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Fußball | Karlsruher SC Katerstimmung beim Karlsruher SC

Der Abstieg des Karlsruher SC ist besiegelt. Fans und Verein haben sich verkracht. Die Vereinsführung steht in der Kritik. Und dann gehen beim KSC auch noch die Lichter aus.

Die Spieler des Karlsruher SC - allen voran Stefan Mugosa, Fabian Reese - können den Abstieg aus der 2. Bundesliga noch gar nicht fassen

Die Spieler des Karlsruher SC - allen voran Stefan Mugosa, Fabian Reese - können den Abstieg noch gar nicht fassen

Der Karlsruher SC steht nach dem Absturz in die 3. Liga vor einem Scherbenhaufen. Schuldzuweisungen, eisern schweigende Fans, ein noch siegloser Trainer, ein umstrittener Präsident, keine Philosophie und dazu die fragwürdige Finanzierung des neuen Stadions. Das Bundesliga-Gründungsmitglied muss nicht nur auf dem Platz extrem viel Aufräumarbeit leisten, um schnell wieder in die 2. Fußball-Bundesliga zurückzukehren.

Clubchef Ingo Wellenreuther hatte sich nach dem Trauerspiel beim 1:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag erstmal in den VIP-Raum verzogen. "Das ganz klare Ziel heißt Wiederaufstieg. Wir werden mit einem Budget von fünf bis sechs Millionen planen, um vorne anzugreifen", kündigte er später im SWR-Interview an.


Sportdirektor Oliver Kreuzer trat erst auf sanften Druck der Journalisten doch noch vor die Kameras und Mikrofone. Just in diesem Moment gingen in den Katakomben des Wildparkstadions auch noch die Lichter aus. Symbolträchtiger hätte dieser triste Nachmittag beim Karlsruher SC nicht enden können.

Der Karlsruher SC und seine Fans haben sich zerstritten

Die Karlsruher SC und seine Fans haben sich im Laufe der Saison auseinandergelebt

Die Karlsruher SC und seine Fans haben sich im Laufe der Saison auseinandergelebt

So leise ist wohl noch keine Mannschaft im deutschen Profifußball abgestiegen. Vom schweigenden Protest seiner Fans begleitet, die über die kompletten 90 Minuten auf Anfeuerungsrufe verzichteten und mit Plakaten wie "Der größte Imageschaden für den Verein steht auf dem Rasen" und "Aufgeben war für uns nie eine Option, Für Euch scheinbar schon" protestierten, trat der KSC zum dritten Mal nach 2000 und 2012 den schweren Gang in Richtung 3. Liga an.

"Es liegt jetzt an uns, die Fans wieder mit ins Boot zu holen und dann alles in positive Energie umzuwandeln", sagte Kreuzer. Der Klub hat es jedoch über viele Jahre hinweg versäumt, seine Struktur aufbessere Beine zu stellen und eine Philosophie zu prägen. Wellenreuther will nun seinen Sportdirektor "stärken". Kreuzer gelang zwar beim letzten Abstieg des KSC ins Amateurlager die Rückkehr mit dem Traditionsklub, hat aber in dieser Spielzeit den Fehlschlag mit Trainer Mirko Slomka zu verantworten.


"Jetzt macht's überhaupt keinen Sinn, Schuldige zu suchen", sagte Wellenreuther. Dabei hat der CDU-Bundestagsabgeordnete den Schwarzen Peter längst dem zum Hamburger SV abgewanderten Ex-Manager Jens Todt zugeschoben: "In der Kaderzusammenstellung ist der größte Fehler passiert."

Marc-Patrick Meister sollen den Aufstieg schaffen

Absteiger Karlsruher SC  will mit Trainer Marc-Patrick Meister zurück in die 2. Bundesliga

Der KSC will mit Trainer Marc-Patrick Meister zurück in die 2. Bundesliga

Als Trainer soll es bei den Nordbadenern nun Marc-Patrick Meister richten. Der Vertrag des bisherigen U17-Trainers und Assistenten von Slomka wurde am Freitag bis 2019 verlängert. Alle vier Spiele unter seiner Regie gingen verloren, und genauso musste er sich am Samstag auch vorgekommen sein, als er bei der Pressekonferenz saß und keiner der Verantwortlichen weit und breit zu sehen war. Der 36-Jährige sprach von einem "großen, sehr tiefen Schmerz für die KSC-Familie: Es drückt mich gerade zu Boden."

Den Druck auf Wellenreuther hat Vizepräsident Günter Pilarsky rauszunehmen versucht. Der Milliardär und Geldgeber verknüpft sein weiteres Engagement mit dem Verbleib Wellenreuthers.

In der 3. Liga kassiert der KSC nur noch 800.000 statt 12 Millionen Euro aus TV-Einnahmen. Der Wiederaufstieg ist aber allein wegen des bereits beschlossenen 113 Millionen Euro teuren neuen Stadions Pflicht. Bis 2020 soll es auf dem Gelände des jetzigen Wildparkstadions entstehen. "Sobald es fertig ist und der neue Pachtvertrag gilt, darf der KSC nur einmal in zehn Jahren in die dritte Liga gehen - sonst bricht unsere Berechnung zusammen", erklärte Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) kürzlich.