Skisprungnachwuchs in Degenfeld (Foto: SWR)

SKISPRINGEN | HINTERGRUND

Auf den Spuren von Carina Vogt: Skisprung-Nachwuchs hebt ab

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Inken Pallas/Thomas Bareiß

Hochsommer und über 30 Grad: Doch es gibt keine Ferien für Wintersportler. Denn für Skispringer ist das perfektes Flugwetter. Nicht nur für die Profis, sondern auch für den Nachwuchs. Beim "Tag der Talente" auf der kleinsten Skisprung-Schanze in Degenfeld (bei Schwäbisch Gmünd) erleben vier bis 14-jährige Kids ganz besondere Flug-Gefühle.

Einige der Kinder brauchen noch Hilfe von Mama oder Papa, denn alleine können Clara oder Kjell noch gar nicht auf den Absprungbalken klettern. Mit Mini-Alpin-Skiern und Skischuhen sausen sie dann die Anlaufspur herunter und heben ab. Egal ob vier Meter, acht Meter oder sagenhafte 15 Meter: Alle Skispringer und Skispringerinnen sind begeistert, So auch Joa: "Ich finde es cool, in der Luft zu sein." Oder Noemi, die liebt, "dass man fliegen kann".

"Man braucht Kraft - und das war’s."

Skisprung-Anzüge: Ein Muss - auch im Sommer

Mehr als 50 Skisprung-Fans wuseln an den verschiedenen Schanzen herum. Zum 100-jährigen Jubiläum des SC Degenfeld strahlt die Sonne. Besonders interessant ist der "Kids Trophy", dabei genießen es die ehrgeizigen Mini-Skisprung-Freaks, vor so viel Publikum zu springen und lautstark angefeuert zu werden. Nur eines ist richtig anstrengend: In den warmen Skisprung-Anzügen und den dicken Skischuhen über die Treppen wieder nach oben zu laufen. Da sind Eltern als Service-Personal besonders hilfreich...

Skisprung-Eltern brauchen "mentales Training"

Die Degenfelder Trainer Markus Rohde und Richard Baur kümmern sich um die kleinen Talente, aus denen vielleicht eines Tages große Talente, also erfolgreiche Skispringer und Skispringerinnen, werden könnten. Manchmal, so Markus Rohde, brauchen allerdings die Eltern besondere Betreuung, quasi "mentales Training": "Wir müssen die Eltern oft ablenken, beruhigen. Einige Eltern haben manchmal mehr Angst als die Kinder. Die wollen einfach nur da runter und genießen dieses "kontrollierte" Abenteuer."

Am Anfang war der Schnupperkurs

Joa und Elias haben Skispringen im Fernsehen gesehen. Die beiden haben als Vorbilder Markus Eisenbichler und Karl Geiger und deshalb beschlossen, es ihnen nachzumachen. Schon nach dem ersten Sprung an einem Schnuppertag war ihnen klar: Sie werden Skispringer! Auch Johann hat als 6-Jähriger an einem Schnupperkurs teilgenommen. Mittlerweile hat er schon ein Jahr Flugroutine, einen persönlichen Weitenrekord von 12 Metern und er weiß, worauf es ankommt: "Man braucht richtig Kraft in den Beinen. Man braucht Kraft und das war’s."

Die Kleinen wollen hoch hinaus

Neueinsteiger Paul, 12 Jahre, ist eigentlich nur wegen seiner kleinen Schwester Leonie vor zwei Monaten mit an die Schanze gekommen. Als großer Bruder wollte er diesen Sport natürlich auch testen. Und sofort tauschte Paul den Fußball gegen die Sprung-Ski: "Das coole ist, du fährst da herunter mit viel Geschwindigkeit und dann springst du, bist in der Luft. Das Feeling ist cool." Große Gefühle sind das eine – große  Ziele haben alle: Joa will so schnell wie möglich von einer 100-Meter Schanze fliegen, Elias und Jakob möchten eines Tages bei einer Weltmeisterschaft dabei sein und Johann weiß sogar schon ganz konkret, was für eine Trophäe er gewinnen will: "Den goldenen Adler! Das ist ein Adler, den Du bei der Vierschanzen-Tournee gewinnst."

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