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Bundesliga | SC Freiburg Saier will mit den Fans durch Europa reisen

Sportvorstand Jochen Saier freut sich auf die mögliche Europa League-Qualifikation des SC Freiburg. Einen Verbleib von Vincenzo Grifo und Maximilian Philipp schließt er im Moment nicht aus.

Jochen Saier ist der Sportvorstand des SC Freiburg

Jochen Saier erlebte die Europa League mit Freiburg schon in der Saison 2013/14

Jochen Saier, wenn Sie auf die Saison vor dem letzten Spieltag zurückblicken: War das eine gute, eine sehr gute oder eine brillante Saison für den SC Freiburg?

Ich würde es schon so einordnen, dass es eine sehr gute war, mit Tendenz zu noch eins drüber. Aber ich glaube dieses noch eins drüber mit der Europa League, wenn man das noch erreichen könnte, wäre das für den Standort eine ganz außergewöhnliche Leistung, die man dann geschafft hätte. Aber Stand jetzt finde ich, mit der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind über das komplette Jahr, auch die Punkte die wir eingefahren und nicht geklaut haben, stehen wir zurecht da, wo wir stehen.

Und ist Christian Streich ein guter, ein sehr guter oder ein brillanter Trainer?

Da würde ich vielleicht sogar noch eins höher ins Regal greifen und die Brillanz streifen. Er ist natürlich auch ein sehr prägendes Gesicht für den Verein geworden. Ich glaube aber andererseits, dass der Standort und unsere Arbeitsweise ihm auch wahnsinnig viel geben. Ein Fundament, an dem er auch nicht rüttelt, selbst wenn es mal ein paar schwierige Wochenenden am Stück gibt. Ich glaube, dass wir da alle in dieselbe Richtung arbeiten und die Zusammenarbeit für den Verein auch sehr wertvoll ist.

Ich bin selbst Badener, deshalb erlaube ich mir diese Frage: Würde Christian Streich mit dieser Mundart in einem anderen deutschen Verein auch so einen Erfolg haben?

Ja, in meiner Funktion will ich alles andere als ihn wegloben. Aber ich glaube, es liegt jetzt nicht an seinem Dialekt und der Standortbezogenheit, dass wir so erfolgreich arbeiten können. Ich glaube, über die Qualitäten von ihm, sowohl fachlich als auch in der menschlichen Zusammenarbeit, brauchen wir nicht zu sprechen. Von dem her hat er alles und über den Dialekt wird er nicht stolpern. Aber wir wollen den Weg, das will ich gleich anschließen, natürlich so lange als möglich auch gemeinsam weitergehen. Weil es, glaube ich, schon eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit ist.

Nils Petersen bleibt auf alle Fälle. Schwieriger ist es in den Fällen von Vincenzo Grifo und Maximilian Philipp. Was ist da zu erwarten?

Da wird viel diskutiert. Für meinen Geschmack ein bisschen zu viel für die Phase der letzten Wochen. Aber klar ist es auch so, dass bei guten Entwicklungen die Begehrlichkeiten extrem ansteigen. Und unser Weg ist ja schon der, dass wir ab und an auch einen größeren Transfer machen müssen und dieses Geld dann wieder möglichst schlau in zwei drei Spieler reinvestieren, wo wir auch richtig Fantasie haben. Von dem her würde ich jetzt nichts ausschließen wollen. Aber so mit der Selbstverständlichkeit, dass die beiden weg sind, das ist in keinster Weise so. Ich glaube, der eine ist komplizierter als der andere. Wir werden sehen, was die nächsten Wochen bringen. Aber ich bin an dem Punkt noch relativ entspannt, weil sich mit mir noch niemand in Verbindung gesetzt hat.

Hilft ihnen die Europa League weiter? Am Wochenende geht es zu den Bayern. Da kann es passieren, dass Sie in die Europa League kommen. Haben Sie da mehr Lust oder mehr Angst?

Mehr Lust und Freude. Dann hätten wir eine eine Platzierung erzielt, die für uns außergewöhnlich ist. Und dann würden wir uns möglichst gut auf diese Situation einstellen. Wir haben das vor drei Jahren ja schon erlebt, haben auch Europa League gespielt und den Klassenerhalt geschafft. Es wird sicher insgesamt ein kompliziertes Jahr in der Bundesliga werden für viele Mannschaften und für uns im Speziellen. Aber wir würden uns total freuen auf die Europa League, würden den Kader in der Breite möglichst gut zusammenzubasteln, um dann total ambitioniert durch das kommende Jahr zu gehen. Europa League ist großartig. Die Reisen, die Begegnungen und die Spiele. Zudem glaube ich, dass das für unsere Fans auch nochmal ein ganz tolles Erlebnis wäre.

Was war denn die schönste Reise?

Es war alles schön, weil es so unterschiedlich war. Aber natürlich, Sevilla war eine beeindruckende Kulisse. Auch die Herzlichkeit im Umgang mit Liberec fand ich sehr besonders. Ich glaube, unsere Fans haben sich dort auch sehr wohl gefühlt. Wir würden uns auf drei neue Standorte freuen und dann mit einem möglichst großen Tross durch Europa reisen. Bis dahin, das muss man auch richtig einordnen, ist es noch ein ganzes Stück, weil wir eine große Aufgabe in München vor der Brust haben mit der Meisterschaftsfeier, mit Lewandowski, der noch Torschützenkönig werden kann, dem Abschiedsspiel von Philipp Lahm. Das ist eine Kombination, die ist schwierig. Ich glaube nicht, dass sie sich das von uns versauen lassen wollen. Von dem her werden wir alles tun, sind aber dann auch ein bisschen auf die Spielergebnisse von Bremen und Köln angewiesen.

Und in München wollen Sie gewinnen?

Ja, wollen wir.

Das Interview führte Günther Schroth.