René Weller war eine "Legende", sagt sein langjähriger Wegbegleiter Rainer Gottwald. Der frühere Boxer Weller ist im Alter von 69 Jahren verstorben. (Foto: SWR)

Ehemaliger Boxer stirbt mit 69 Jahren

Tod von René Weller: Viel Anerkennung aus dem Raum Pforzheim und Karlsruhe

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Mathias Zurawski
Mathias Zurawski (Foto: SWR)

Die Sportwelt trauert um den ehemaligen Boxer René Weller aus Pforzheim. Er ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Seine Weggefährten Rainer Gottwald und Uwe Hück erinnern sich.

Der ehemalige Boxer René Weller bekommt nach seinem Tod viel Anerkennung aus seiner Heimat Pforzheim und aus Karlsruhe. Box-Größen aus der Region sprechen von einer "Legende", die am Dienstag nach langer Erkrankung im Alter von 69 Jahren gestorben ist.

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Box-Promoter erinnert sich: "Er war mehr als der schöne René!"

Rainer Gottwald aus Dettenheim bei Karlsruhe ist Box-Promoter. Als er Ende der 80er-Jahre im Box-Geschäft anfing, war die größte Zeit von René Weller als Boxer schon vorbei. Dennoch waren sie eng verbunden. Es sei eine Hassliebe gewesen, erinnert sich Gottwald.

"René und ich - das war eine Hassliebe. Manchmal war es mehr Hass als Liebe!"

Beide arbeiteten zusammen und auch gegeneinander als Promoter von Box-Veranstaltungen. Sie konkurrierten um Boxer für ihre Veranstaltungen. Da sei es mitunter Spitz auf Knopf gegangen, so Gottwald, der auch Weltmeisterin Regina Halmich aus Karlsruhe betreute. Dennoch habe er viel Respekt vor Weller. Dieser sei damals "der" deutsche Boxer gewesen.

René Weller war eine "Legende", sagt sein langjähriger Wegbegleiter Rainer Gottwald. Der frühere Boxer Weller ist im Alter von 69 Jahren verstorben. (Foto: SWR)
Box-Promoter Rainer Gottwald mit einem Foto von René Weller und Weltmeisterin Regina Halmich aus den 1990er Jahren

Viel Bewunderung für Willen und Ehrgeiz von René Weller

Er habe Wellers Ehrgeiz und seine Trainingsbereitschaft bewundert, erzählt Gottwald. Wäre René Weller zehn Jahre später auf die Welt gekommen und hätte er in den 90er-Jahren die Höhepunkte seiner Karriere erlebt, wäre er ein Weltstar geworden, glaubt der Promoter.

René Weller habe dann große Fehler gemacht, habe zu schnell viel Geld verdienen wollen. Seine Verurteilung wegen Drogenhandels 1999 sei das Ende gewesen. Davon habe sich Weller nie mehr erholt. Dennoch dürfe man ihm nicht immer böse sein.

"René Weller war wirklich der 'schöne René', eine Legende, und als solche soll man ihn auf Händen tragen und schauen, dass er nicht vergessen wird!"

"René Weller hat Pforzheim Anfang der 80er-Jahre groß gemacht"

Ein anderer Weggefährte von René Weller ist der Pforzheimer Uwe Hück. Der Boxer sagt, Weller habe Pforzheim Anfang der 80er-Jahre groß gemacht. Ein "Goldjunge" sei er gewesen für die Goldstadt Pforzheim.

"Pforzheim war bekannt als Goldstadt. Dann kam ein Goldjunge dazu."

Boxer Uwe Hück war ein Weggefährte des verstorbenen René Weller. (Foto: SWR)
Boxer Uwe Hück war ein Weggefährte des verstorbenen René Weller.

Hück lobt das sportliche Können von René Weller. "Er konnte supermäßig boxen, schlagkräftig und mit Siegen", so Hück. Weller habe außerdem "den Playboy" verkörpert und allen Frauen die Augen verdreht.

Uwe Hück ist erleichtert, dass René Weller erlöst wurde

René Weller hat bis zuletzt gegen seine Demenz-Erkrankung gekämpft. "Ich habe ihm gewünscht, dass es jetzt eine Erlösung für ihn gibt", sagt Hück. "Er hat seine Würde zurückbekommen."

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