Flutlichtmasten mit angeschaltetem Flutlicht auf dem Jonny-Rehbein-Sportplatz des Hamburger Fußball-Oberligisten USC Paloma. (Foto: IMAGO, Hanno Bode)

Energiekrise | Sportvereine

Große Erleichterung: Auch Sportvereine profitieren von der Energiepreisbremse

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SWR / dpa

87.000 Sportvereine in Deutschland können aufatmen. Auch sie profitieren von der Energiepreisbremse und dürfen in der Energiekrise auf Unterstützung von Bund und Ländern zählen.

Wie die Sportministerkonferenz (SMK) im Rahmen ihrer Tagung am Donnerstag in Mainz mitteilte, habe es seitens der Bundesregierung dazu eine "klarstellende Erklärung" gegeben. Demnach gelte der am vergangenen Mittwoch getroffene Beschluss des Bundeskanzlers und der Regierungschefs der Länder auch für Vereine.

Wichtiges Zeichen für den Sport

Michael Ebling, der rheinland-pfälzische Innenminister und Vorsitzender der Sportministerkonferenz (SMK) in Mainz, zeigt sich zufrieden. Der Beschluss auf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am vergangenen Mittwoch sei für die Sportvereine ein guter Tag gewesen. "Die MPK gibt sehr klar an, dass die Gaspreisbremse auch für die Vereine gilt", so Ebling. "Wir gehen natürlich [...] davon aus, dass das auch für die Strompreisbremse gilt", so Ebling weiter, "Vereine stehen, gerade die, die eigene Sportanlagen haben, mit dem Rücken an der Wand bei diesen galoppierenden Energiepreisen."

Auch der Hauptgeschäftsführer des Landessportbund Rheinland-Pfalz Christof Palm begrüßt die Entwicklungen sehr. "Die Vereine, die von der Energiekrise sehr stark betroffen sind, werden massiv entlastet und profitieren von den Beschlüssen", so Palm. Er ergänzt: "Die Beschlüsse sind wirklich für viele Vereine existenziell bedeutend." Dennoch kann noch mehr getan werden. Besonders Sportvereine, die eigene Anlagen betreiben, seien besonderen Belastungen ausgesetzt. "Hier haben wir jetzt auch über die Sportministerkonferenz heute versucht, dass die Vereine in die sogenannten Härtefallregelungen aufgenommen werden können", erzählt Christof Palm.

Der Sport will seinen Beitrag zur Energiekrise leisten

Viele Sportvereine verbrauchen aufgrund von veralteten Sportanlagen viel mehr Energie als eigentlich nötig. Die Sanierung dieser Anlagen sind teuer und nicht jeder Verein kann sich das ohne Fördermittel leisten. "Für uns ist absolut wichtig, dass wir immer auch schauen, dass die Infrastruktur mitwächst", so Michael Ebling. Wir wollen, das insbesondere die Sportförderwege stärker geöffnet werden für die energetischen Wege, weil wir damit natürlich auch nachhaltig eine Entlastung schaffen."

Christof Palm, der Hauptgeschäftsführer des Landessportbund Rheinland-Pfalz, fordert: "Vereinen müssen attraktive Fördermöglichkeiten angeboten werden, damit sie eben auch energetisch sanieren können." So könne auch der Sport seinen Beitrag zur energetischen Neuausrichtung der Bundesrepublik leisten.

Erleichterung auch beim DOSB

Auch der Deutsche Olympische Sportbund ist erleichtert über die zugesagte Unterstützung der Sportminister der Länder. "Die Unterstützung der Sportministerkonferenz in vielen Themenfeldern gibt dem Sport neue Energie", sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert nach der Sportministerkonferenz am Freitag in Mainz. "Insbesondere der Beschluss zur Energiekrise ist für unsere 87 000 Sportvereine an der Basis mit rund 27 Millionen Mitgliedschaften ein wertvolles Signal." Viele Länder hätten signalisiert, dass sie die Maßnahmen des Bundes durch eigene Programme zum Schutz der Vereine ergänzen würden, hieß es in einer Mitteilung. Sport müsse stattfinden können, um Menschen in schwierigen Zeiten zusammenzubringen und seine positiven Wirkungen entfalten zu können, sagte Weikert.

Nöte der Sportvereine sind groß

Der DOSB-Chef hatte in der zweitägigen Konferenz die Nöte der Sportvereine nochmals deutlich gemacht und dabei auch die am Mittwoch beschlossenen Maßnahmen des Bundes bewertet. "Vereine werden von den Strom- und Gaspreisbremsen profitieren. Das ist insbesondere für die Vereine mit eigenen Sportstätten und damit Energieverbräuchen von existenzieller Bedeutung", meinte er. "Dass der Sport allerdings bei den Härtefallmaßnahmen nicht vorgesehen ist, hat uns einmal mehr vor Augen geführt, dass auf Bundesebene die Bedeutung des Sports für unser Gemeinwesen immer noch unterschätzt wird." Umso mehr begrüße der DOSB, dass die Länder in ihrem Beschluss den Bund aufgefordert haben, den Sport in die Härtefallregelung aufzunehmen.

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