Digitaler Impfnachweis (Foto: imago images, foto2press)

Fußball | Corona

Welche Regeln gelten für die Fans in den Stadien?

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Für Fußballfans im Südwesten ist es schwer, den Überblick zu behalten. Unter welchen Voraussetzungen dürfen sie ins Stadion? Gilt das 3G-Modell (geimpft, genesen und getestet) oder greift das 2G-Prinzip? SWR Sport mit dem Überblick.

Wohl dem, der in diesen Wochen und Monaten den Durchblick behält. Die Fußballfans der Proficlubs im Südwesten müssen sich immer wieder auf neue Corona-Regelungen einstellen.

Seit Anfang Juli erlaubt die Politik eine Auslastung der Fußballarenen von maximal 50 Prozent ihres Fassungsvermögens, die Obergrenze liegt allerdings bei 25.000 Zuschauern. Wichtigster Faktor für die Formulierung der Maßnahmen ist die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz.

Drei Warnstufen

Die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz gibt die stationär zur Behandlung aufgenommenen COVID-19-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Baden-Württemberg an. Mit dem Inkrafttreten der neuen Verordnung am 16. September gelten drei neue Stufen. In der Basis-, Warn- (7-Tage-Inzidenz von 8 oder ein absoluter Wert von 250 Personen) und Alarmstufe (7-Tage-Inzidenz von 12 oder ein absoluter Wert von 390 Personen) ist festgelegt, welche Einschränkungen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens greifen. Aktuell liegt die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz in Baden-Württemberg in der Basisstufe bei 1,94 (Stand: 20.09.). Wie das System genau funktioniert, wird hier erklärt. Auch Rheinland-Pfalz hat ein neues Warnstufen-System, das den Namen "2G+" erhalten hat. Mehr Informationen gibt es hier.

2G oder 3G?

Während in einigen deutschen Stadien (Köln, Dortmund, Leverkusen, Wolfsburg) die 2G-Regelung gilt, arbeiten die meisten Clubs im Südwesten aktuell mit der 3G-Regel. Sie beobachten aber von Woche zu Woche die Entwicklung des Infektionsgeschehens. Hierzu befinden sie sich im regelmäßigen Austausch mit dem Gesundheitsamt und den örtlichen Behörden.

Die Herangehensweisen der Vereine sind unterschiedlich. Während Drittligist 1. FC Kaiserslautern kürzlich 2G für Teilbereiche des Stadions festgelegt hat, geht die TSG 1899 Hoffenheim bewusst einen anderen Weg.

"Wir halten nichts davon, aus 3G schleichend ein 2G zu machen. Das wäre eine Impfpflicht durch die Hintertür. Wir sollten uns hier nicht für politische Zwecke instrumentalisieren lassen."

Im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern ist nur noch der Oberrang der Nordtribüne mit einem 3G-Nachweis betretbar und zusätzlich an das Warnstufen-System des Landes gebunden. Je höher die Warnstufe, desto weniger Fans sind auf dem Oberrang zugelassen. Alle anderen Bereiche des Stadions erfordern einen 2G-Nachweis, unterliegen jedoch keinerlei weiterer Einschränkungen. Ausgenommen von der Regel sind Kinder bis 11 Jahre.

Beim VfB Stuttgart wird weiterhin mit der 3G-Regel gearbeitet. Auch der SC Freiburg bleibt vorerst bei 3G, entwickelt jedoch aktuell eine Haltung zur 2G-Debatte.

Eigener Bereich für Nicht-Geimpfte

Stefan Hofmann, Vorstandschef von Mainz 05, äußerte sich kürzlich zur 2G/3G-Diskussion: "Wir wollen die Nur-Getesteten nicht ausschließen". Am Montag hat der Verein sein neues "2G+"-Konzept vorgestellt. Danach sollen insgesamt wieder 25.000 Fans im Stadion zugelassen werden. Für Geimpfte und Genesene entfallen Maskenpflicht und Abstandsregeln. Auch Eintrittskarten müssen nicht mehr personalisiert werden. Zudem wird die Westtribüne mit Stehplätzen geöffnet. Der Zutritt für Nicht-Immunisierte wird auf eine maximale Kapazität von 1.000 Fans begrenzt und ist abhängig von der aktuell ausgerufenen Warnstufe. Außerdem gilt in diesem Stadionbereich weiterhin Masken- und Abstandspflicht. Dies betrifft die Blöcke E, F und G, bei denen die Zuschauer im Schachbrettmuster sitzen, um genügend Abstand zu gewährleisten.

Nicht nur das Pandemie-Geschehen ist weiterhin dynamisch, auch die Regelungen der Vereine. Die Clubs wollen (allein aus wirtschaftlichen Gründen) möglichst rasch zurück zu vollen Stadien. Dafür sind sie bereit, unpopuläre Maßnahmen umzusetzen und im Zweifelsfall treue Anhänger zu vergrätzen.

Die Diskussionen werden auch in den kommenden Wochen weitergehen.

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