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Leichtathletik | Speerwerfen Johannes Vetter schockt die Speerwurf-Welt

Was für eine grandiose Leistung: Mit einem unfassbaren Rekordwurf beim Meeting in Luzern hat sich Johannes Vetter zum zweitbesten Speerwerfer der Leichtathletik-Geschichte gekrönt.

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Leichtathletik | Speerwerfen

Jonannes Vetter wirft deutschen Rekord

Johannes Vetter imponierte in Luzern mit fünf gültigen Versuchen. Dabei übertraf der Offenburger seine persönliche Bestmarke aus dem vergangenen Mai gleich vier Mal bis zum Rekord.

Zwei Tage nach seinem Erfolg bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt gewann der 24-jährige Johannes Vetter aus Offenburg am Dienstagabend sensationell mit 94,44 Metern und nahm Thomas Röhler den deutschen Rekord (93,90) ab. Neben dem Olympia-Vierten und Röhler hatten 1995 auch schon Raymond Hecht in Oslo mit 92,60 Meter und Boris Henry in Linz mit 90,44 Meter weiter als 90 Meter geworfen.

Mit viel Adrenalin

In Luzern dominierte Vetter das Duell mit Röhler eindeutig und imponierte bei seinen fünf gültigen Versuchen mit insgesamt vier Würfen über 90 Meter. Dabei steigerte Vetter seine persönliche Bestmarke aus dem vergangenen Mai (89,68) kontinuierlich über 90,75 Meter, 91,06 Meter und 93,06 Meter bis zur Rekordmarke. "Ich hatte schon bei dem 93-Meter-Wurf so viel Adrenalin", sagte Vetter zu seiner Leistung.

Weiter als Vetter in Luzern warf seit der Einführung des neuen Speer-Models im Jahr 1986 nur der Tscheche Jan Zelezny vor 21 Jahren bei seinem Weltrekord von 98,48 m in Jena.


Die weitesten Speerwürfe der Männer seit 1986

WeiteNameLand Datum
98,48 mJan ZeleznyTschechien25.05.1996
94,44 mJohannes VetterDeutschland11.07.2017
93,90 mThomas RöhlerDeutschland05.05.2017
93,09 mAki ParviainenFinnland26.06.1999


Röhler musste sich seinem Kumpel Vetter damit bereits zum vierten Mal in dieser Saison geschlagen geben - und diesmal so klar wie noch nie: Mit 89,45 Metern wurde der Jenaer Zweiter. Die beiden Deutschen bleiben damit die Goldkandidaten für die Weltmeisterschaften im August in London. Die Erwartungen möchte Vetter allerdings nicht in die Höhe treiben: "Das Speerwerfen ist eine technisch feine Disziplin. Da können technische Unsauberkeiten gut und gerne fünf bis zehn Meter kosten. Deswegen halten wir den Ball flach und schauen, was in Zukunft noch herausspringt", sagte Vetter dem SWR.


Ein Arm wie Obelix

Vetter trainiert in Offenburg bei Bundestrainer Boris Obergföll. Der warf, als er noch Henry hieß, vor ziemlich genau 20 Jahren 90,44 m. "Diese Speerwurf-Generation ist außergewöhnlich", sagte Obergföll über seine Schützlinge, in Luzern stand er direkt hinter dem Anlauf von Vetter an der Bande und rieb sich etwas ungläubig das Kinn. Unter den Hochbegabten sei "Jojo" der "mit Abstand Stärkste und Geschmeidigste".

Vetter ist wirklich eine imposante Erscheinung, der Sportsoldat hat einen Arm wie Obelix, in drei Jahren verbesserte er seine Bestleistung um fast 15 m. Doch er sieht noch viel Potential - und schaut dabei auf Röhler. "Thomas trifft den Speer sehr gut", sagte Vetter: "Ich bin mehr der Hau-Drauf-Typ, werfe viel mit der Kraft."