Bogeschießen | DM Bogenschießen in Karlsruhe - Selbstfindung mit Pfeil und Bogen

Für paar Sekunden die Welt ausblenden und eins werden mit dem Bogen. Fast jeden Abend trainieren Velia Schall und Marcus Laube aus Karlsruhe für ihre Leidenschaft.

Fast jeden Abend fahren Velia Schall und Marcus Laube ihr Auto nach der Arbeit nicht nach Hause sondern ins Industriegebiet, zum Vereinsgelände des 1. BSC Karlsruhe. Bogenschießen heißt für die beiden: runterfahren, Kopf leer machen, frei machen. "Man fokussiert sich auf sehr wenig und sehr wenig, was mit dem sonstigen Alltag zu tun hat. Das ist wundervoll, um den Alltag zu vergessen", sagt Velia Schall. Der Trip direkt von der Arbeit in die Schießhalle hat für sie und ihren Freund Marcus Laube etwas Befreiendes.

Die große Kunst: exakte Wiederholung

Die große Kunst ist es, die Bewegungsabläufe möglichst identisch zu wiederholen, egal was drumherum passiert: Pfeil auflegen, Sehne spannen, Scheibe durchs Visier anpeilen. Dann heißt es loslassen, Sehne und Bogen freigeben. Der Pfeil fliegt mit ca. 300 Kilometern in der Stunde zur Scheibe, der Bogen kippt durch die freiwerdene Energie nach vorne. Ein Band zwischen Hand und Bogen verhindert, dass er auf den Boden fällt.

Immer mehr Schützen: Legolas und Olympia sind Schuld

Rückblick ins Jahr 2016: Lisa Unruh holt bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Silbermedaille im Bogenschießen. Seitdem wächst der Sport; im Deutschen Schützenbund sind inzwischen etwa 80.000 Bogenschützen registriert. Die meisten von ihnen schießen die Olympische Diszplin, "Recurve" genannt. Ein weiterer Grund für den Wachstum: Filme mit berühmten Bogeschützen wie "Der Herr der Ringe" oder "Robin Hood", sagt Freddy Siebert vom Deutschen Schützenbund.

Velia Schall und Marcus Laube sind Compound-Schützen - der Sport ist ihr Hobby. Nebem dem fast täglichen Training reisen sie weltweit auf Turniere, manchmal mit Unterstützung des Verbandes, oft aber auf eigene Kosten. Dann wird der Trip zum Turnier eben mit ein bisschen Sightseeing verbunden. Sonst wird es eng mit dem Urlaub, sagt Velia Schall: "Ich habe gerade alle meine Turniere eingereicht, jetzt habe ich noch fünf Urlaubstage übrig."

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