Leon Bauer (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa)

Boxen | Supermittelgewicht Leon Bauer – der Löwe aus der Pfalz

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Am Samstag hat er in der Hamburger "Kuppel" wieder seine Krallen ausgefahren. Leon Bauer hat nicht nur gefaucht, sondern auch seinen Gegner Toni Kraft geschlagen.

Für den erst 21-jährigen Pfälzer war es der 17. Sieg in seinem 18. Profi-Kampf. Er ist aktuell der König im Reich der Supermittelgewichtler. Ein wichtiger Sieg für Leon, der nach dem Kampf sagte: "Ich bin der lebende Beweis, dass du deinen Traum erfüllen kannst, wenn du alles dafür tust."

Jüngster Profi in Europa

Schon mit 16 Jahren hat sich Leon Bauer für den Weg als Profi entschieden. Damals benötigte er eine Ausnahmegenehmigung des Boxverbandes, um ins Profilager zu wechseln. So früh hat sich in Europa noch nie ein Sportler für diesen Schritt entschieden. Er war auch der jüngste Boxer, der schon mit 17 Jahren in den heiligen Hallen des MGM Grand Garden in Las Vegas boxte – und gegen den Russen Ilshat Khusnulgatin gewann.

Familienunternehmen Bauer

Vater Bernd ist seit Jahren Leons Trainer. Dafür hat der gelernte Kommunikationstrainer sogar seinen Job aufgegeben, kümmert sich seitdem nur noch um seinen Sohn und die neu gegründete Boxschule in Hatzenbühl in der Pfalz. In der trainieren übrigens auch Schwester Keana und Bruder Allen, dem viele schon jetzt auch eine ähnliche Karriere voraussagen. Um alles andere im Familienunternehmen kümmert sich Mutter Melanie: vom Papierkram übers Organisieren der Kämpfe bis zu den Fahrten in die Boxarenen dieser Welt.

Sieg gegen Toni Kraft

Drei Wochen hatte sich Leon Bauer mit seinem Vater intensiv in Hamburg auf den Kampf vorbereitet. Unter anderem mit Training im legendären Boxkeller der „Ritze“, wo sich schon Henry Maske, Graciano Rocchigiani oder die Klitschko-Brüder für ihre Kämpfe fit gemacht haben. Für die Boxnacht in der Kuppel sind rund 120 extra aus der Pfalz angereist, um ihren Löwen zu unterstützen. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten konnte Leon Bauer den Kampf in der Endphase der acht Runden für sich entscheiden und einen einstimmigen Punktsieg landen. Auch dank der Unterstützung der Fans, die ihn gepusht haben, wie er nach dem Kampf noch einmal betonte. Seine Fans seien einzigartig. "Die bringen eine Stimmung mit, die bringen eine Energie mit, darum bin ich einfach nur dankbar."

Wunden lecken

Nach dem Kampf ging es für Leon kurz ins Krankenhaus, den Cut an der Augenbraue nähen lassen. Zurück in der Pfalz kann er sich jetzt von den Strapazen der letzten Wochen und des Kampfes erholen – mit dem guten Gefühl, dass der Löwe sein Territorium mal wieder erfolgreich verteidigt hat.

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