Symbolbild Schwimmerin (Foto: IMAGO, imago0167763078h)

Energiekrise | Schwimmen

Nach Corona-Pause: Wieder kein Schwimmtraining wegen Energiekrise?

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Schwimmbäder waren während der Corona-Pandemie phasenweise lange geschlossen, Vereine konnten nicht trainieren, Kinder nicht in Kursen schwimmen lernen. Leiden die Schwimmerinnen und Schwimmer wegen der Energiekrise jetzt wieder?

Noch ziehen sie im Mainzer Taubertsbergbad ihre Bahnen, die Schwimmerinnen und Schwimmer der SG EWR Rheinhessen. Fünf Schwimmvereine aus der Region haben sich zusammengeschlossen, um vor allem Leistungssport zu betreiben. Auch ambitionierte Kaderathleten sind dabei. Sie müssen sich vorerst keine Sorgen aufgrund der Energiekrise machen, so Vize-Präsident Christopher Mertens: "Für die Leistungssportler wird es wahrscheinlich keinen immensen Einfluss haben. Die Leute, die im Kader sind, die hatten auch während Corona relativ gute Trainingsbedingungen. Aber es geht klar um den Breitensport, der ist ganz besonders hervorzuheben."

Kinder und Breitensport leiden unter der Situation

Schon während der Hochphase der Corona-Pandemie waren in Rheinland-Pfalz monatelang alle Schwimmbäder geschlossen. Hobby-Schwimmerinnen und -schwimmer, aber auch Kinder, die Schwimmkurse besuchen wollten, konnten nicht ins Wasser. Aktuell sind die Wartelisten für Schwimmkurse enorm lang, auch die SG EWR hat Probleme, kann in den Mainzer Bädern meist gar keine Schwimmschul-Aktivitäten anbieten: "Also unsere Ausbildung findet per se immer relativ schwach bis gar nicht statt. Wir müssen immer ausweichen auf Lehrschwimmbecken, und gerade diese Schwimmbecken werden dann ja auch unter der Energiekrise wieder besonders getroffen. Die würden wahrscheinlich, laut Plan, relativ früh oder als erstes abgeschaltet werden", erklärt Mertens.

Preissteigerungen unumgänglich, auch Bad-Schließungen sind ein Thema

Auch wenn sich der Vize-Präsident des Schwimmvereins etwas anderes wünschen würde, ausschließen kann er Schließungen von Schwimmbädern nicht: "Wir kriegen das ja alle gerade mit, die Preise in allen Lebensbereichen explodieren. Und ich kann mir kaum vorstellen, dass das jetzt im öffentlichen Raum eine Ausnahme sein sollte."

Sehr sicher werden die Vereinsmitglieder mit Preissteigerungen rechnen müssen. Als gemeinnütziger Verein darf die Schwimmgemeinschaft keinen großen Überschuss erwirtschaften, hat dementsprechend keine Rücklagen. Wenn durch die steigenden Energiekosten auch die Kosten für die Bahnmieten steigen, so muss der Verein das auf seine Mitglieder umlegen: "Bei den Wochenstunden, die wir hier abrufen, sprechen wir da auf jeden Fall über eine hohe fünfstellige Summe, die da on top dazukommt. Das können wir als Verein nicht so ohne Weiteres kompensieren." Nach den zwei Coronajahren wäre eine Beitragserhöhung für den Verein die nächste Hiobsbotschaft, so Mertens.

Situation in Mainz schon immer schwierig

Die Trainingsbedingungen in Mainz waren für Schwimmerinnen und Schwimmer noch nie optimal. Es gibt zu wenig Bäder und Bahnzeiten für die Vereine. Noch funktioniert es aber: "Wettkämpfe sind auf jeden Fall noch gegeben, wir haben auch schon einen Wettkampfplan, wie diese Saison verlaufen wird. Die letzten Wochen hatten wir teilweise sogar wirklich Probleme mit den Bahnen und Platzprobleme, weil wir einfach zu viele auf einer Bahn waren. Die Zeiten sind zwar hart, aber ich denke, man muss sich da einfach durchkämpfen", erklärt der deutsche Jugendmeister über 100 Meter Brust, Mathis Schönung.

Keine Traglufthalle im Taubertsbergbad

Im letzten Jahr gab es Entlastung, weil im Mainzer Taubertsbergbad eine Tragluft-Schwimmhalle aufgebaut wurde. Aber in diesem Jahr ist aufgrund der steigenden Energiekosten von städtischer Seite entschieden worden, diese nicht mehr zu betreiben, erklärt Christopher Mertens. "Das heißt, Vereine und die Öffentlichkeit müssen wieder näher zusammenrücken, es gibt Kapazitätsengpässe für alle Beteiligten und da würde man sich wünschen, dass alle Seiten etwas Verständnis haben und dass wir bestmöglich durch die Krise durchkommen."

Einschränkungen wird der Schwimmsport wohl auch in dieser Krise wieder hinnehmen müssen. Weniger Wasserzeiten bis hin zu möglichen Schließungen ganzer Bäder. Und wahrscheinlich werden die Wartelisten für Kinder, die Schwimmen lernen wollen und müssen, weiterhin immer länger.

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