Robin Koch vom SC Freiburg im Spiel (Foto: Imago, imago images / eu-images)

Fußball | Nationalmannschaft Robin Koch vom SC Freiburg: Wie der Vater so der Sohn

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Neben Luca Waldschmidt hat Bundestrainer Joachim Löw mit Robin Koch einen weiteren Spieler des SC Freiburg für das Nationalteam nominiert. Das Talent wurde dem Defensivspieler von Vater Harry vererbt.

Der Name Koch hat auf dem Lauterer Betzenberg einen ganz besonderen Klang. Harry Koch trug von 1995 an acht Jahre lang das Trikot des 1.FC Kaiserslautern, feierte Meisterschaft und Pokalsieg und wurde mit seiner wehenden Haarmähne und seiner bissigen Spielweise bei den Fans zur echten FCK-Legende. Einer, der immer Gas gab.

Jetzt wird der Name Koch im deutschen Profi-Fußball weiter veredelt. Der von verletzten Spielern geplagte Bundestrainer Joachim Löw hat Harrys Sohn Robin Koch am Montag für die Länderspiele gegen Argentinien und Estland nachnominiert. Die Frisur ist eine andere, deutlich kürzer, die Leidenschaft aber ist die gleiche: Fußball. Und diese wurde schon im Jahr 2003 deutlich.

Was Vater Harry aber nicht vergönnt war, das schaffte jetzt der Sohn, die Einladung zum Nationalteam. Klar, dass daheim im Hause Koch die Augen des Vaters glänzen: "Er hat mich am Nachmittag angerufen und davon erzählt. Man ist da schon stolz, wenn der Junge das erreicht." Auch beim SC Freiburg ist man natürlich stolz auf Robin Kochs schnellen Karriere-Sprung, zumal mit Torjäger Luca Waldschmidt ein weiterer junger Spieler der Breisgauer in Löws Kader steht.

Robin Koch als Allrounder für Christian Streich

Wie für Vater Harry, so war auch für Sohn Robin der 1. FC Kaiserslautern das Sprungbrett in den Profifußball. Geboren in Kaiserslautern, wurde der 23-Jährige nach dem Umweg Eintracht Trier und der Rückkehr zum FCK 2016 Zweitliga-Profi. Ein Jahr später holte der SC Freiburg den hochbegabten Robin Koch in die Bundesliga. Der großgewachsene Innenverteidiger etablierte sich schnell als wertvoller Allrounder und Alleskönner für Trainer Christian Streich.

"Überragend, wo der überall spielt bei uns. Der spielt auf der Sechs, der spielt auf der Acht. Wenn sie mir das früher gesagt hätten, dann hätte ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen", so der Coach des Sportclub in der letzten Saison. "Klasse, wie er sich fußballerisch weiterentwickelt hat". Generell sieht sich Robin Koch "als Innenverteidiger, aber auch auf der Sechs spiele ich sehr gerne", so der Fußball-Profi vor einigen Monaten in einem Interview mit SWR Sport.

"Die besondere Verbindung zu Kaiserslautern bleibt für immer"

In Freiburg ist Robin Koch der Sprung in die Bundesliga und jetzt auch in den Nationalkader gelungen. Tief im Herzen aber ist er immer ein echter Pfälzer geblieben: "Eine besondere Verbindung zu Kaiserslautern wird immer bleiben, auch wenn ich mir in Freiburg den Traum von der Bundesliga erfüllen konnte". Dass er regelmässig auf Vater Harry angesprochen und mit ihm verglichen wird, geht ihm jedenfalls "nicht auf den Keks".

Ganz im Gegenteil: "Es ist doch schön, in der Familie ein Vorbild wie den Vater zu haben, auf den man aufschauen kann", so Robin, "vor allem wenn man sieht, was er alles erreicht hat, mit der Meisterschaft und dem Pokalsieg in Kaiserslautern". Mit kleinen Tipps hilft Vater Harry Koch seinem Sohn immer wieder gerne, "aber er redet mir nicht rein oder zwingt mir irgendetwas auf", so Robin, "da lässt er mich in Ruhe".

Robin Koch spielte bereits für die U21-Nationalmannschaft

Wie es sich anfühlt mit dem schwarz-weißen Adler-Trikot aufs Spielfeld zu laufen, ist für Robin Koch übrigens nichts Neues. Am 12. Oktober letzten Jahres debütierte er gegen Norwegen beim Ex-Lauterer Stefan Kuntz in der U21-Nationalmannschaft, für die er inzwischen fünf Spiele zu Buche stehen hat. Jetzt also der Einstand bei Joachim Löw.

Der übrigens ist Freiburger und Stammgast auf der Tribüne des Schwarzwald-Stadions. Der Bundes-Jogi kann die Leistungsentwicklung und die Perspektive des Robin Koch also bestens einschätzen. "Von der Planung her war es natürlich unsere Hoffnung, dass er irgendwann in der A-Nationalmannschaft spielt", so Vater Harry Koch, "dass es jetzt so schnell ging, liegt natürlich auch daran, dass so viele Spieler verletzt oder krank sind". Egal, für Robin Koch ist es eine Riesen-Chance.

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