Viele Boxhandschuhe als Symbol für die Vorwürfe der sexuellen Gewalt  (Foto: imago images, imago images/Panthermedia)

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Verdacht auf sexualisierte Gewalt im Boxsport - Heidelberger Staatsanwaltschaft ermittelt

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Der baden-württembergische Amateurboxsport sieht sich dem Vorwurf der sexuellen Gewalt gegen junge Sportlerinnen ausgesetzt. Drei Personen werden beschuldigt. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Heidelberg ermitteln wegen möglicher sexueller Übergriffe gegen drei Boxtrainer, die am Heidelberger Olympiastützpunkt gearbeitet haben sollen. Wie viele Athletinnen genau betroffen sein könnten, sei noch unklar. Es seien aber viele, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber dem SWR. Ob die Taten alle in Heidelberg stattgefunden haben, könne er nicht sagen. Die Ermittlungen stünden noch ganz am Anfang. Die Taten sollen bis ins Jahr 2012 zurückreichen.

Drei Männer beschuldigt

Der Verdacht richtet sich gegen drei Männer, die im Leistungssportbereich tätig sind. Betroffen ist das olympische Boxen in Baden-Württemberg. Wie die "Stuttgarter Zeitung" zunächst berichtet hatte, wurden schwerwiegende Vorwürfe bis hin zu sexuellem Missbrauch von jungen Athletinnen erhoben. Auch SWR Sport berichtete bereits am 26. Oktober dieses Jahres über den Verdacht, nachdem der Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) einen Tag zuvor mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gegangen war. Eine Sportart war in der Verlautbarung noch nicht genannt worden. Der LSV wies aber damals bereits darauf hin, dass gegen einen beim "LSV angestellten Trainer sowie weitere Personen aus dem Leistungssport, die nicht beim LSV angestellt sind, der Verdacht von sexualisierter Gewalt gegenüber Sportlerinnen vorliegt."

Anonyme Mail

Offenbar hat eine anonyme Mail vom 16. Oktober den nun drohenden Skandal ins Rollen gebracht. Laut Stuttgarter Nachrichten ging das Schreiben, mit schweren Vorwürfen der sexualisierten Gewalt, an die Box-Landesverbände und auch an etliche Box-Vereine in Baden-Württemberg. Laut der Zeitung soll es unter den drei beschuldigten Personen einen Hauptverdächtigen geben, dem schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Es soll sich dabei um mehrere, wohl auch minderjährige weibliche Opfer handeln. Auch gegen die beiden anderen Verdächtigen soll es konkrete Vorwürfe geben.

So mussten sich angeblich minderjährige Boxerinnen zum Wiegen nackt ausziehen, sie wurden angefasst, es soll zu sexuellen Belästigungen verbaler und schriftlicher Art gekommen sein.

Anzeigen liegen vor

"Wir können bestätigen, dass bei verschiedenen Dienststellen Anzeigen erstattet wurden," wird Jonathan Waldschmidt als Sprecher der Staatsanwaltschaft Heidelberg zitiert. Dort werden die Ermittlungen gebündelt. Offenbar gab es bereits Vernehmungen im Einzugsgebiet der Staatsanwaltschaften Stuttgart und Baden-Baden.

Laut dem Bericht habe ein namentlich nicht benannter Insider gesagt, dass es "massive Bedrohungen" gegenüber von Zeugen gab. Einer der Verdächtigen hat die Anschuldigungen der sexualisierten Gewalt entrüstet zurückgewiesen, sprach von üblem Rufmord.

Unschuldsvermutung

Beim Boxverband Baden-Württemberg will sich derzeit niemand zu den schweren Vorwürfen konkret äußern. Es gilt weiter die Unschuldsvermutung. Auch deshalb will der Landesportverband Baden-Württemberg noch keine Namen herausgeben. Deren Präsidentin Elvira Menzer-Haasis machte klar, dass es wichtig sei, die Vorwürfe genau zu beleuchten. "Der organisierte Sport in Baden-Württemberg hat sich in seiner Erklärung zur Kindeswohlgefährung, sexualisierten Gewalt und Missbrauch im Sort dazu verpflichtet, Menschen einen sicheren und postiven Schutz-, Lern- und Förderraum zu bieten. Dieses Versprechen werden wir einhalten."

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