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Die bayerische Landesregierung hat heute die Erlaubnis für das Final-Turnier der BBL erteilt. Ab dem 6. Juni kämpfen zehn Teams drei Wochen lang um die deutsche Meisterschaft.

Nach dem Start der Fußball-Bundesliga, dürfen nun auch die Basketballer wieder spielen. Das verkündete der bayerische Staatsminister Florian Herrmann am Dienstag auf einer Pressekonferenz. SWR Sport beantwortet alle wichtigen Fragen.

Wer ist dabei?

Von den 17 Teams aus der BBL werden nur zehn Mannschaften antreten, die restlichen Vereine lehnten eine Teilnahme an dem freiwilligen Turnier ab. Unter den zehn Teams sind mit den MHP Riesen Ludwigsburg, ratiopharm Ulm und den Hakro Merlins Crailsheim drei Klubs aus dem Südwesten.

Wie ist der Modus?

Gespielt wird in zwei Fünfergruppen, in denen jeder gegen jeden spielt. Die besten vier aus jeder Gruppe kommen in die Playoffs, bei denen die Teams in Hin- und Rückspiel aufeinandertreffen. Alle Spiele finden innerhalb von drei Wochen im Audi-Dome in München statt. Der genaue Spielplan für das Turnier wird im Laufe der Woche veröffentlicht.

Welche Hygienevorschriften gelten während des Turniers?

Die Teams begeben sich während des Turniers zur Isolation in ein Hotel in München und dürfen keinen Kontakt zu Außenstehenden haben. Die Spieler erhalten Einzelzimmer. Eingesperrt werden soll laut BBL-Geschäftsführer Stefan Holz aber niemand, als Gruppe dürften alle rausgehen, wenn sie unter sich blieben. Im Innenraum des Audi-Domes werden die anwesenden Personen stark begrenzt. Inklusive Spieler dürfen sich 51 Personen in der sogenannten "Aktivzone" rund um das Spielfeld befinden. Im Außenbereich, der sogenannten "Passivzone" dürfen sich 61 Menschen aufhalten, darunter Zeitnehmer und Medienvertreter. Personen aus den beiden Zonen sollen keinen Kontakt zueinander haben. Wenn der Ball aus der Aktivzone fliegt, muss er danach desinfiziert werden.

Staatsminister Herrmann zeigte sich sehr überzeugt vom vorgelegten Hygienekonzept, in dessen Rahmen das "Quarantäne-Turnier" stattfinden soll.

"Das Hygienekonzept von der BBL umfasst 58 Seiten. Da ist alles reglementiert. Ich glaube, am Ende wird es hier in Deutschland keinen sichereren Ort für die Spieler geben", zeigte sich auch Ulms Geschäftsführer Thomas Stoll überzeugt.

Wie läuft die Vorbereitung?

Die Teams dürfen unter strengen Auflagen trainieren. Alle Spieler werden mindestens zweimal pro Woche getestet und dürfen lediglich Kontakt zu ihren Familien haben.

Neuzugänge und Abgänge

Für das anstehende Finalturnier hat die BBL die Transferregelungen gelockert. So sind im Bedarfsfall maximal zwei Neuverpflichtungen erlaubt.

Crailsheim löste Anfang Mai den Vertrag mit Aufbauspieler Jan Span auf. Auch Center Aaron Jones verließ die Merlins, um bei seiner Familie in den USA zu sein. Bei Quincy Ford hingegen gab es einen Sinneswandel. Der US-Amerikaner hatte zuerst seinen Vertrag auflösen wollen, wird nun aber mit von der Partie sein. Die Merlins reagierten bereits auf die Abgänge und verpflichteten David Brembly vom Mitteldeutschen BC sowie Marvin Ogunsipe von den Hamburg Towers.

Bei den MHP Riesen ist laut Pressesprecher Lukas Robert noch nichts in Stein gemeißelt. Alle US-Amerikaner im Team der Ludwigsburger seien zu Beginn der Pandemie in die USA zu ihren Familien gereist. Gegenüber SWR Sport verrät Robert, dass sich Cameron Jackson und Thomas Wimbush bereits wieder in Deutschland befinden. Bei den restlichen fünf Amerikanern ist die Rückkehr noch nicht sicher, man sei aber zuversichtlich, dass auch diese Spieler trotz des Gebots der Freiwilligkeit in dieser Woche zum Training anreisen werden.

Ratiopharm Ulm sicherte sich in der vergangenen Woche die Dienste von Thomas Klepeisz. Der Guard kommt von den Basketball Löwen Braunschweig, die nicht am Finalturnier teilnehmen werden.

Was sagen die Südwest-Klubs?

Crailsheims Geschäftsführer Martin Romig freut sich auf das Turnier: "Das spannendste wird zu sehen sein, wie weit alle Mannschaften wieder auf einem gewissen Niveau sind. Der deutsche Basketball steht jetzt im Rampenlicht und wir haben die Chance, uns von unserer besten Seite zu präsentieren", so der 52-Jährige in einer Pressemitteilung.

Alexander Reil, 1. Vorsitzender der MHP RIESEN Ludwigsburg und BBL-Präsident appelliert an die Besonnenheit aller Beteiligten: "Diese besondere Situation erfordert jetzt von allen Beteiligten, insbesondere den Spielern, Trainern und Betreuern ein hohes Maß an Bereitschaft und Disziplin. Auch hierfür möchte ich mich schon jetzt bei allen Akteuren bedanken. Wir müssen jetzt vorbildhaft zeigen, dass sich größtmöglicher Gesundheitsschutz und eine gewisse Rückkehr zur Normalität gut vereinbaren lassen"

Thomas Stoll von Ratiopharm Ulm freut sich auf das Turnier: "Die Jungs haben Bock, sie wollen spielen das ist ihre Leidenschaft. Es ist so wie Kloppo gesagt hat, wir haben alle angefangen ohne Zuschauer. Wir haben alle angefangen, diesen Sport zu lieben, als wir als Kind irgendwo auf dem Freiplatz oder im Verein gespielt haben. Diese Begeisterung sehe ich bei den Jungs."

Wo sind die Spiele zu sehen?

Der Telekom-Sender MagentaSport zeigt alle Spiele des Turniers live. Darüber hinaus wird auch SPORT1 ausgewählte Spiele parallel im Free-TV zeigen. Ludwigsburgs Pressesprecher Robert deutete an, dass man an verschiedenen Modellen arbeite, mit denen man die Fans trotz Geisterkulisse während des Turniers teilhaben lassen wolle. Es gebe aber noch nichts konkretes zu vermelden.

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