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Karlsruher SC | Neuer Trainer Alois Schwartz - Neuanfang im Wildpark

Der neue Trainer Alois Schwartz will den KSC schnell wieder in höhere Tabellenregionen führen. Schwartz unterschrieb am Dienstag einen Vertrag bis 2019.

Alois Schwartz zeigt in der Coachingzone aufs Spielfeld

Da geht's lang! Alois Schwartz will den KSC in die 2. Bundesliga führen.

Den verpatzten Saisonstart des Karlsruher SC will Alois Schwartz ganz schnell vergessen machen. Im karierten Hemd und mit großem Selbstbewusstsein trat der 50-Jährige seinen Job als neuer Chefcoach des Aufstiegsfavoriten der 3. Liga an. "Ich möchte den KSC wieder dahin führen, wo er hingehört: in die 2. Liga", sagte Schwartz bei seiner Vorstellung. Der 50-Jährige trat damit die Nachfolge von Marc-Patrick Meister an, von dem sich der KSC in der vergangenen Woche nach nur zwölf Spielen in der 2. und 3. Liga wieder getrennt hatte. 

Hauptaugenmerk Defensive

Als wichtigste Aufgabe sieht Schwartz zunächst die Stabilisierung der KSC-Defensive an, die mit 13 Gegentoren die momentan zweitschwächste der 3. Liga ist. "Das ist jetzt ein ganz wichtiger Baustein", sagte der Nürtinger, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 unterschrieb. Nach Ansicht von Sportdirektor Oliver Kreuzer ist Schwartz dafür genau der richtige Mann: "Alle Mannschaften von Alois Schwartz hat bisher ausgezeichnet, dass sie defensiv gut organisiert und strukturiert gearbeitet haben", sagte er.



Als Co-Trainer bringt der 50-Jährige seinen ehemaligen Mitspieler und Jugendfreund Dimitrios Moutas mit. Was aus den bisherigen Assistenten Zlatan Bajramovic und Christian Eichner wird, die seit der Trennung von Meister das Team trainierten, soll sich nach Angaben von Schwartz "in den nächsten Tagen" entscheiden. Auch ob der KSC noch einmal auf dem Transfermarkt tätig wird, wollen Schwartz und Kreuzer zeitnah ausloten.

Schwere Entscheidung

Schwartz hatte sich die Entscheidung für den KSC nicht leicht gemacht. Lange hatte er überlegt, ob er das Angebot des Vereins annehmen soll. Erst am Dienstag Vormittag soll Schwartz nach SWR-Informationen den Badenern zugesagt haben. In den vergangenen Tagen hatten sich die Verantwortlichen des KSC intensiv um Schwartz bemüht, ihn aber gleichzeitig auch unter Druck gesetzt. Denn für Dienstag Vormittag hatte der Drittligist eine Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Trainers angesetzt - ohne die Zusage von Schwartz zu haben.

Dies deutet darauf hin, dass der Karlsruher SC einen Plan B in der Schublade hatte. Entweder hatten die Badener bereits die fixe Zusage eines anderen Kandidaten, oder im Notfall wäre der bisherige Interimscoach Zlatan Bajramovic zum Cheftrainer aufgestiegen. Diese Überlegungen sind nun hinfällig, nachdem Alois Schwartz' Daumen nach oben ging.

Ein Mann aus dem Südwesten

Schwartz kennt sich aus im Südwesten. Der gebürtige Nürtinger machte bei den Stuttgarter Kickers seine ersten Schritte im Profifußball, spielte für Waldhof Mannheim und den SC Pfullendorf. Nach dem Tausch der Fußballschuhe gegen die Taktiktafel, heuerte Schwartz 2002 als Coach bei seiner ersten Station Rot-Weiß Erfurt an. Zunächst als Co-Trainer und später auch als Interimstrainer der ersten Mannschaft profilierte sich der Schwabe für größere Aufgaben.

Über Wormatia Worms und die Reserve des 1. FC Kaiserslautern führte Schwartz' Weg 2012 erneut nach Thüringen zu Rot-Weiß Erfurt - dieses Mal als Cheftrainer. Nach dem souveränen Klassenerhalt in der dritten Liga flatterte ein Angebot vom Hardtwald herein.

Erfolgreichste Zeit in Sandhausen

Der SV Sandhausen, sportlich zwar abgestiegen, hielt durch den Lizenzentzug des MSV Duisburg letztendlich doch die Zweitklassigkeit und wollte mit Alois Schwartz einen Neubeginn starten. Es folgte die bisher beste Zeit der Trainerkarriere des Nürtingers. Mit Sandhausen, finanziell und prestigemäßig im unteren Drittel der zweiten Liga angesiedelt, schaffte Schwartz in drei aufeinanderfolgenden Jahren den Klassenerhalt

Der 85-fache Bundesligaspieler holte aus sehr wenig ganz viel heraus, was vor allem die Saison 2013/14 bestätigte. Punktgleich mit dem Neuntplatzierten, rangierte der SVS am Saisonende auf Platz zwölf, was mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung seitens des Vereins belohnt wurde. Die Ergebnisse weckten allerdings auch externes Interesse. Im Sommer 2016, nach einigen konkreten Anfragen aus der 1. und 2. Bundesliga entschied sich Schwartz, den nächsten Schritt zu gehen. Mit großem Bedauern ließen die Sandhäuser Verantwortlichen den Erfolgstrainer in Richtung 1. FC Nürnberg ziehen.

Alois Schwartz im Nürnberg Trainingsanzug

In Nürnberg hatte Alois Schwartz mit der hohen Erwartungshaltung zu kämpfen.

Entlassung in Nürnberg

Wie groß der Unterschied zwischen dem besonnenen Gemeinde im nordbadischen und dem ambitionierten fränkischen Traditionsverein ist, musste Schwartz schnell am eigenen Leib erfahren. Bisher von Misserfolgen weitestgehend verschont geblieben, startete Schwartz mit dem "Club" miserabel in die Saison. Es schien zwar so, als würde der Trainer-Neuzugang vor der Winterpause die Kurve bekommen, nach drei torlosen Niederlagen im Februar und März wurde Schwartz jedoch am 7. März 2017 entlassen.

Für Schwartz unverständlich, wie er dem kicker im Mai mitteilte. "Die Erwartungshaltung war viel zu hoch, als dass sie ihr gerecht hätte werden können", so Schwartz, der nach einer Zeit des Hinterfragens wieder zurück auf die Fußballbühne tritt.

Neubeginn beim KSC

Den Karlsruher SC übernimmt er zwar in der 3. Liga, die Erwartungshaltung in Nordbaden ist dennoch gewaltig. Alles andere als der direkte Wiederaufstieg wäre eine Enttäuschung. Nur 30 Minuten vom Hardtwaldstadion startet der Ex-Nürnberger nun also einen Neuanfang im Wildpark. Sollte er gemeinsam mit dem KSC zu alter Stärke zurückfinden, wäre das natürlich ein Glücksfall. Immerhin - in Nordbaden kennt sich Alois Schwartz ja schon aus.