Basketballerin Luisa Nufer von den Eisvögel USC Freiburg. (Foto: imago images, IMAGO / osnapix)

Basketball | DBBL

Basketball-Meisterschaft: Eisvögel USC Freiburg voller Vorfreude auf Finalserie

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INTERVIEW

Die Eisvögel USC Freiburg spielen in der Finalserie um die Deutsche Basketball-Meisterschaft. Gegner sind die Rheinland Lions. Der Respekt ist groß, das Selbstvertrauen aber auch, sagt die Freiburger Basketballerin Luisa Nufer.

"Es fühlt sich gerade wie ein Traum an, ich kann es auch noch nicht ganz realisieren, dass wir da gerade im Finale stehen", sagt Luisa Nufer und strahlt. SWR Sport hat mit ihr vor dem ersten Spiel der Finalserie am Freitag (22.4.) gesprochen. Von Anfang an spürt man die Vorfreude der Spielerin, des Teams und des ganzen Vereins auf die anstehenden Partien.

Halbfinale spannend bis zur letzten Sekunde

Schon das Halbfinale gegen den Titelverteidiger aus Keltern war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Nufer spricht von einem Basketball-Krimi und ist immer noch überglücklich, dass der Krimi für die Freiburgerinnen ein Happy End hatte. Die Eisvögel lagen vor dem zweiten Spiel der Halbfinal-Serie (Best-of-three) mit 1:0 in Führung und traten dann am Ostersamstag im zweiten Spiel an, in dem sie lange zurück lagen. Wenige Sekunden vor Spielende stand es 91:91. Keltern vergab allerdings einen Drei-Punkte-Wurf und die Eisvögel trafen im Anschluss zum 93:91-Sieg. Damit zogen sie zum zweiten Mal nach 2011 in die Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft ein.

"Mega voller Selbstvertrauen"

Luisa Marie Nufer spielt als Shooting Guard im Damenbasketball-Bundesliga-Team und studiert Mathe und Sport auf Lehramt. Das Studium muss jetzt aber erstmal warten, ihr Fokus liegt voll und ganz auf den kommenden Spielen gegen die Rheinland Lions. Es geht um nichts weniger als die Deutsche Meisterschaft.

Die Stärke der Freiburgerinnen sei der Teamgeist, im Kollektiv gewinnen sie, wie im Halbfinale gegen Keltern. "Wir sind mega voller Selbstvertrauen. Ich finde, dass ist das krasseste Team, glaube ich, mit dem ich je gespielt", beschreibt die 19-Jährige den Spirit in der Mannschaft von Trainer Harald Janson. "Jede einzelne Spielerin aus dem Team gehört zu diesem großen Puzzle."

Dass sie jetzt erst zum zweiten Mal überhaupt nach 2011 im Finale stehen, sei ein "mega cooles Gefühl". Zumal, ergänzt sie, das Team auch die Chance habe, zu gewinnen, "weil wir einfach gut genug sind."

Kräfte sparen für anstrengende Finalserie

Das Pensum, das mit der Finalserie vor den Eisvögeln liegt, ist enorm. Möglicherweise bis zu fünf Spiele, immer kurz hintereinander, dazu die lange Wegstrecke von mehr als 400 Kilometern zwischen Freiburg und Bergisch Gladbach, wo die Rheinland Lions ihre Heimspiele austragen. Kein Wunder, dass das Trainingspensum von eigentlich bis zu neun Einheiten in der Woche etwas zurückgeschraubt wird. Der Fokus liege jetzt auf der gezielten Vorbereitung und der Analyse der gegnerischen Spielsysteme. Und trotz langer Anfahrt gelte es vom Kopf her dann am Freitag "direkt ready" zu sein.

Rheinland Lions: Tabellenführer nach der Hauptrunde

Auch wenn die Freiburger Basketballerinnen als Team überzeugen wollen, offensiv schnell spielen und als junges Team Spitzigkeit und Dynamik in die Begegnung bringen wollen, mit den Rheinland Lions wartet ein harter Gegner. Beide Partien in der Hauptrunde haben die Eisvögel verloren (89:96 und 55:61) und die Lions verfügen über viele erfahrene Spielerinnen. "Das ist so die größte Angst", sagt Luisa Nufer. Sie ahnt, dass die Rheinland Lions mit ihrer Taktik die schnelle Freiburger Aufbauspielerin Shiori Yasuma aus dem Spiel nehmen wollen und die jüngeren Freiburger Spielerinnen so verunsichern wollen. Aber: "Ich glaube, da müssen wir einfach entgegenwirken und darauf gefasst sein, dass sie versuchen, uns aus dem Konzept zu bringen." Yasuma gehört übrigens zusammen mit Hannah Little und Christa Reed zu den Topscorerinnen der Eisvögel.

Heimrecht liegt bei den Rheinland Lions

Da die Freiburgerinnen die Hauptrunde tabellarisch hinter den Rheinland Lions abgeschlossen haben, liegt das Heimrecht der Finalserie beim Team aus Bergisch-Gladbach - deshalb findet das erste Spiel eben auch dort statt. Leichter macht es das für die Freiburgerinnen nicht: "Als erstes Spiel ein Auswärtsspiel, das wird schon hart", so Nufer. Umso mehr freut sie sich auf das zweite Spiel, dann in Freiburg: "Wir haben einfach die besten Fans in der ganzen ersten Liga, also die lautesten und ich glaube auch die meisten. Es bringt halt immer ein super gutes Gefühl und mega Energie.

Die Chance auf den Titel ist da

Trotz der Erfahrung der Gegnerinnen und der langen Auswärtsfahrt, glauben die Eisvögel fest an ihre Chance. Es gebe auf jeden Fall realistische Chancen, "dass wir das gewinnen können". Sie selbst will dazu all ihre Energie aufbringen und das Team unterstützen, keinen einzigen Ball leichtfertig hergeben, das Freiburger Spiel auch schnell machen und schnell punkten.

Dass am kommenden Montag auch ihr Semester wieder startet, kann warten, sagt die Lehramtsstudentin noch lachend. Für sie starte das erst nach der Finalserie. Der Fokus von Luisa Nufer liegt auf der einmaligen Chance, die deutsche Basketball-Meisterschaft zu gewinnen - mit Selbstbewusstsein und mannschaftlicher Geschlossenheit.

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