Die beiden rheinland-pfälzischen Basketball-Nationalspieler Johannes Thiemann und Isaac Bonga (Foto: Imago, picture-alliance / Reportdienste, Jan Huebner)

Basketball | Nationalmannschaft Thiemann und Bonga - Energizer und Rohdiamant

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Die Basketball-Nationalmannschaft ist in Trier in ihre WM-Vorbereitung gestartet. Mit dabei: Die beiden gebürtigen Rheinland-Pfälzer Johannes Thiemann und Isaac Bonga.

Er ist 2,06 Meter groß, wiegt gut 100 Kilogramm und ist einer der besten Center-Spieler in der Basketball-Bundesliga: Johannes Thiemann, 25 Jahre, geboren in Trier und aufgewachsen in Franken. Seine Stärke ist seine Athletik und diese kann er besonders gut unter dem Korb einsetzen. Neben Rebounds ist Thiemann in der Verteidigung für die körperlich stärkeren Gegenspieler zuständig, im Angriff rollt er des Öfteren zum Korb ab und schließt dort gerne per Dunking ab. Der 25-Jährige bringt durch seine harte Spielweise Schwung ins Team und bezeichnet sich auch selbst als "Energizer".

Beim WM-Lehrgang der Nationalmannschaft, für den Bundestrainer Henrik Rödl seinen vorläufigen 16-Mann-Kader nach Trier zitiert hat, will Thiemann sich für die Basketball-Weltmeisterschaft (31. August bis 15. September) in China empfehlen. Am Sonntag steht der erste WM-Test gegen Schweden an. Anschließend will Bundestrainer Rödl mit nur noch 14 Spielern zum nächsten Test nach Hamburg reisen. Im weiteren der Verlauf der Vorbereitung werden nochmals zwei Spieler aussortiert und Thiemann tut alles, um am Ende noch im Kader zu sein.

Thiemann: Erfolgreiche und schöne Zeit in Ludwigsburg

In Deutschland und Europa hat sich Thiemann bereits bewiesen. Von 2016 bis 2018 war er in Ludwigsburg ein Leistungsträger und erlebte im Schwabenland "zwei sehr erfolgreiche Jahre", wie er selbst sagt. Bei Alba Berlin machte der Nationalspieler in der vergangenen Saison dann den nächsten Schritt und hatte großen Anteil daran, dass die Berliner in Bundesliga, Pokal und Eurocup im Finale standen. Für das Nationalteam debütierte er im Juli 2016, seitdem ist er dort ein fester Bestandteil. Bei der Europameisterschaft 2017 war er als Ergänzungsspieler dabei, in der Qualifikation für die anstehende Weltmeisterschaft bestritt er zehn der zwölf Spiele. Dass er nun - trotz der großen Konkurrenz durch die NBA-Spieler - im vorläufigen WM-Kader steht, sei für ihn eine "große Ehre".

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Der zweite Rheinland-Pfälzer beim Lehrgang in Trier ist der Koblenzer Isaac Bonga. Mit gerade einmal 19 Jahren ist er der jüngste im Kader. Er gilt als großes Talent mit enormen Potenzial - ein Rohdiamant sozusagen. Welche Möglichkeiten in Bonga stecken haben auch bereits die US-Amerikaner bemerkt. Vergangenes Jahr wurde er von den Los Angeles unter Vertrag genommen und debütierte in der besten Basketball-Liga der Welt, wo der Koblenzer in der abgelaufenen Saison der jüngste aktive Spieler war. In der kommenden Spielzeit wird er für die Washington Wizards auflaufen, wo er sein Spiel "verbessern möchte" und mit dem Team "die Play-Offs erreichen will".

Bonga: Fähigkeiten eines Aufbauspielers, Maße eines Flügelspielers

Was Isaac Bonga so besonders macht, ist seine Spiel-Übersicht in Verbindung mit seiner Größe. Der Koblenzer kann gut mit dem Ball umgehen und seine Teamkollegen gut in Szene setzen - klassische Fähigkeiten eines Aufbauspielers. Mit 2,03 Meter Körpergröße und einer Armspannweite von 2,13 Meter hat Bonga aber eher die Maße eines Flügelspielers und ist den meisten anderen Aufbauspielern körperlich überlegen. Seine Schnelligkeit und Körpergröße ermöglichen es ihm, mehrere Positionen zu verteidigen - eine unheimlich wertvolle Fertigkeit im modernen Basketball.

Vor seiner Zeit in der NBA spielte der Koblenzer für die Frankfurt Skyliners in der Bundesliga. Während dieser Zeit debütierte Bonga im Febuar 2018 für die Nationalmannschaft. Mit gerade einmal 18 Jahren und drei Monaten wurde er damals zum jüngsten Debütanten in der Geschichte des Deutschen Basketball-Bundes (DBB). Jetzt ist er zum zweiten Mal im DBB-Team dabei und weiß "was auf ihn zukommt".

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Ob die beiden Rheinland-Pfälzer Johannes Thiemann und Isaac Bonga es am Ende in den WM-Zwölfer-Kader schaffen, wird sich zeigen. Beide gelten als Wackelkandidaten, die aber auch durchaus Argumente für eine Nominierung vorweisen. Thiemann und Bonga geben derzeit in jedem Fall alles, um Bundestrainer Henrik Rödl zu überzeugen.

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