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Leichtathletik | Diskuswerfen Weltklasse-Leichtathlet Hein-Direck Neu ist tot

Er war der erste deutsche 60-Meter-Werfer, sechsfacher deutscher Meister und dreimaliger Olympia-Starter. An Karfreitag ist der Bad Kreuznacher Diskuswerfer Hein-Direck Neu gestorben.

Der ehemalige Diskus-Werfer Hein-Direck Neu ist an Karfreitag gestorben

Der ehemalige Diskuswerfer Hein-Direck Neu ist an Karfreitag gestorben

Der frühere Weltklasse-Athlet Hein-Direck Neu ist an Karfreitag im Alter von 73 Jahren in Wiesbaden gestorben. Dies bestätigte am Ostermontag Alwin Wagner, sein Konkurrent in den 1970er Jahren. Neu war in den 1960er und -70er Jahren einer der besten Diskuswerfer der Bundesrepublik. Er startete seine Karriere beim USC Mainz und wurde mit dem Klub von 1966 bis 1969 viermal in Folge deutscher Meister. In seiner Mainzer Zeit übertraf er auch als erster BRD-Werfer die 60-Meter-Marke. Anschließend schraubte er den Rekord auf 68,08 Meter - eine Weite, die erst 1988 übertroffen wurde.

1970 wechselte Neu zu Bayer 04 Leverkusen, gewann zwei weitere nationale Titel und hat bis 1982 immer wieder Spitzen-Plätze bei den deutschen Meisterschaften belegt. Dreimal wurde Neu zudem in den bundesdeutschen Olympia-Kader berufen und nahm an den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko City, 1972 in München und 1976 in Montreal teil.

Neu steckte knietief im Freiburger Doping-Sumpf

Der Diskus-Werfer und dreifache Olympia-Teilnehmer Hein-Direck neu wurde 1978 wegen Dopings für 18 Monate gesperrt

Hein-Direck neu wurde 1978 wegen Dopings für 18 Monate gesperrt

Im Mai 1978 legte sich jedoch ein Schatten auf Neus Karriere, denn der damals 34-Jährige wurde des Dopings überführt und für 18 Monate gesperrt. Erst 2013 bekannte er öffentlich, mit Anabolika gedopt zu haben. Zugleich gab er Einblick in die bundesdeutschen Dopingpraktiken der 1960er und -70er Jahre. Unter anderem bezieht sich der Doping-Forscher Andreas Singler in seinem Gutachten auf Neus Aussagen, wonach der Freiburger Arzt Armin Klümper persönlich die Dosierung von Anabolika angeordnet und überwacht habe.

Wie erst im Zuge der Recherchen des Pharmazeuten Simon Krivec für seine kürzlich veröffentlichte Doktorarbeit über die Doping-Vergangenheit in Westdeutschland aufgedeckt wurde, soll die Doping-Sperre von Neu formalrechtlich nicht gültig gewesen sein. Es fehlte die Unterschrift des Kontrolleurs auf dem entdeckten Test-Formular.

Nach seiner Karriere arbeitete er als Lehrer für Sport und Englisch.