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Fußballtraining, Gardetanz, Judo - drei Monate lang war während der Coronakrise Sport mit Körperkontakt nicht möglich - mindestens anderthalb Meter Abstand waren Pflicht. Von Mittwoch an können die SportlerInnen in Rheinland-Pfalz aufatmen. 

Die 10. Corona-Bekämpfungsverordnung der Landesregierung erlaubt Sport mit bis zu zehn Personen ohne Abstand, egal ob drinnen oder draußen. Mit der Neuregelung kann zum Beispiel Basketball wieder regulär gespielt werden. Auch Wettkämpfe sind jetzt erlaubt. Für viele andere Sportarten wie Fußball gilt: Zweikämpfe oder Spielsituationen üben - wie drei gegen drei oder fünf gegen fünf - ist kein Problem mehr. Tatsächliche Spiele bzw. Wettkämpfe sind aber noch nicht erlaubt, wenn mehr als zehn SportlerInnen zusammen kämen.

Nach Angaben des Landessportbunds Rheinland-Pfalz (LSB) können durch die Neuregelung rund 1,4 Millionen SportlerInnen im Land nun wieder in die über 6.000 Sportvereine zurückkehren. Auf Anfrage des SWR kritisierte Christof Palm, Sprecher des LSB, allerdings die Grenze von bis zu zehn Sportlern: "Würde der Verordnungsgeber diese Grenze auf 14 Personen anheben, dann wären neben Basketball auch wieder ‚echte Spiele‘ im Handball, Volleyball oder Hockey in der Halle möglich."

Breitensport in RP: das ist in den einzelnen Sportarten wieder erlaubt!

Corona | Breitensport Breitensport in RP: das ist möglich!

Bei bis zu maximal zehn Personen sind Zweikämpfe im Fußball wieder erlaubt. Überschreitet die Gruppengröße diese Zahl, muss auch während den Übungen ein Abstand von 1,5-Meter eingehalten werden. Selbiges gilt für ähnliche Sportarten im Freien wie Hockey oder Rugby. (Foto: Imago, Imago)
Bei bis zu maximal zehn Personen sind Zweikämpfe im Fußball wieder erlaubt. Überschreitet die Gruppengröße diese Zahl, muss auch während den Übungen ein Abstand von 1,5-Meter eingehalten werden. Selbiges gilt für ähnliche Sportarten im Freien wie Hockey oder Rugby. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Die Basketballer haben Glück. Da die maximale Personenanzahl auf Zehn beschränkt ist, sind sogar normale Spiele (fünf gegen fünf) möglich. Für alle Aktivitäten in der Halle gilt außerdem, dass jede Person zehn Quadratmeter Platz haben muss. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Beim kontaktintensiven Kampfsport dürfen wieder Übungen mit Partner durchgeführt werden. Es gilt darüber hinaus die Personenbegrenzung von zehn Quadratmeter pro Sportler. Der Deutsche Olympische Sportbund empfiehlt feste Trainingspartner. Imago imago Bild in Detailansicht öffnen
Beim Schwimmen an Badeseen sowie in Schwimmbädern gilt die Personenbegrenzung von einer Person pro zehn Quadratmeter. Bei räumlich getrennten Wellnessangeboten innerhalb einer Einrichtung entfällt diese Begrenzung, das 1,5-Meter Abstandsgebot bei mehr als zehn Personen gilt weiterhin. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Tennis ist uneingeschränkt möglich. Allerdings muss natürlich außerhalb des Trainingsbetriebs (Umkleiden, Duschen) die Abstandsregel eingehalten werden. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen

Neue Corona-Lockerungen wichtiger Schritt zur Normalität

Dennoch seien die neuen Lockerungen ein wichtiger Schritt hin zur Normalität, die viele Vereine auch aus wirtschaftlichen Gründen dringend benötigen. "Der Sport ist nicht nur bereit für die Rückkehr, vielmehr braucht er genau diese Lockerungen, um die Krise einigermaßen gut überleben zu können", so Palm. Zwar seien Vereine, die sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge finanzieren, selten von größeren finanziellen Schwierigkeiten betroffen. Vereine, die aber beispielsweise über eigene Sportanlagen verfügen, für die regelmäßige Kosten anfallen, hätten teilweise mit deutlichen Einnahmeverlusten zu kämpfen.

Gleiches gelte für Verbände, die eigene Sportschulen betreiben. "Da die Vereine und Verbände als gemeinnützige Organisationen nur in begrenztem Umfang Rücklagen bilden dürfen, können sie hier sehr schnell in Zahlungsschwierigkeiten und damit in Insolvenzgefahr geraten", zeigt sich Palm besorgt. Der organisierte Sport werde mittel- und langfristig noch weitere Hilfen benötigen, die über die Zahlungen hinausgehen, die es bereits für Corona-bedingte finanzielle Schieflagen gibt. Auch wenn es jetzt durch die neuen Lockerungen aufwärts gehen sollte: Der Landessportbund Rheinland-Pfalz rechnet damit, dass die Auswirkungen der Krise erst Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres richtig sichtbar werden.

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