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Der Karlsruher Vincent Feigenbutz will Box-Weltmeister werden. Im Super-Mittelgewicht (IBF-Version) boxt er am Sonntag (3 Uhr) gegen den amtierenden Champion Caleb Plant (USA). Bei einem Sieg wäre Feigenbutz der erste deutsche Boxer seit Max Schmeling, der einen WM-Titel in den USA erboxt.

Vincent Feigenbutz steht vor dem größten WM-Kampf seiner Karriere. In der Nacht von Samstag auf Sonntag will der Karlsruher in Nashville (USA) Box-Weltmeister werden. Seine Kampfbilanz ist beeindruckend: Mit 31 Siegen, davon 27 mal durch K.o., ist Feigenbutz auf den Spuren der ganz Großen. "In Amerika, da wären einige von meinen Teamkameraden schon Helden," sagt er SWR Sport.

Rainer Gottwald, sein Manager, bemüht historische Dimensionen, als er vom bevorstehenden WM-Kampf gegen den aktuellen Weltmeister Caleb Plant spricht. "Dieser Junge hat jetzt die Möglichkeit für Deutschland, deutsche Box- und deutsche Sportgeschichte zu schreiben. Vor 90 Jahren hat es zuletzt Max Schmeling geschafft, Weltmeister in den USA zu werden."

Entspannung beim Angeln

Für diesen großen Titel arbeitet "Vince", wie ihn in seinem Umfeld alle nennen, jeden Tag hart. Mindestens dreimal am Tag ist Training. Trotz der großen Chance, die sich ihm am Wochenende bietet, überdreht er nicht. Sein Antrieb: die große Liebe für seinen Sport. "Ich bin mit Herz dabei, deshalb bin ich auch so erfolgreich. Entscheidend ist, dass man mit Herz dabei ist - egal, was man macht."

Das gilt auch für seine große Leidenschaft, das Angeln. Wenn das Wetter mitspielt, sitzt er mit seiner Angelrute am Wasser. Allerdings wird es mit dem Entspannen und der Ruhe immer schwieriger: "Die Menschen breiten sich immer mehr aus. Selbst am Wasser hat man leider keine Ruhe mehr. Die Natur wird immer mehr belastet. Das sieht man auch am Müll, der hier herumliegt. Es ist furchtbar, was die Menschen da treiben."

Minus 115 Grad - Training in Kältekammer

So sehr er auch versucht, Ablenkung zu finden - seine Gedanken sind in diesen Tagen fokussiert auf den großen WM-Fight. "Die USA, das ist die Hochburg des Boxens. Da haben die größten Namen gekämpft. Da kommen die größten Namen her. Das ist natürlich für mich etwas ganz Großes, dass ich dort kämpfen kann." Und dann kommt auch aus seinem Mund: "Vielleicht kann ich ja Geschichte schreiben."

Um sich nach dem Kampf den WM-Gürtel umlegen zu lassen, versucht Feigenbutz alles. Viermal pro Woche schlüpft der Boxer in außergewöhnliche Handschuhe und marschiert in die Kältekammer. Vier Minuten steht der durchtrainierte Athlet die Kälte durch - bei Minus 115 Grad. Doppelt so lange bestünde Lebensgefahr.

Und dann haut "Vince" noch einen martialischen Spruch raus. "Ich habe das Ziel, ihn zu zerstören, und das machen wir auch," lautet seine Kampfansage in Richtung Champion Caleb Plant. Eine Zerstörung muss es ja nicht gleich sein. Ein normaler Knockout würde auch reichen.

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