Enttäuscht sitzt Jonathan Schmid (Freiburg) nach der 0:1 Heimniederlage auf dem Rasen, (Foto: imago images, IMAGO / Eibner)

Fußball | Bundesliga

Jonathan Schmid - von Corona umgehauen

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Ende August infizierte sich Jonathan Schmid vom SC Freiburg mit Corona. Erst jetzt, zweieinhalb Monate und einen schweren Krankheitsverlauf später, kehrt der Franzose auf den Trainingsplatz zurück. Seine Leidensgeschichte ist kein Einzelfall.

Angesprochen auf seinen Rechtsverteidiger Jonathan Schmid wurde Freiburgs Cheftrainer Christian Streich vor wenigen Tagen im ZDF-Sportstudio kurz zum Mediziner: "Die Lungenwerte sind gut, auch sonst sind die Werte der Organe gut. Er nimmt wieder zu und es sieht alles danach aus, dass er sich zu hundert Prozent erholt."

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An Mannschaftstraining sei allerdings noch nicht zu denken, bremste Streich. Auf den Trainingsplatz war Schmid nach seiner Corona-Infektion immerhin zurückgekehrt, absolviert dort individuelle Lauf-Einheiten. Der Freiburger Coach möchte seinen Schützling "völlig in Ruhe mit den Physios arbeiten" lassen und verteilte deshalb eine Absage an jegliche Spekulation: "Darüber, wann er zurückkommt, brauchen wir im Moment nicht reden."

Kaum Auskunft über Schmids schweren Verlauf

Nicht darüber reden - ein Prinzip, an das sich der SC auch in den vergangenen Monaten stets gehalten hat. So drangen kaum Informationen zum Gesundheitszustand des in Straßburg geborenen Außenbahnspielers an die Öffentlichkeit, seine Erkrankung geriet während der Freiburger Ungeschlagen-Serie fast etwas in der Hintergrund. Dabei ließen die aktuellen Äußerungen Streichs tief blicken, wenn er so vorsichtig wie erleichtert sagte: "Ich glaube, dass er gesund zurückkommen kann."

Klar ist nur eines: Das Virus hat Schmid, der laut Medienberichten zu diesem Zeitpunkt ungeimpft war, mit voller Wucht umgegrätscht. Sein letztes Pflichtspiel bestritt der eigentlich gesetzte französische Bundesliga-Rekordspieler (285 Einsätze) am 21. August beim 2:1-Heimsieg gegen Borussia Dortmund. Was folgte, war die Corona-Infektion im häuslichen Umfeld und die bis heute andauernde Zwangspause.

Von Kleindienst bis Jarstein: Corona-Leiden kein Einzelfall

Auch der damalige Leipzig-Profi Hee-Chan Hwang und Heidenheims Stürmer Tim Kleindienst waren 2020 schwer an Corona erkrankt. Während Kleindienst über "höllische Kopfschmerzen" klagte, zwei Wochen nur im Bett lag und nach überstandener Infektion drei Monate brauchte, "um wieder einigermaßen in Gang zu kommen", sprach der Südkoreaner Hwang davon, die ersten sieben Tage "fast tot" gewesen zu sein. Erst knapp zwei Monate später kehrte er zurück auf den Platz.

Am allerschlimmsten getroffen hat es in der Bundesliga aber den Hertha-Torhüter Rune Jarstein. Der Norweger infizierte sich bei einer Länderspiel-Reise im April und verbrachte daraufhin eine Woche in Krankenhaus und Rollstuhl. In Folge der Corona-Infektion wurde ihm kurze Zeit später eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert. Insgesamt war Jarstein so fast ein halbes Jahr außer Gefecht und nahm, ähnlich wie Schmid, erst Ende Oktober wieder das Training auf.

Auch der Profi-Fußball ist nicht immun

Hwang, Jarstein, Kleindienst und Schmid - als Profi-Sportler waren sie nicht nur durchtrainiert und fit, sondern genossen auch beste medizinische Betreuung. Trotzdem setzte das Virus sie alle monatelang außer Gefecht.

Im Fall von Jonathan Schmid bleibt nun abzuwarten, wie sehr das Leistungsniveau unter der Krankheit und der langen Zwangspause gelitten hat. Corona hat den Freiburger aus dem sportlichen Alltag gerissen. Wann es ihn wieder zurücklässt - das weiß momentan noch keiner.

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