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Furiose Familienauftritte bei den Ludwigsburger Basketballern. Beim Finalturnier in München stehen Jacob und Johannes, die beiden jüngsten Söhne von Riesen-Trainer John Patrick, auf dem Feld. Besonders der 16-jährige Jacob überrascht Gegner und Experten.

Ludwigsburgs Trainer John Patrick ist dafür bekannt, schlummerndes Potenzial in seiner Mannschaft ausfindig zu machen und zu wecken. Beim Finalturnier der Basketball Bundesliga (BBL) in München rücken seine beiden jüngsten Söhne Jacob (16) und Johannes (18) ins Rampenlicht. Beide konnten bereits im Auftaktspiel gegen Vechta wertvolle Spielzeit sammeln. Jacob ist der viertjüngste Spieler, der in der Geschichte der BBL zum Einsatz kam. Am Dienstag legte der 16-Jährige noch eine Schippe drauf. Er stieg zum jüngsten Scorer der Liga auf und verhalf den Schwaben zum 80:77 (37:35)-Sieg gegen die Fraport Skyliners.

Der junge Shooting Guard verwandelte nach 13:41 gespielten Minuten einen Dreier und verbuchte damit im Alter von 16 Jahren, 6 Monaten und 19 Tagen die ersten Punkte seiner Bundesliga-Laufbahn. So jung war bisher kein anderer Scorer seit Beginn der digitalen Datenerfassung 1998. Am Ende kam der Youngster auf acht Zähler gegen die Frankfurter. "Das ist so nebenbei was Schönes. Ich freue mich einfach, dass ich mit der Mannschaft spiele und auch offensiv helfen kann", sagte der Sohn des Ludwigsburger Cheftrainers John Patrick, bei MagentaSport. Dessen Vater äußerte sich stolz: "Es ist cool für ihn. Es ist nur ein Schritt, aber ich freue mich für ihn, als mein junger Spieler und auch als mein Sohn."

Er habe gesehen, dass Jacob physisch stark ist und genügend Fähigkeiten mitbringt, dass er ihn bringen kann. Der Vater vertraut seinem Sohn. Nach dem Auftaktspiel hatte Vater und Trainer John Patrick Jacob dezent gelobt: "Es war gut, dass er nicht zu viel versucht hat. Jacob war nervös und hat sich auf die Verteidigung konzertiert. Das war in in Ordnung so."

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Papa Patrick: "Auf dem Feld bin ich sehr streng"

Beim Umgang mit seinen Söhnen unterscheidet John Patrick (52) klar zwischen Arbeit und Privatleben: "Auf dem Feld bin ich sehr streng mit ihnen, das ist ein professioneller Job. Wir wollen das richtig machen. Zu Hause bin ich dann wieder Papa." Gleichzeitig hofft er, nicht zu viel Druck auf seine Jungs auszuüben. "Was auf dem Feld passiert, bleibt auf dem Feld", so der Vater von insgesamt fünf Kindern.

John Patrick wurde als bester Trainer der Champions-League-Spielzeit 2017/18 ausgezeichnet. Er ist immer beeindruckt, wenn junge Spieler den Mut haben, gegen Profis zu spielen. "Auf dem Feld müssen sie Gas geben und dürfen keine Angst haben. Außerhalb des Feldes sind sie Rookies (Anfänger) und verstehen, dass es eine Hierarchie gibt." Als "Anfänger" stehen für diese jungen Spieler auch mal dienende Aufgaben wie Wäsche tragen auf dem Programm.

Ein außergewöhnlicher Kader

Aus diversen Gründen sind nicht alle Top-Spieler aus dem Ludwigsburger Kader in München dabei. Deshalb nahm der Coach seine beiden jüngsten Söhne mit zum BBL-Finalturnier. "Momentan sind Pfingstferien. Sie haben also keine Schule und konnten "Full Time" mit der Mannschaft trainieren." Patrick senior, außerdem noch Vater von Julian (Trainer der Ludwigsburger U14), Jessica und Judith, betont allerdings, dass der Sport längst nicht so wichtig ist wie das Leben. "Egal, wie das Training lief", sagt er, "man muss trotzdem zu Hause seine Hausaufgaben machen, Müll raus bringen oder mit dem Hund Gassi gehen." Und so ist Jacob vorbereitet, wenn am Montag die Schule wieder beginnt und die Riesen dann noch im Turnier sind: "Ich habe das so organisiert, dass ich das online machen kann."

Ob die Patrick-Brüder im Laufe des Turniers weiterhin regelmäßig zum Einsatz kommen, ist dem ambitionierten Trainer zufolge abhängig davon, wie müde die anderen Spieler sind und ob die Spielerposition des Point Guard, die Position die auch seine beiden Söhne spielen, schon besetzt ist. "Als Rookies haben sie eine Rolle als zehnter, elfter oder zwölfter Mann. Wenn es nötig ist, bringe ich sie natürlich, aber das gilt auch für unsere anderen jungen Spieler."

Im derzeitigen Kader der Riesen Ludwigsburg gibt es gleich fünf Nachwuchs-Basketball-Bundesliga-Spieler im Alter von unter 19 Jahren. Das ist in der BBL derzeit einmalig. Für den weiteren Turnierverlauf gilt es für die Riesen, neues, ungeahntes Potential zu mobiliseren. Trainer John Patrick hat schon oft gezeigt, wie das geht.

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