärt Leon Baldewyck. Er ist Trainer in einer Fitnessanlage in Konstanz. Für das Training zu Hause empfiehlt er Yoga und regelmäßiges Laufen an der frischen Luft. "Das ist gut für die Verbrennung."

Wann sind Lockerungen zu erwarten?

Obwohl andere Sportarten zurzeit Vorrang haben, will man in Berlin auch die Fitnessindustrie nicht vergessen. Erst kürzlich hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weitere Lockerungen im Sport- und Fitnessbereich befürwortet. "Wer sich mit dem nötigen Abstand zu anderen im Fitnessstudio fit hält, sollte das tun können", so Spahn. Möglicherweise gibt es am 6. Mai erste Neuerungen, wenn sich Bundeskanzlerin Angela Merkel das nächste Mal mit den Ministerpräsidenten der Länder trifft.

Alles eine Frage der Hygiene

Aber wären Fitnessstudios überhaupt in der Lage, bei der Wiedereröffnung neue Hygieneregelungen umzusetzen? Das Infektionsrisiko gilt dort als besonders hoch: Geschlossene Hallen mit vielen Sportlern auf engem Raum, die ständigen Körperkontakt mit ihren Trainingsgeräten haben.

Birgit Schwarze, Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes der deutschen Fitness-Industrie, sieht darin kein Problem: "Die festen Stationen machen es möglich, alle Sicherheitsabstände zu wahren." Außerdem sei mit Hilfe von individuellen Trainingsplänen keine persönliche Betreuung nötig. In einem offenen Brief richtete sie ihre Argumente Ende März an Angela Merkel und plädierte für die Öffnung aller Fitnessstudios nach Ostern – ohne Erfolg.

Leon Baldewyck hält Hygieneauflagen auch an seinem Arbeitsplatz in Konstanz für möglich: "Wir können regulieren, wie viele Personen wir gleichzeitig reinlassen. Die trainieren dann für eine Stunde, dann werden sie abgelöst." Außerdem könne man regelmäßig lüften und desinfizieren.

Was passiert mit Verträgen und langfristigen Mitgliedschaften?

Eine außerordentliche Kündigung aus dem über mehrere Monate oder Jahre laufenden Vertrag mit dem Fitnessstudio ist nicht möglich. Allerdings hat jedes Mitglied das Recht, seine Zahlung bei ausbleibender Gegenleistung einzustellen. Um das zu verhindern, kommen die Fitnessanlagen häufig auf ihre Kunden zu und bieten verschiedene Lösungen an. Am verbreitetsten ist wohl ein beitragsfreies (also kostenloses) Training für die gleiche Zeitdauer, die das Fitnessstudio zuvor geschlossen war.

Alternativen dazu gibt es viele, zum Beispiel in Form von Gutscheinen, die entweder an Freunde oder Familie weitergegeben oder zur Aufwertung der eigenen Mitgliedschaft genutzt werden können. In den meisten Fällen können Sportlerinnen und Sportler ihren Vertrag auch für eine Weile stilllegen – hierbei müssen Kunden bis zu einem festgelegten Datum keine Beiträge mehr zahlen, dafür ruhen auch alle Vorteile ihrer Mitgliedschaft.

Für einen genauen Überblick sowie weitere Informationen sollte man allerdings regelmäßig in Kontakt mit seinem Fitnessstudio bleiben. So ist man bestens gewappnet, wenn es dann endlich wieder losgehen kann.

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