Parkoursport in Tübingen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Parkour | Personalie Der Parkour-Pionier Andy Haug

Er lässt sich nicht aufhalten, überwindet Betonmauern und Bäume und ist ein leidenschaftlicher und kreativer Schwarzwälder: Andreas Haug, genannt Andy, professioneller Parkour- und Freerunning-Athlet.

Als Kind hat Andy Haug gerne "Jackie-Chan"-Filme geguckt und alte Matratzen vom Sperrmüll zu Trainingsgeräten umgewandelt. Als Jugendlicher hat er dann bei einem Turnhallen-Hausmeister einen Kasten Bier gegen ein altes Trampolin getauscht. Damals, als er die ersten Front- und Backflips trainierte, beschloss Haug: "Ich werde Profi." Damals gab es keinen einzigen Sportler in dieser Disziplin in Deutschland, heute lebt der Schwarzwälder von dem, was mal sein Hobby war.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Parkour-Läufer und Stuntman

Die Sportart Parkour kommt aus Frankreich. Dabei gilt es, so schnell es geht von Punkt A zu Punkt B zu laufen, springen, gleiten. Ein Parkour-Läufer wählt seinen eigenen Weg, ohne sich von Geländern, Mauern, Hindernissen aufhalten zu lassen. Ein Freerunner geht noch einen Schritt weiter: Er spielt mit der Architektur, macht Saltos, bietet akrobatische Elemente.

Mit 19 Jahren (nach einer Lehre) zog es den Freudenstädter Parkour-Freak zuerst nach Bangkok, dann nach Mexiko. Er finanzierte sein Leben dort zum Beispiel über Einsätze als Stuntman in Film- und Fernseh-Produktionen und perfektionierte seine sportlichen Fähigkeiten.

Wird Parkour bald eine olympische Sportart?

Haug kam anschließend zurück nach Baden-Württemberg. Und zwar nach Stuttgart, weil der Weltturnverband Parkour- und Freerunning in sein Programm aufgenommen hat und die Sportarten vielleicht schon 2024 in Paris olympisch werden könnten.

Dauer

Haug liebt effiziente und  kreative Wege. In beiden Disziplinen zählt der 29-Jährige zu den besten Athleten der Welt und ist jetzt offizieller Botschafter des Deutschen Turnerbundes (DTB), ein National-Turner. Bei den Turnweltmeisterschaften in Stuttgart wird er zeigen, was er kann. Erstmals gibt es in Deutschland einen internationalen Parkour-Wettbewerb: Am Freitag gibt es die "Speed-Challenge", am Samstag "Freestyle". Seine Gegner kommen aus Japan, Malaysia oder den USA.

"Ein Trendsport mit ganz großer Zukunft"

Das große Ziel von Haug: "Ich will Leute für meine Leidenschaft begeistern. In ein paar Jahren werde ich Kinder und Jugendliche in meiner Parkour-Halle unterrichten und managen. Parkour ist jetzt noch ein Randsport, aber ein Trendsport mit ganz großer Zukunft."

Ob auf Dächern oder Weltcup-Parkour-Strecken, ob in Fluss-Tälern oder mitten in der Stadt - spektakuläre Sprünge und faszinierende Bilder sind garantiert.

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