Ein Headis-Spieler im Trikot des 1. FC Kaiserslautern spielt gegen einen Spieler im blauen Trikot in der Sporthalle der TU Kaiserslautern. (Foto: SWR, Luis Bracht)

Serie: Im Schatten des Fußballs

Kaiserslautern und der FCK als Hochburg für Headis

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Christina Menner

Mit Kaiserslautern verbinden die meisten Sportfans den "Betze" und Fußball. Doch die Stadt ist auch für eine andere Sportart eine Hochburg: Headis.

Am 15. Juli startet für den 1. FC Kaiserslautern die 2. Bundesliga. Der "Betze" wird wieder zum Treffpunkt des Fußballs. Nicht weit davon gibt es noch ein anderer Sport, der auch eine Abteilung beim FCK hat: die Headis. Aus einer fixen Studenten-Idee ist heute eine Sportart und ein Unternehmen mit Sitz in Kaiserslautern geworden.

Die Sportart Headis, oder Kopfballtischtennis, wurde 2006 vom damaligen Saarbrücker Sportstudenten René Wegner in einem Freibad in Kaiserslautern erfunden. Da der Fußballplatz belegt war, die Tischtennisplatte aber frei, fingen er und seine Freunde an, den Ball nur mit dem Kopf über das Netz zu spielen. Seit der Gründung hat sich der Sport, vor allem an Universitäten, weiterentwickelt und auch die Begeisterung ist gestiegen. "Die Entwicklung geht immer weiter nach oben", meint auch FCK-Headis-Spieler Marcus Reeg im Gespräch mit SWR Sport.

Aber was ist Headis überhaupt genau?

In der Halle steht nicht viel: Tischtennisplatten und ein paar Bälle. Es braucht aber auch nicht mehr. Der spezielle Headis-Match-Ball aus Gummi wiegt 100 Gramm und hat einen Umfang von 50 Zentimeter. Gespielt wird eigentlich wie beim Tischtennis, nur einen großen Unterschied gibt es: der Ball wird mit dem Kopf hin und her gespielt. Um zu gewinnen muss man als Spieler zwei Sätze gewinnen. Ein Satz gilt als gewonnen, wenn ein Spieler zuerst elf Punkte erreicht hat.

Das Training läuft anders als bei anderen Sportarten ab. Statt bestimmten Übungen spielen die Akteure mehrere Partien gegeneinander. Genau aus diesem Grund ist Headis auch ziemlich einsteigerfreundlich. "Man kann innerhalb von fünf Minuten das Spiel lernen und hat dabei Spaß", betont Europameister Reeg. Die Spiele sind von der Dynamik sehr unterschiedlich. Die einen spielen sich den Ball hin und her, bei anderen kann man beobachten, dass sie auch mal direkt auf die Platte springen.

Kaiserslautern als Hochburg für den Headis-Sport

Kaiserslautern gilt als Schaltzentrale der Headis-Welt. Der hier sitzende Verband organisiert viele nationale und internationale Turniere. Am kommenden Samstag findet mit "Headis is back" sogar ein Weltcup in der Pfalz statt. Auch das Finale des Weltcups, die World Championship, wird im Dezember in der "Mutterstadt" des Headis ausgetragen. Theoretisch kann auch jeder bei solchen Turnieren mitmachen. Einfach anmelden, einen guten Spielernamen überlegen, und wenn man möchte, kann man sich auch ein verrücktes Kostüm ausdenken.

Großer Einfluss auf die Entwicklung des Sports hatte der 1. FC Kaiserslautern. Vor der Corona-Pandemie trainierten die Spieler auch in Sporthallen auf dem Betzenberg. Vor allem für gute Kontakte sei der FCK gar nicht so schlecht.

Der Weg geht immer weiter nach oben

Ausruhen auf diesen guten Kontakten will sich bei den Headis aber niemand. Es soll für den Sport immer weiter nach vorne gehen. Mit Erfolg: In Deutschland sowie im Ausland wird die Sportart mit den Headis-Welt-Cup-Turnieren, der Weltmeisterschaft und Europameisterschaft von Jahr zu Jahr größer. Bekannt wurde Headis auch, als es bei TV-Shows wie "TV Total" und "Schlag den Raab" im Fernsehen gespielt wurde. Für FCK-Spieler Reeg sei die Entwicklung vom Headis im letzten Jahrzehnt sein persönliches Highlight gewesen.

Marcus Reeg hofft in der Zukunft vor allem auf Zuwachs in der Jugend, der hat während Corona gefehlt. Allgemein ist er optimistisch: "Am Ende vom Tag könnte Headis sogar olympisch werden."

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Christina Menner

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