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In Spitzenzeiten sind es 15.000 Motorsport-Fans, die ins Waldstadion nach Herxheim pilgern. Doch diesmal bleiben die Tore im südpfälzischen Sandbahn-Mekka geschlossen. Die Corona-Krise hat auch hier zugeschlagen – und die Motorsportvereinigung Herxheim in arge Bedrängnis gebracht.

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Edelbert Müller sitzt auf der Haupttribüne und blickt wehmütig in die Arena. Dort, wo seit Jahrzehnten hochklassige Langbahn- und Speedway-Rennen steigen, herrscht beklemmende Stille. Sein Gefühl dabei? "Traurigkeit." Der Vorsitzende der MSV Herxheim engagiert sich seit über 40 Jahren ehrenamtlich für seinen Verein. "Das tut schon weh, wenn man plötzlich von so einem Schlag getroffen wird", gesteht Müller.

Bürgermeisterin und Vorsitzender sind betroffen

Der Schlag, das ist die Absage des WM-Auftakts auf der Langbahn. Und damit gleichzeitig auch die Absage einer großen Herxheimer Tradition. "Denn Vatertag ohne den Geruch des Methanol-Gemischs, ohne die Rennen, ohne die Stimmung bei den Zuschauern – das ist irgendwie gar nicht zu fassen", erzählt sichtlich getroffen Hedi Braun. Die Bürgermeisterin weiß nur zu gut, wie weh dieser Schlag vor allem den örtlichen Vereinen tut. "Das ist mit einer Tragödie gleichzusetzen. Ich kann gar nicht zählen, wie viele Vereine hier ehrenamtlich tätig sind, die zahlreiche Stände haben, die das ganze Jahr darauf hinarbeiten, weil sie ihre Einnahmen, die sie dringend brauchen, mit diesem Event auch beschaffen", schildert Hedi Braun.

Nicht ohne auszuschließen, dass die Gemeinde "im zweiten Schritt" vielleicht sogar den Vereinen finanziell unter die Arme greifen muss. "Denn sie sind ganz wichtig für unsere Gesellschaft."

Vatertag bleibt Renntag in Herxheim

Am härtesten trifft es zweifellos die Motorsportvereinigung Herxheim selbst. "Bei gutem Wetter – und dieses Jahr hätten wir sehr gutes Wetter gehabt – bleiben mehrere zehntausend Euro übrig", erklärt Edelbert Müller. "Und dieses Geld benötigen wir auch dringend, um hier alles instand zu halten und fortzuentwickeln." Aber nicht nur der Höhepunkt des Jahres, der WM-Lauf an Christi Himmelfahrt, ist der Corona-Zwangspause zum Opfer gefallen. Auch weitere Renntage sind bereits abgesagt oder werden wahrscheinlich noch annulliert. Müller hat jedenfalls wenig Hoffnung für das laufende Jahr: "Bis Ende August sind ja ohnehin alle Großveranstaltungen verboten. Und dann kommt noch der September, dann ist ja die Saison vorbei…"

Doch Vorsitzender und Bürgermeisterin sind sich in einem Punkt einig: im nächsten Jahr wird das Waldstadion wieder durchflutet von Motorensound und Zuschauerbeifall. Denn Vatertag bleibt in Herxheim Renntag!

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