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Kein Fußball mehr, kein Tennis, kein Turnen – zu Corona-Zeiten wird immer weniger Breitensport betrieben. Das hat schwerwiegende Konsequenzen, besonders für Kinder.

Was klingt wie ein Traum aller Schüler, entwickelt sich immer mehr zum Alptraum vieler Sportwissenschaftler und Mediziner. Der ausfallende Sport, an Schulen, in Vereinen oder der selbst gewählte Freizeitsport, könnte sich zu einer weiteren medizinischen Problematik entwickeln, die große Teile der Bevölkerung trifft. Viele Kinder und Heranwachsende verbringen ihre Zeit jetzt nicht mehr mit Laufen, Springen und Werfen - sondern mit Sitzen, Klicken und Glotzen. Professor Ansgar Thiel leitet das Sportinstitut der Universität Tübingen. Er betrachtet die Entwicklung und die Folgen der Pandemie zunehmend mit Sorge. Er hält gerade Kinder und Heranwachsende für eine der maßgeblich belasteten Gruppen in dieser Pandemie, auch wenn sie nicht so sehr direkt unter dem Virus leiden. Aber unter dessen Folgen dagegen umso mehr.

Laut Befunden des Kinder- und Jugendsportberichts, so Ansgar Thiel, erreichen 80% der Kinder nicht das von der WHO empfohlene Mindestmaß an Bewegung.

Nicht mehr das nötige Maß an Bewegung

Das führt zu Krankheitssymptomen, die sozusagen als indirekte Folge der Pandemie entstehen. Fitnesseinbußen, Haltungsschäden, Übergewicht – die Sportwissenschaftler warnen vor beginnenden Krankheitssymptomen, die schon nach wenigen Jahren durchaus das Kriterium der Vorerkrankung erfüllen können. Am Ende wird das auch gesamtgesellschaftlich und volkswirtschaftlich zu einem Riesenproblem werden.

Diese Problematik verschärft sich zudem durch die Ersatztätigkeiten, denen sich Kinder und Jugendliche in Pandemiezeiten zuwenden. Soziale Kontakte werden in virtuelle Welten verschoben – und sind zumindest auf diese Weise gewährleistet.

Sozialleben im Internet statt Sport

Allerdings: Findet das Sozialleben erstmal beinahe ausschließlich im Internet statt, vergrößern sich die ohnehin zu langen "Sitzzeiten" noch umso mehr.

Am besten kommen noch diejenigen Kinder weg, deren Eltern die Zeit und die Möglichkeiten haben, selbst Sport mit dem eigenen Nachwuchs zu organisieren. Auch da, in Sachen sportlicher Grunderziehung, öffnet sich die soziale Schere also immer weiter. Die Sportwissenschaftler sehen die Probleme, sie sehen allerdings, als nüchterne Wissenschaftler, auch die Notwendigkeit des Lockdowns. Auch hier also gilt: Impfen und testen, so viel wie möglich und so rasch wie möglich. Um dann alsbald wieder zur Normalität zurück zu finden, als Sport zu treiben auch für Kinder eine Selbstverständlichkeit war.

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