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Niko Kappel, Goldmedaillen-Gewinner bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro, hat sich klar für eine Verlegung der Paralympics 2020 in Tokio ausgesprochen. Und spricht damit direkt den Weltverband der Para-Sportler an.

"Wo bitte ist die gesellschaftliche Verantwortung des Weltsports?"

Niko Kappel

So beginnt die Nachricht, die Para-Kugelstoßer Niko Kappel am Donnerstag auf seinem Instagram-Account veröffentlicht hat. Was dann folgt, ist ein eindringlicher Appell an die Verantwortlichen der Olympischen und Paralympischen Spiele, die Großereignisse aufgrund der Corona-Pandemie zu verschieben.

"Wir können auch im Sport nicht so tun, als würden wir die Corona-Pandemie bis Sommer weltweit beenden. Das scheint völlig unrealistisch", schreibt Kappel, der in Schwäbisch Gmünd geboren wurde und in Welzheim lebt. Und er fügt an: "Auch unser Weltverband der Para-Sportler, das IPC, sollte dies bitte jetzt erkennen."

Klare Forderungen von Kappel

Kappel, der sich zuletzt im türkischen Belek auf die Paralympischen Spiele vorbereitet hat, fordert vor allem Klarheit in Bezug auf die kommenden Monate. "Es bringt nichts, die paralympischen Athleten noch länger im Glauben zu lassen, die Spiele würden stattfinden. Es muss jetzt eine Entscheidung getroffen werden, damit sich auch die Paralympics-Sportler weltweit ihrer sozialen Verantwortung widmen können, frei vom Druck, den eigenen Traum einer erfolgreichen Paralympics-Teilnahme zu gefährden", schreibt der 25-Jährige. Und ergänzt:

"Wenn wir ehrlich sind, gibt es aktuell doch viel wichtigeres als Sport."

Niko Kappel

Der Paralympics-Sieger von 2016 und Weltmeister von 2017 äußert dann noch einmal klar seine Botschaft: "Ich bin für eine Verlegung der Paralympics wie selbstverständlich auch die Olympischen Spiele auf einen klar planbaren Termin, am besten ins Jahr 2021."

Kappel bezieht sich in seinem Statement nicht nur auf den Sport, sondern auf viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. "Viele Staaten haben ihre Bürger darum gebeten, die sozialen Kontakte einzustellen, Geschäfte mussten schließen, ganze Branchen liegen am Boden. Auch viele Sportler leiden darunter, da ihre Trainingszentren geschlossen wurden. Qualifikationen fallen aus, die Unsicherheit ist riesig." Und deshalb endet der Appell von Kappel mit vier deutlichen Worten: "Wir müssen handeln. Jetzt!".

#postponeparalympics Wo bitte ist die gesellschaftliche Verantwortung des Weltsports? Viele Staaten haben ihre Bürger darum gebeten, die sozialen Kontakte einzustellen, Geschäfts mussten schließen, ganze Branchen liegen am Boden. Auch viele Sportler leiden darunter, da ihre Trainingszentren geschlossen wurden. Qualifikationen fallen aus, die Unsicherheit ist riesig. Wir können auch im Sport nicht so tun, als würden wir die Corona-Pandemie bis Sommer weltweit beenden. Das scheint völlig unrealistisch. Auch unser Weltverband der Para-Sportler, das IPC, sollte dies bitte jetzt erkennen. Es bringt nichts, die paralympischen Athleten noch länger im Glauben zu lassen, die Spiele würden stattfinden. Es muss jetzt eine Entscheidung getroffen werden, damit sich auch die Paralympics-Sportler weltweit ihrer sozialen Verantwortung widmen können, frei vom Druck, den eigenen Traum einer erfolgreichen Paralympics-Teilnahme zu gefährden. Wenn wir ehrlich sind, gibt es aktuell doch viel wichtigeres als Sport. Ich bin für eine Verlegung der Paralympics wie selbstverständlich auch die Olympischen Spiele auf einen klar planbaren Termin, am besten ins Jahr 2021. Gewinnt dadurch Zeit, für die Organisatoren aber auch für zehntausende Sportler weltweit, ob Para-Sport oder Olympischer Sport. Auch den Organisatoren vor Ort muss klar sein, dass die sozialen Kontakte eingestellt werden müssen. Wir müssen handeln. Jetzt! #proparalympics2021 . . 📷 @bildermacher_sport @teamdeutschlandparalympics @paralympics @paraathletics #corona #covid19 #paralympicgames #postpone #paralympicdream #stayhome #staysafe #homeoffice #tokyo2020 #ioc #ipc #nikokappel #sportverliebt #shotput #teamd #wirfuerd #germany #olympicgames

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