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Kampfsporttraining ist in Baden-Württemberg unter Auflagen wieder möglich. Was ist im Boxen, Karate, Judo, Ringen, Taekwondo, Ju-Jutsu und Kickboxen erlaubt? Was bleibt verboten?

Am Dienstag, 2. Juni, tritt die neue Sportstättenverordnung in Kraft. Sie erlaubt Sportvereinen, das Training im Innenbereich unter Auflagen wieder aufzunehmen. Zuvor waren nur Aktivitäten außerhalb von geschlossenen Trainingsräumen und Sporthallen gestattet. SWR Sport liefert Ihnen einen Überblick, was ab Dienstag für Kampfsportler wieder möglich ist und was nicht.

Grundregeln für alle Kampfsportarten

Generell gelten für alle Sportarten folgende Grundregeln:

  • Der Trainingsbetrieb soll nach draußen verlagert werden, wenn dies möglich ist
  • Ausrüstung wie Handschuhe dürfen nur von einer Person genutzt werden
  • Die Teilnahme am Training ist nur bei Symptomfreiheit gestattet
  • Matten und andere Geräte müssen nach Trainingsende gereinigt werden
  • Um den Mindestabstand zu garantieren, müssen jedem Trainierenden mindestens 40 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Wenn die Person durch eine Matte oder ein Sportgerät (z.B. Boxsack) an einen Ort gebunden ist, sind 10 Quadratmeter pro Sportler ausreichend
  • Maximal zehn Personen dürfen im Innenbereich gemeinsam trainieren

Folgende Verbote gelten weiterhin:

  • Hochintensives Ausdauertraining, also Übungen bei denen “Sportler sich über längere Zeit an oder über der anaeroben Schwelle bewegen”, bleiben im Indoor-Bereich weiterhin komplett untersagt
  • Partnerübungen, bei denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten wird, sind verboten. Ausgenommen von der Abstandsregel sind direkte Familienangehörige wie Geschwister, sowie Trainierende aus demselben Haushalt

Empfehlungen für einzelne Kampfsportarten

Die einzelnen Spitzensportverbände haben sportartspezifische Übergangsregeln erarbeitet, die der deutsche olympische Sportbund DOSB auf seiner Internetseite sammelt.

Beim Boxen ist Sandsacktraining mit einer Person pro Sandsack erlaubt. Gegebenenfalls muss ein Sandsack freigehalten werden, um die Abstandsregeln einzuhalten. Außerdem werden Zirkeltraining und Fitnessübungen empfohlen. Partnerimitationen dürfen mit einem Abstand von drei Metern durchgeführt werden.

Der Karate-Verband empfiehlt Trainingsformen wie das Grundschultraining KIHON sowie den Formenlauf KATA welche unter Einhaltung des Abstandsgebots möglich sind.

Beim Ringen wird das Training auf Koordinations-, Kraft-, Ausdauer- und Dehnübungen beschränkt. Selbiges gilt für Judo. Perspektivisch hat der Deutsche Judo-Bund bereits in Aussicht gestellt, nach vier kontaktlosen Trainingswochen wieder in Partnerübungen mit festen Trainingspaaren einzusteigen.

Die Sportverbände von Ju-Jutsu, Taekwondo und Kickboxen empfehlen keine spezifischen Trainingsübungen und verweisen auf die Grundregeln.

Wettkämpfe

Der Wettkampfbetrieb ist grundsätzlich ausgesetzt. Es gibt jedoch Ausnahmen: Beim Karate finden in der Disziplin Kata, bei denen die Einzelperformance gefilmt wird, Online-Wettbewerbe statt. Dasselbe gilt beim Taekwondo für die kontaktlosen Disziplinen “Poomsae” und “Bruchtest”. Im Kickboxen sollen e-Tournaments im Formenbereich möglich sein.

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