Teamfoto der MLP Academics Heidelberg (Foto: Pressestelle, Andreas Gieser, Lukas Adler)

BBL | Teamcheck

Academics Heidelberg: Mit Schwung in die schwierige zweite Saison

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Ruben Eras

Mit neuem Trainer und viel Bewegung im Team antworten die Academics auf die erste erfolgreiche Saison in der BBL. Ist da etwa Lust auf mehr?

Never change a running system? Nicht in Heidelberg. Trotz des Klassenerhalts in ihrer Aufstiegssaison wechseln die MLP Academics Heidelberg den Trainer und holen sich sechs neue Spieler. Es macht den Anschein, als ob es jetzt um größere Ziele geht, zum Beispiel die Playoffs. Doch die Heidelberger holen nur neuen Schwung, um durch die schwierige zweite Saison zu kommen. Und das obwohl die erste sehr gut verlief:

Klassenerhalt: Check!

Die Heidelberger beendeten die Saison 2021/22 mit 11 Siegen, 23 Niederlagen und 22 Punkten auf Platz 15. Damit ließen sie drei Teams hinter sich und hatten vier komfortable Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Als die Aufsteiger überraschend die ersten drei Spiele für sich entschieden, träumte manch einer von mehr; doch dem Team war klar, dass es nur um den Klassenerhalt gehen kann. Das Heidelberger Eigengewächs Niklas Würzner sprach von "drei Siegen gegen den Abstieg". Auf diesem Polster konnten die Academics, trotz der folgenden Niederlagen-Serien, stets über den gefährlichen Plätzen bleiben.

Niklas Würzner (MLP Academics Heidelberg) (Foto: IMAGO, Nordphoto)
Niklas Würzner schaut in die Zukunft. Er wird noch für mindestens zwei Saisons wichtiger Bestandteil der Academics bleiben. Nordphoto

Viel Umbruch im Kader

Bei den Academics war diesen Sommer reichlich Bewegung im Kader: Brekkot Chapman wechselte nach Japan zu den Koshigaya Alphas. Robert Lowery und Kelvin Martin verließen den Verein ohne neuen Verein. Albert Kuppe, Phillipp Heyden und Courtney Stockard beendeten ihre Profikarrieren. Der Abschied von Albert Kuppe kam überraschend, deshalb ist für Leon Friederici, der eigentlich gehen sollte, wieder Platz im Team.

16.09.2022, Wuerzburg Baskets vs. MLP Academics Heidelberg, easyCredit BBL, Testspiel, Deutschland, Kitzingen, itWheels Arena, Im Bild: Tim Coleman (MLP Academics Heidelberg) (Foto: IMAGO, HMB-Media)
Tim Coleman spielte zuletzt 2021 für die HAKRO Merlins Crailsheim. Nach einer schweren Knorpelverletzung kommt er jetzt frisch zu den MLP Academics. HMB-Media Bild in Detailansicht öffnen
De’jon Davis (in blau, mittig) kommt aus Griechenland von den Apollon Patras nach Heidelberg. Ob als Power Forward oder Center: Die Vielseitigkeit des Big Man, hier 2019 bei CBU, kann Iisalo gut gebrauchen. Nick Wagner Bild in Detailansicht öffnen
Von den Niners aus Chemnitz kommt Eric Washington als neuer Kreativspieler. Der Point Guard soll "vor allem in der Transition, nach Blöcken und aus der Isolation heraus Chancen kreieren" und noch dazu "defensiv mit Einsatz und Leidenschaft spielen", so Iisalo. HMB-Media Bild in Detailansicht öffnen
Lukas Herzog (rechts) spielte zuletzt bei den MHP Riesen Ludwigsburg. Durch hohe Arbeitsmoral und bissige Verteidigung hat der Youngster schon dort viele Minuten sammeln dürfen und freut sich auf mehr in Heidelberg. Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Mit Akeem Vargas bekommen die Heidelberger den ehemaligen Kapitän der BG Göttingen. Der Führungsspieler freut sich darauf in seiner Heimatstadt Heidelberg vor Freunden und Familie spielen zu dürfen. Hubert Jelinek Bild in Detailansicht öffnen
Elias Lasisi spielte schon bei den Crailsheim Merlins erfolgreich mit dem damaligen Assistenztrainer Joonas Iisalo zusammen. Mit viel Erfahrung und starken Würfen kommt er jetzt nach Heidelberg. Lackovic Bild in Detailansicht öffnen

Hinzu kommen Flügelspieler Tim Coleman (32), Power-Forward De’jon Davis (24), Point-Guard Eric Washington (29), Combo-Guard Lukas Herzog (21) und die Shooting-Guards Akeem Vargas (32) und Elias Lasisi (30) zu den Heidelbergern. Zwischen erfolgreichen alten Hasen, jungen Talenten und Eric Washington als Kreativspieler vermitteln. Auch Niklas Würzners Vertrag wurde bis 2024 verlängert.

Neuer Trainer, altes Glück?

Acht Jahre lang hat Branislav Ignjatovic den Posten als Cheftrainer inne gehabt. Jetzt übernimmt der Finne Jonaas Iisalo. Er kommt von den Telekom Baskets Bonn, wo er seinem Bruder Tuomas als Co-Trainer assistierte. Das Bruder-Team brachte Bonn aus dem Mittelfeld auf Platz zwei und schaffte es bis ins Playoff-Halbfinale. Der Finne lässt den Ball viel bewegen und möchte mit attraktivem, schnellem Basketball seine Spielphilosophie auch in Heidelberg erfolgreich umsetzen.

Joonas Iisalo, neuer Trainer der MLP Academics Heidelberg (Foto: IMAGO, Eibner)
Joonas Iisalo ist neuer Cheftrainer in Heidelberg. Eibner

Mit kleinen Brötchen zu den Playoffs

Erfolgreich zu sein bedeutet aber nicht unbedingt hohe Platzierungen zu erreichen. Das Ziel bleibt erstmal das gleiche wie in der Aufstiegssaison: der Klassenerhalt. Sich in der zweiten Saison in der BBL zu etablieren, bleibt eine schwierige Aufgabe für die Academics. In Zukunft seien irgendwann auch die Playoffs das Ziel, so Geschäftsführer Matthias Lautenschläger, aber davor müsse man erstmal eine Basis bauen. Wenn es Iisalo gelingt, die vielen Neuen zu einer Mannschaft zu formen, könnte das funktionieren.

Die Saison startet vor allem für den jungen Lukas Herzog spannend, der aus Ludwigsburg zu den Academics gestoßen ist. Er trifft im ersten Spiel (2.10.) sofort auf seine alten Teamkollegen.

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Ruben Eras

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