Dr. Thomas Bach (Foto: Imago, AFLOSPORT)

IOC | Thomas Bach "Der Ball liegt im Spielfeld der Russen"

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Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), spricht im SWR-Interview über Dopingsperren und das Vorgehen des Welt-Leichtathletik-Verbandes.

IOC-Präsident Thomas Bach hat sich im Gespräch mit dem SWR zur unterschiedlichen Behandlung russischer Leichtathleten durch den Welt-Leichtathletik Verband (IAAF) auf der einen und von IOC und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auf der anderen Seite geäußert. Während die IAAF die Sperre gegen russische Sportler bestätigt hat, hat die WADA beispielsweise die Suspendierung der russischen Doping-Agentur "Rusada" im September aufgehoben.

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Bach spricht von "korruptiven Manipulationen"

Der Tauberbischofsheimer Thomas Bach sagte: "Die Unterschiede zur Linie von IOC und WADA sind ebenso so offensichtlich wie gravierend. Die frühere Führung des internationalen Leichtathletikverbandes und des nationalen Verbandes in Russland war offensichtlich Teil der korruptiven Manipulationen des Anti-Doping-Systems in Russland. Das IOC und das russische Nationale Olympische Komitee waren das nicht."

Russland unter Druck

Bach sieht Maßnahmen des IOC gegenüber Russland als einen Schritt in die richtige Richtung. Er verteidigte die Entscheidung der WADA, die Bedingungen für die Wiederzulassung der "Rusada" zu ändern. Die WADA habe offenbar reagiert, nachdem der internationale Sportgerichtshof CAS einige Sperren gegen russische Sportler kassiert hatte, weil die Beweise zu dürftig waren. Bis Ende des Jahres haben die Russen Zeit, die Datenbanken aus ihrem Anti-Doping-Labor in Moskau abzuliefern. Dann endet die Bewährungsfrist. Der Ball, so sagte Bach, liege nun im Spielfeld der Russen.

Die IAAF hatte am Dienstag beschlossen, die Suspendierung des russichen Verbandes zu verlängern. Unter anderem wegen eines landesweiten Dopingskandals dürfen russische Leichtethleten an keinen internationalen Wettbewerben teilnehmen. Die WADA hatte im September die Suspendierung der "Rusada" unter Auflagen aufgehoben.

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