Jason Osborne aus Mainz (Foto: Imago, Agentur 54 Grad)

Rudern | Personalie Jason Osborne - Weltmeister zu Wasser und nun auch zu Lande

Jason Osborne ist aktueller Ruder-Weltmeister im Leichtgewichts-Einer. Jetzt hat der Mainzer sich in Los Angeles auch den Indoor-WM-Titel geholt.

Dieser Titel hat Jason Osborne noch gefehlt: Indoor-Weltmeister im Rudern. So ganz ohne Wasser. Auf dem Trockenen. Auf einem Ruder-Ergometer - wie man es aus manchen Fitnessstudios kennt.

Die Indoor-Weltmeisterschaft ist seit vergangenem Jahr sogar offiziell vom Weltverband anerkannt. Trotzdem wird der Titel von manchen belächelt. Es gibt ja schließlich auch keinen 100-Meter-Sprint-Weltmeister auf dem Laufband.

Abstecher nach Hollywood

Aber Jason Osborne stört das nicht. Seine Motivation war ohnehin nicht rein sportlicher Natur. "Diese WM findet meistens an coolen Orten statt und in Kalifornien war ich noch nie", beschreibt Osborne sein Motiv für die Teilnahme an dieser WM in Long Beach. Dass die Indoor-Ruder-WM in einer Metropole wie Los Angeles nicht die Massen anlockt - geschenkt. Die Stadt stand vergangenes Wochenende ganz im Zeichen der Oscar-Verleihung. Den Abstecher nach Hollywood hat sich auch Jason Osborne nicht nehmen lassen.

Ergometer-Rudern ist andere Sportart

Trotzdem war natürlich der Kampf um den WM-Titel das Hauptziel der Reise. In 6:07,5 Minuten absolvierte Osborne die imaginäre 2.000-Meter-Distanz ohne sich auch nur einen Millimeter fortzubewegen. Am Ende war er drei Sekunden schneller als der Italiener Martino Goretti. Es war zwar nicht die gesamte Weltelite am Start, aber dass er als Weltmeister zu Wasser auch zu Lande der Schnellste ist, klingt logisch. Wobei das Gleiten mit dem Ruderboot auf dem Wasser und die physische Leistung auf dem Ergometer sich doch grundsätzlich unterscheiden. "Ergos schwimmen nicht. Es sind praktisch zwei verschiedene Sportarten", erklärt Osborne.

Gute Form für Freiluft-Saison

Rückschlüsse auf die anstehende Freiluft-Rudersaison sind aber dennoch möglich. Seine starke Leistung auf dem Ergometer zeigt, dass die Physis stimmt. Nun steht in Pisa in Italien das Trainingslager mit den Kandidaten für den leichten Doppel-Zweier an. Sein langjähriger Partner Moritz Moos gehört zwar aktuell wegen schwächerer Vorleistungen nicht zum Kreis der Anwärter auf den Platz neben Osborne. Bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio kann sich das aber wieder ändern. Die Spiele in Japan hat Jason Osborne fest im Visier - und nebenbei sind sie ja auch ein reizvolles Reiseziel.

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