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2005 begann Anna Bader ihre Karriere als Klippenspringerin. Jetzt, 16 Jahre später, hat sie ihren letzten Wettkampf bestritten und verabschiedet sich als Europas erfolgreichste Klippenspringerin.

Aus bis zu 20 Metern Höhe stürzt sie sich in die Tiefe. Hinter ihr steile Felswände, unter ihr das harte Meer, in das Anna Bader kontrolliert eintauchen muss, um sich nicht zu verletzen. Für viele schwer vorstellbar, für die mittlerweile 37-Jährige Mutlangerin lange Mittelpunkt ihres Lebens: Das Klippenspringen.

Mit 17 Jahren hat für Anna Bader alles angefangen. Im Jamaika- Urlaub springt die damalige Kunstturnerin vom Felsen und hinterlässt bei den Anwesenden einen bleibenden Eindruck. "Du machst das doch professionell", rufen sie, wie Bader in einem Interview erzählt. Nein, damals noch nicht. Zwei Jahrzehnte später verabschiedet sie sich aber als Weltklassespringerin bei ihrem letzten Wettkampf ihrer Karriere.

Bader beendet letzten Wettkampf als Siebte

Bei der "Red Bull Cliff Diving World Series" im französischen Saint-Raphaël zeigt Bader ihren letzten offiziellen Sprung und beendet den Wettkampf als Siebte. Ein schöner Abschluss. Denn das letzte Kräftemessen liegt coronabedingt fast zwei Jahre zurück. "Es war ein Geschenk, hier nochmal springen zu dürfen auf der ganz großen Bühne. Ich hab's jede Sekunde aufgesogen und genossen", sagt Bader nach ihrem Sprung.

Klippenspringerin, Mama und Lehrerin

2016 schlägt die Weltmeisterschafts-Dritte von 2013 einen Weg ein, den nicht viele aktive Sportlerinnen gehen: Anna Bader bekommt ein Kind und setzt danach ihre Karriere fort. Bader schafft den Spagat zwischen Mama- und Extremsportlerinsein und nimmt Tochter Roksana mit, wohin es geht. Zudem hat die Mutlangerin ein abgeschlossenes Lehramtsstudium.

Eine Frau mit vielen Talenten, die sie nun auch nach ihrer aktiven Karriere unter Beweis stellen kann. Dann eben nicht mehr auf steilen Klippen in 20 Metern Höhe, sondern ganz bodenständig mit etwas weniger Adrenalin.

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