STAND
REDAKTEUR/IN

Für Leistungsturner herrschen derzeit harte Zeiten, denn die Stützpunkte und die Turnhallen sind aufgrund der Corona-Krise geschlossen. Doch seit einem Jahr gehört eine Disziplin zum offiziellen Wettkampfprogramm des Internationalen Turnverbandes, bei der man gar keine Turnhalle braucht - und zwar Parkour.

Der Parkoursport kommt ursprünglich aus Frankreich und wurde in den 1980er Jahren in Großstädten erfunden. Andy Haug aus Freudenstadt ist Deutschlands Parkour-Pionier - und braucht für seine Turn-Disziplin weder Reck noch Ringe, geschweige denn eine Turnhalle. Denn egal wo: Ob Mauern, Geländer oder Treppen, ob Sprünge, Drehungen, oder Landungen - Training geht im Parkour-Sport überall.

Beim Laufen von Stein zu Stein

Das nutzt Haug natürlich aus. Derzeit macht er so viel Konditionstraining wie noch nie zuvor, joggt etwa stundenlang alleine durch den Schwarzwald. Nur geradeaus zu laufen ist ihm dabei zu wenig. "Ich suche immer nach geeigneten Steinen. Man kann von Stein zu Stein springen", sagt Haug bei SWR Sport. Das Flussbett der Murg etwa sei perfekt für das Training, so Haug.

Die Parkour-Weltmeisterschaft in Hiroshima, Japan, ist wegen der Corona-Pandemie längst abgesagt. Das habe richtig weh getan, so Haug. Jetzt hofft er, dass es im kommenden Jahr mit der WM und den World Games klappt. Außerdem soll Parkour bei den Olympischen Spielen Tokio als Demonstrations-Sportart dabei sein.

Je nach Land unterschiedliche Voraussetzungen

Aktuell hält Haug auch Kontakt zu seinen Parkour-Kollegen in aller Welt. "Die Chinesen hängen seit Anfang Dezember in Chile fest, kommen nicht mehr nach Hause", berichtet er: "Die Italiener und Russen dürfen gar nichts machen, sind zu Hause in der Wohnung eingeschlossen. Ich darf immerhin joggen, kann Beweglichkeit und Kraft trainieren. Richtig gut soll es in den Niederlanden sein, da sind sogar die Parkour-Parks nicht abgesperrt worden."

Der Parkour-Park in Baiersbronn, den Haug selbst entworfen und mit einer Architektin realisiert hat, ist mit Flatterband abgesperrt worden, hier geht nichts. Aber, so der Spezialist, irgendwann werde es auch wieder weitergehen. Und dann kann er wieder richtig loslegen.

STAND
REDAKTEUR/IN