Xander Schauffele landete beim Golf-Masters in Augusta hinter Tigers Woods auf dem zweiten Platz (Foto: Imago, imago images / ZUMA Press)

Golf | Masters in Augusta Xander Schauffele - die Generation Golf einer Stuttgarter Sportler-Familie

AUTOR/IN

Der Sieg von Superstar Tiger Woods war die Golf-Sensation des Wochenendes. Doch im Schatten des Giganten kämpfte sich der Enkel eines VfB-Helden auf Platz zwei - Xander Schauffele.

Als Tiger Woods zum fünften Mal das Sieger-Jackett der Golf-Masters überziehen durfte, freute sich Xander Schauffele über den zweiten Platz. Mit 276 Schlägen hatte er für die 18 Loch des Augusta National Golf Clubs nur einen Schlag mehr benötigt, als der 43-jährige Superstar und hat sich damit in der Weltrangliste vor Rickie Fowler auf Platz neun geschoben.

Xander Schauffele ist die "Generation Golf" einer berühmten Stuttgarter Sportler-Familie. Der Ur-Großvater war das Stuttgarter Multitalent Richard Schauffele, der seit 1919 für den VfB Stuttgart stürmte und der 1927 nach dem Gewinn der Baden-Württemberg-Meisterschaft als Fußballer mit dem VfB weitere 40 Titel als Leichtathlet für die Stuttgarter Kickers holte - und zwar im Kugelstoßen, im Diskuswerfen, im Speerwerfen und beim Schleuderball. Anschließend wurde er Stadtrat und Präsident der Stuttgarter Kickers. Nach Richard "Molly" Schauffele ist sogar die Molly-Schauffele-Sporthalle am Olympia-Stützpunkt im Stuttgarter Neckarpark benannt.

Schauffeles Flucht in die USA

Dessen Enkel Stefan Schauffele begann als erfolgreicher Zehnkämpfer. Seine Stärken: Weitsprung, Speerwurf und 400-Meter-Lauf. Sein Ziel: die Olympischen Spiele. Doch dann fuhr dem damals 22-Jährigen ein betrunkener Jugendlicher frontal ins Auto. Ein Glassplitter bohrte sich ins linke Auge. Auch sieben Operationen in zwei Jahren konnten sein Augenlicht nicht retten. Stefan Schauffele "floh" in die USA: "Ich musste jeden Tag an der Stelle mit den Brandflecken vorbei, das habe ich nicht mehr ausgehalten", zitierte ihn die Süddeutsche Zeitung.

Schauffele ließ sich in Kalifornien nieder und widmete sich fortan dem Golf-Sport. Später heiratete er eine Taiwanesin mit japanischen Wurzeln und bekam mit ihr die Söhne Nicolas und Alexander Victor, der nun unter seinem Rufnamen "Xander" die Golf-Welt aufmischt.

Papa Schauffele coachte seinen Sohn zur PGA-Tour

Stefan Schauffele war es auch, der seinen am 23. Oktober 1993 geborenen Sohn zum Golf-Profi machte. 2015 spielte Xander Schauffele sein erstes Profijahr mit kleineren Erfolgen. Zwei Jahre später erkämpfte er sich den ersten Sieg auf der PGA-Tour, wurde Fünfter bei den US Open und die Professional Golfers’ Association (PGA) ernannte ihn zum "Rookie of the Year" - also zum "Aufsteiger des Jahres" - in den USA.

Xander Schauffele hat einen deutschen und einen US-amerikanischen Pass. Er ist auch Mitglied der PGA of Germany. Vor dem Ryder Cup 2018, bei dem seit 1927 US-amerikanische und europäische Golf-Profis gegeneinander antreten, musste er sich entscheiden, ob er für die USA oder Europa an den Start geht.

Dauer

Er entschied sich für die USA. Den Ryder Cup hat der mittlerweile 25-Jährige damals trotzdem verpasst. Sein Kontrahent Tony Finau bekam den Vorzug. Wenn Xander Schauffele jedoch weiter so auftrumpft wie bei den US Masters am Wochenende, wird bei der nächsten Auflage des Ryder Cups 2020 wohl kein Weg mehr an dem jüngsten Spross dieser berühmten Stuttgarter Sportler-Familie vorbeiführen.

AUTOR/IN
STAND