Ronny Weller stemmt ein Gewicht  (Foto: Imago, imago images / Sven Simon)

Gewichtheben | Historie Ronny Weller stemmt die Wende

Er galt als der stärkste Mann der DDR: Ronny Weller. Seine sportlichen Erfolge als Gewichtheber führten den gebürtigen Sachsen immer wieder ins kapitalistische Ausland und auf die Siegertreppchen der größten Sportereignisse.

Das Heben von Gewichten lag ihm in den Genen: Weller kommt aus einer Müller-Familie. Bereits als kleiner Junge hob er schwere Mehlsäcke. Früh durch seinen Vater Günther gefördert, der Trainer für Gewichtheben des Armeesportvereins in Marxwalde war, baute der junge Sachse schnell Kraft auf. 1983 gelang Weller ein wichtiger Durchbruch. Mit gerade einmal 14 Jahren stemmte er sich zum „Stärksten Pionier“ der DDR. Schnell stellten sich weitere sportliche Erfolge ein und Weller schien eine große Karriere vor sich zu haben.

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Rückschlag auf dem Weg nach oben

Doch dann hatte Weller 1989 einen Autounfall, der seine Karriere und sein Leben erschütterte. Neben seinen eigenen schweren Verletzungen und dem Koma erlitt der Gewichtheber einen Schicksalsschlag. Seine Freundin war bei dem Autounfall gestorben. Ob eine Rückkehr zum Profisport möglich war, blieb lange unklar. Dass seine Familie nach dem Mauerfall nach Duisburg zog, bedeutete für den Sportler den Verlust seiner Freunde und seines gewohnten Umfeldes. Aber sein Talent und der Siegeswille halfen ihm, sich bereits 1991 den Vize-Weltmeistertitel zu sichern. Es sollten weitere Titel folgen.

Olympische Siege und sportliche Erfolge

Viermal trat Weller bei den Olympischen Spielen an – viermal hob er sich aufs Treppchen. Nur 2004 blieb ihm die Medaille aufgrund einer Verletzung verwehrt. Es sollten seine letzten Olympischen Spiele gewesen sein, da er kurz darauf seine aktive Karriere beendete. In seiner Zeit als Gewichtheber schaffte er es elfmal, einen neuen Weltrekord aufzustellen. Auch zahllose WM- und EM-Titel finden sich in seiner Vita. Weller lebt seit denn 1990ern in der Pfalz und fühlt sich in seiner Wahlheimat wohl. Noch heute ist der 50-Jährige bei Wettkämpfen vor Ort – allerdings nur als Zuschauer.

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